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17
06
2026

Jugendliche Läufer - Foto: Lotar Pöhlitz

Lauf-Talente erkennt man im Schüler-Training Talente, Bedingungen, Trainer und Belastungen machen Leistungen – Lothar Pöhlitz*

By GRR 0

Fachkräftemangel gibt es nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Bereich „Elite – Middle- & Long – Distance – Running“.

Das Angebot an gutem Personal auf dem Trainermarkt an Bundestrainern, Landestrainern, Vereinstrainern, Schulsportlehrern hält sich offensichtlich sehr in Grenzen, die derzeit internationale Konkurrenzfähigkeit legt davon Zeugnis ab. Alle Sportverbände, aktuell auch die Leichtathletik, tun sich schwer für offene Stellen qualifizierte, kompetente Mitarbeiter, Profis mit schon viel Berufserfahrung zu finden, sicher auch weil man in der Regel von einem zu kleinen Honorar nicht leben kann.

Vor allem im Schüler-Alter, in dem man Sport-Talente erkennt, fehlt es an Sportstunden, Schulsport-Lehrern mit Engagement und Trainern in Vereinen

Die Halbwertzeit des trainingsmethodischen Wissens, das Know-how verkürzt sich immer mehr, weil die Geheimnisse über erfolgreiches Training weniger geworden sind und sich die Experimentierfreudigkeit der Läufer in der Welt durch das Vorbild der Afrikaner und Amerikaner erhöht hat. Immer mehr machen sich bei den Weltbesten schlau und versuchen die „Belastung von früher zu übertreffen“ oder sie wirksamer zu gestalten. Sie haben in den letzten Jahren Reserven erschlossen, von denen der große Kenyaner Kip Keino „über Details des anderen Trainings“ sprach. Sie haben sich Europäer ins Land geholt, folgten ihren Empfehlungen, können es inzwischen selber und verbinden sie mit mehr Härte und mit eigenen Erfahrungen.

Während der eine oder die andere in Deutschland noch darüber nachdenken „ob sie auch sollten“ haben die im Rift Valley beispielsweise die Jahre und ihre soziale Not genutzt, dazugelernt und die Effektivität des Höhentrainings weiter erhöht, sie laufen schneller und schneller in 2000 – 3000 m Höhen, sie laufen mehrmals wöchentlich im Partnertraining „grenzwertig nach Gefühl“ und machen sich wenig Sorgen ob ihre Laktatwerte einmal zu hoch sein könnten, weil sie ihren “Gegnern / Partnern“ folgen müssen wenn sie sie demnächst schlagen wollen. Sie trainieren in der Höhe für 800 m – 5000 m außergewöhnliche Wettkampfgeschwindigkeiten die von Europäern nicht unter NN erreicht werden.

Da muß unser Blick über den Zaun nicht nur Bewunderung auslösen, sondern zu Konsequenzen führen. Morgens um 6 Uhr treffen sich 200 zu 60 Minuten ansteigenden DL oder 16 x 1´/ 1´und die deutsche können ihnen nicht folgen. Und „die Kleinen“ rennen mit, soweit die Füße tragen“

Die immer besseren Ergebnisse von immer mehr aus dem Dreieck Kenia, Uganda, Äthiopien und die „jungen US-Boys und Girls“ zeigen neue Wettkampf-Qualitäten bei vielen Rennen auf Bahn und Straßen. Das bedeutet doch das sie das in den Höhen zwischen 2000 – 3000 m vorbereiten. Das bedeutet doch das sie im Trainings-Vorfeld in der Höhe neue Qualitäten schaffen. Für uns Grund noch einmal über modernes Höhentraining nachzudenken oder wenigstens erst einmal in einem ersten Schritt versuchen solche Qualitäten öfter unter NN – Bedingungen zu realisieren.

Trainer müssen die Bausteine für Erfolge kennen und lehren

Wenn an dieser Stelle an die jungen Trainer appelliert wird, sollten sich die „Längerdienenden“ auf keinen Fall ausgeschlossen fühlen. Natürlich sind auch sie angesprochen, wenn sie sich zuerst, vielleicht zum wiederholten Male die alte Erfahrung durch den Kopf gehen lassen sollten: „Stagnation bedeutet Rückschritt“, wer das Training des letzten Jahres nur wiederholt organisiert die Stagnation. Wissen ist Macht und Bildung sichert auch im Leistungssport zusammen mit Talenten langfristig Erfolge. Lauf-Talente sind „hochbegabte“ die die Belastbarkeit für ein Leistungstraining mitbringen, den Erfolg wollen und dazu in einem bestimmten abgegrenzten Lebensabschnitt bereit sind dies als ihr einziges Hobby, ihren zeitweilig wichtigsten Lebensinhalt anzusehen.

Wie im richtigen Leben, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft ist auch für Trainer des Elitebereiches die erste wichtigste Voraussetzung er/sie müssen diesen Job wollen. Dies rangiert noch vor der Aufgabe dann auch ein Leben lang dazulernen zu müssen. Danach folgt gleich die Leidenschaft in der Verfolgung der Ziele. Ohne Ehrgeiz, Motivation, Emotionen geht es nicht, dies gilt für Trainer und Athleten. Da hilft kein Träumen, von der „Sorte 1“ gibt es nur wenige, vielleicht gehörst Du eines Tages dazu.

