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07
2026

BMW Berlin Marathon Berlin, Germany September Photo: Jiro Mochizuki@PhotoRun Victah1111@aol.com

Geschlechtsunterschiede beim Leistungseinbruch im Berlin-Marathon: Studiendesign, Ergebnisse, Diskussion, Empfehlungen und kritische Bewertung – Dr. Dr. med. Lutz Aderhold

By GRR 0

Zusammenfassung  – Eine 2026 in Scientific Reports veröffentlichte Studie untersuchte geschlechtsspezifische Unterschiede in der Renneinteilung beim Berlin-Marathon.

Die von Seffrin et al. (2026) durchgeführte retrospektive Analyse umfasste 873.334 Ergebnisdatensätze aus den Jahren 1999 bis 2025 und gehört damit zu den bislang größten Untersuchungen zum Pacing im Marathonlauf. Marcos Menocal Pareja griff die Ergebnisse anschließend in einem journalistischen Beitrag für Inside the Games auf und stellte insbesondere heraus, dass Männer fast doppelt so häufig einen erheblichen Leistungseinbruch erlebten wie Frauen (Menocal Pareja, 2026).

Als „Hitting the Wall“ definierten Seffrin et al. (2026) eine mindestens 20-prozentige Verlangsamung in der zweiten Marathonhälfte im Vergleich zur ersten Hälfte. Dieses Kriterium erfüllten 17,63 % der männlichen und 9,66 % der weiblichen Finisher. Die unbereinigten Chancen eines entsprechenden Einbruchs waren bei Männern ungefähr doppelt so hoch. Männer wurden in der zweiten Marathonhälfte im Mittel um 10,73 % langsamer, Frauen um 8,34 %. Die Unterschiede bestanden in allen Leistungsklassen. Bei Männern mit Zielzeiten über 4:30 Stunden erreichte die Häufigkeit eines erheblichen Einbruchs 41,62 %, während sie bei den entsprechenden Frauen 17,66 % betrug. Auch bei Finishern unter drei Stunden war der relative Geschlechtsunterschied ausgeprägt, die absoluten Häufigkeiten waren mit 1,42 % bei Männern und 0,23 % bei Frauen jedoch niedrig.

Einleitung

Der Marathonlauf über 42,195 km stellt besondere Anforderungen an die Verteilung der verfügbaren energetischen und psychophysiologischen Ressourcen. Selbst gut trainierte Läuferinnen und Läufer können eine hohe Anfangsgeschwindigkeit nicht unbegrenzt aufrechterhalten. Wird in der ersten Rennhälfte ein Tempo gewählt, das oberhalb der nachhaltig möglichen Belastungsintensität liegt, kann es im weiteren Rennverlauf zu einer überproportionalen Ermüdung und einem erheblichen Geschwindigkeitsverlust kommen.

Die zeitliche Verteilung der Laufgeschwindigkeit wird als Pacing bezeichnet. Sie beschreibt die bewusste oder unbewusste Regulation der Geschwindigkeit über die gesamte Wettkampfdistanz. Ziel eines optimalen Pacings ist es, die vorhandenen physiologischen Ressourcen so einzusetzen, dass die Laufgeschwindigkeit möglichst lange aufrechterhalten werden kann und am Ende des Rennens keine großen ungenutzten Reserven verbleiben. Ein systematischer Review von Sha et al. (2024) zeigt, dass das Marathonpacing durch Leistungsniveau, Geschlecht, Alter, Streckenprofil, Umweltbedingungen und individuelle Wettkampfziele beeinflusst wird. Insgesamt schneiden gleichmäßige oder nur geringfügig positive beziehungsweise negative Geschwindigkeitsverläufe häufig günstiger ab als ein deutlich zu schneller Beginn.

Ein positiver Split liegt vor, wenn die zweite Hälfte eines Rennens langsamer als die erste Hälfte absolviert wird. Ein moderater positiver Split ist im Marathon weit verbreitet und nicht automatisch Ausdruck einer fehlerhaften Strategie. Mit zunehmender Dauer entwickeln sich muskuläre Ermüdung, eine Abnahme der neuromuskulären Leistungsfähigkeit und eine zunehmende Beanspruchung der Kohlenhydratreserven. Ein ausgeprägter positiver Split kann dagegen auf ein zu hohes Anfangstempo, eine unzureichende Ausdauerbasis, energetische Probleme, ungünstige Umweltbedingungen oder gesundheitliche Beschwerden hinweisen.

