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10
2026

Manfred Letzerich - Foto: Imago

Allround-Langstreckler Manfred Letzerich gestorben. Drei Olympiateilnahmen, sieben Deutsche Meistertitel, 38 Länderkämpfe und ein Sieg am Teufelsberg stehen in der Biographie des Wiesbadeners – ein Nachruf von Wilfried Raatz

By GRR 0

„Der Sport hat sein Leben geprägt, nun ist er über seine letzte Ziellinie gelaufen“, so steht es in der Todesanzeige in der Wiesbadener Lokalzeitung.

Im Alter von 84 Jahren ist vor wenigen Tagen mit Manfred Letzerich einer der erfolgreichsten deutschen Langstreckenläufer gestorben. „Nicht Talent ist entscheidend, sondern guter Trainingswille“, formulierte einstmals der in seiner Aktivenzeit stets für TuS Eintracht Wiesbaden startende Langstreckler die Fähigkeiten, die ein erfolgreicher Läufer mitbringen müsse.

Der gelernte Dreher und spätere Realschullehrer zeigte genau diese Fähigkeit, die ihn trotz so mancher Verletzung immer wieder aufstehen ließ. 200 Wochenkilometer im Training in seiner Heimat waren dabei keine Seltenheit, die Erfolge dabei hart erarbeitet.

In Tokio, Mexico City und München stand Manfred Letzerich bei Olympischen Spielen an der Startlinie, maß sich dabei über 3000 m Hindernis ebenso wie auch über 5000 m und 10.000 m mit der Weltelite. Die sieben nationalen Meistertitel über die Hindernisse, über 10.000 m und im Cross zeigen von seiner Vielseitigkeit, seiner Wettkampfhärte – gepaart mit einem unbändigen Willen.

Schwere Cross-Strecken wie am Teufelsberg in Berlin „lagen“ dem Schützling von Olaf Lawrenz ebenso wie der Wassergraben und die Hindernisse wie auch die Flachstrecken über 12 ½ bzw. 25 Runden. Im Olympiajahr 1972 lief er mit 28:14,41 Minuten zum Beispiel deutschen 10.000 m-Rekord. 38 Länderkämpfe unterstreichen die Zuverlässigkeit, mit der Manfred Letzerich zu Werke ging.

Nach seiner Aktivenzeit gab der Wiesbadener als Hindernis-Bundestrainer sein Wissen an junge Talente weiter. Gerd Främcke, Willi Maier und vor allem Michael Karst, der 1976 im olympischen Hindernisfinale in Montreal Fünfter wurde, zählten zu seinen Schützlingen.

Manfred Letzerich schöpfte seine Kraft aus seinen Hobbies, als Landschaftsmaler war er vor allem farbverliebt, als Obstbauer kelterte er eigenen Apfelwein. Mit 84 Jahren ist er nun gestorben, er hinterlässt seine Frau Erika und die Kinder Claudia und Frank sowie drei Enkel.

Wilfried Raatz

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