Zwar soll Farahs Fokus nach wie vor auf dem Marathon in Chicago liegen, den er im letzten Jahr mit Europarekord von 2:05:11 gewinnen konnte. Die Teilnahme bei der WM wäre für Farah unproblematisch, da die Titelverteidiger automatisch für ihre Disziplin qualifiziert sind.
Dazu Farah: „I am a reigning world champion, so I do get an automatic spot anyway. I really don’t know. I think the last minute. My main target is to defend my [marathon] title, come out to Chicago. All the training is geared toward the marathon.” Bis zum 16. September müsste der Ausnahmeläufer seine Meldung für die WM abgeben.
Da die Norm für die 10.000 m anspruchsvoll ist, wird es nur ein Finale geben, womit sich die Belastungen für Mo in Grenzen halten würden. Ein „Tempotest“ eine Woche vor dem Marathon wäre auch trainingsmethodisch durchaus zu vertreten. In Chicago wartet dann ein hochklasiges Elitefeld auf den Briten, der sicher seinen Europrekord steigern muss, um seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholen zu können.
Die Konkurrenz in Doha über 10.000 m dürfte für Sir Mo recht erheblich werden. Weltjahresbester ist Hagos Gebrhiwet (ETH), der in 26:48,95 die WM-Trials der Äthiopier gewann und dabei vier weitere Läufer unter 27 Minuten zog.
Und auch die Kenianer dürften stark auftreten. Deren WM-Trials in Nairobi gewann Geoffrey Kamworor (KEN) in 27:24,76 vor dem Shooting Star über diese Distanz Rhonex Kipruto (KEN) in 27:26,34. Leider hat aber Kamworor anschließend verkündet, dass er auf seinen Start in Doha verzichten wird. Mitte September ist er auf der Startliste des Halbmarathon in Kopenhagen und Anfang November auf der des New York City Marathon.
Dafür dürfte sich in Doha noch der amtierende Cross-Weltmeister Joshua Cheptegei (UGA) gesellen, der in dieser Saison gleichfalls gute Form erkennen ließ.
Helmut Winter