Der Athlet respektiert nichts mehr als die Trainer-Persönlichkeit die er zugleich als Vorbild ansieht, die ihn auf seinem gewünschten Weg nach oben positiv begleitet. Und wenn sich der Trainer nicht in die Gefühle des, am besten intelligenten Talents, das in seinem auch schon mal besonderen, auch ungeduldigen Charakter, unbequem sein kann, nicht hineinversetzen oder es sogar nutzen kann, wird die Zusammenarbeit nicht selten auf eine harte Probe gestellt.

Auch „Erfolgstrainer“ müssen immer neue begabte Talente finden

Erfolgstrainer sind vor allem „Motivationskünstler“, die die Erfolge gemeinsam mit dem Talent wollen und erarbeiten. Natürlich brauchen sie das Wissen wie Trainingswirkung erzielt wird, sie brauchen aber vor allem Leidenschaft, um das Talent zur erforderlichen Härte zu führen. Einer der wichtigsten Bausteine für Trainererfolge sind die Erfahrungen für das „immer schneller“ und die Wege dahin, die tägliche begleitende Arbeit, ihre Anwesenheit beim Training.

Sie sind der „Bestimmer“, handeln verboten, analysieren – Konsequenzen festlegen – realisieren. Im Leistungssport gibt es keine „Mitleidstrainer“ – kein super oder sensationell außerhalb der Erfüllung gemeinsamer geplanter Ziele im wichtigsten Wettkampf des Jahres. Weicheier erreichen auch bei einem anderen Trainer das erträumte Podium nicht. Das „gut, aber Du kannst noch besser“ belohnt ausreichend und gibt zugleich die weiteren Aufgaben vor,

In den Mittelabschnitten schneller und frequenter in den Endphasen führen auch deutsche Läufer zu siegen. 3 Rennen in zwei Wochen mit Zwischentrainingsphasen stabilisieren die sportliche Form über Wochen.

Die Lauf-Elite braucht ein optimales Umfeld, Führung, Spitzen-Coaches, Pacemaker, den Physio, den Arztzugang und Zeit für 25-30 Stunden Training in vielen Wochen des Jahres, auch im Höhentraining und das Geld muß auch stimmen

Die Höhentrainingsaufenthalte im Jahr finden unter professionellen Bedingungen (bei dem die Selbstverpflegung verboten ist) statt. Neben den 25 – 30 Stunden Training in der Woche mit sportmedizinischer und physiotherapeutischer Begleitung – also mindestens eine 40 Stundenwoche – ist auch das Wohlfühlen nach des „Tages Arbeit“ gesichert.

Die Medien müssen im Negativfalle nicht nur den Sport kritisieren, sondern neben Fußball, den Sport ganzjährig begleiten, unterstützen, kompetente Journalisten – wie früher Gustav Schwenk – der dem heutigen Journalismus kaum vergleichbar, die Leichtathleten in den Print-Medien mit Ergebnissen, Kommentaren und Kritiken informierte und damit zugleich motivierte.

Sie sollten nicht wie selbstverständlich bei Olympischen Spielen die Goldmedaillen erwarten. Wichtig für die Nachwuchsarbeit, die Talentsuche oder den herunter gekommenen Schulsport wären hilfreiche, positive Signale. Wege Talente, Hochbegabte, aber auch kompetente Trainer zu motivieren um mehr zu wollen als Deutscher Meister und für besseren Bedingungen unterstützen.

Für Spitzenleistungen sind wichtig: Talente, Bedingungen, Trainer und die erforderliche Trainingszeit

Neben dem Schulsport in Sportschulen 5-7 Trainingseinheiten (von 90 – 120 Minuten Dauer), später 10 – 12 TE mehrjährig, mit den dazugehörigen Regenerationszeiten und sportmedizinischer und psychophysischer Begleitung

Talente für eine bestimmte Laufdisziplin, brauchen 12-15 Jahre Belastungsaufbaut im Nachwuchsleistungstraining mit begleitendem Wett-kampfstrukturen, mentale Stärke um immer wieder Sieger werden zu wollen.

Die Hinführung zu „ihrer“ Disziplin erfolgt in Vereinen, Leistungszentren, Sport-Gymnasien oder Eliteschulen des Sports, wo das Talent von Fach-Personal auf das Hochleistungstraining umfassend v o r b e r e i t e t wird.

Mit Bedingungen sind nicht nur Trainingsbedingungen gemeint, sondern auch die Möglichkeiten später Höhen-Trainingslager zu nutzen, mit leistungsstarken Partnern zu trainieren, nebenbei psychologische Betreuung zu genießen, eine gute sportmedizinische und physiotherapeutische Begleitung zu erfahren oder auch das erforderliche tägliche Training mit der Schule oder einer Berufsausbildung optimal verbinden zu können.

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Lothar Pöhlitz  

author: GRR