Ein besonders starker Einbruch wird unter Läuferinnen und Läufern häufig als „Hitting the Wall“ oder im Deutschen als „Mann mit dem Hammer“ bezeichnet. Der Begriff beschreibt subjektiv einen relativ plötzlichen Verlust der Fähigkeit, das bisherige Tempo aufrechtzuerhalten. Häufig wird er mit einer weitgehenden Entleerung der verfügbaren Glykogenspeicher in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich existiert allerdings keine einheitliche Definition. Eine Analyse von fast 1,9 Millionen Marathonergebnissen operationalisierte das Phänomen beispielsweise als charakteristische und erhebliche Verlangsamung in den letzten Rennabschnitten (Smyth, 2021). Dabei zeigte sich bereits, dass männliche Freizeitläufer häufiger betroffen waren als weibliche.

Geschlechtsunterschiede im Marathonpacing wurden in verschiedenen Untersuchungen beschrieben. Frauen laufen im Durchschnitt langsamer, weisen jedoch häufig eine gleichmäßigere Geschwindigkeitsverteilung und eine geringere relative Verlangsamung auf. Diese Beobachtung könnte sowohl physiologische als auch verhaltensbezogene Ursachen haben. Frauen nutzen bei vergleichbarer relativer Belastungsintensität teilweise mehr Fett und weniger Kohlenhydrate zur Energiebereitstellung. Darüber hinaus werden Unterschiede in Muskelfaserzusammensetzung, Ermüdungsresistenz, Selbsteinschätzung und Risikobereitschaft diskutiert (Hunter et al., 2023).

Die von Seffrin et al. (2026) veröffentlichte Untersuchung erweitert die bisherige Evidenz durch die Analyse von mehr als 873.000 Ergebnissen eines einzigen großen Stadtmarathons. Marcos Menocal Pareja stellte die Studie kurz darauf in Inside the Games unter der zugespitzten Überschrift vor, Männer träfen die „Marathonwand“ fast doppelt so häufig wie Frauen (Menocal Pareja, 2026). Der journalistische Beitrag gibt die zentrale Häufigkeitsangabe zutreffend wieder, erfordert aber eine differenzierte Einordnung des Studiendesigns, der Definition des Leistungseinbruchs und der möglichen Ursachen.

Ziel des vorliegenden Beitrags ist es daher, das Studiendesign, die Ergebnisse und die Interpretation der Berlin-Marathon-Studie ausführlich darzustellen, praktische Empfehlungen abzuleiten und die methodischen Stärken und Schwächen kritisch zu bewerten.

Fragestellung und Hypothesen der Studie

Seffrin et al. (2026) untersuchten, ob sich Männer und Frauen beim Berlin-Marathon hinsichtlich ihrer Renneinteilung unterscheiden. Im Mittelpunkt standen drei zusammenhängende Fragestellungen:

Erstens sollte festgestellt werden, ob männliche Finisher in der zweiten Marathonhälfte durchschnittlich stärker langsamer werden als weibliche Finisher. Zweitens wurde geprüft, ob Männer häufiger eine mindestens 20-prozentige Verlangsamung erleben. Drittens sollte untersucht werden, ob ein möglicher Geschlechtsunterschied unabhängig von Alter und Leistungsklasse besteht.

Die Autoren erwarteten, dass Männer ein weniger gleichmäßiges Pacing zeigen und häufiger erheblich einbrechen. Diese Hypothese knüpfte an frühere Ergebnisse an. Smyth (2021) hatte bei einer sehr großen internationalen Marathonstichprobe ebenfalls eine höhere Häufigkeit erheblicher später Geschwindigkeitseinbrüche bei Männern gefunden. Auch der systematische Review von Sha et al. (2024) kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen über die Marathondistanz häufig ein stabileres Tempo aufweisen.

Studiendesign

Untersuchungsart

Bei der Arbeit von Seffrin et al. (2026) handelt es sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie und Sekundäranalyse öffentlich verfügbarer Wettkampfdaten. Die Forschenden griffen auf bereits vorhandene Ergebnislisten des Berlin-Marathons zurück. Es wurden keine Teilnehmenden gezielt rekrutiert, keine Trainingsintervention durchgeführt und keine Wettkampfstrategie experimentell vorgegeben.

Das Design eignet sich gut zur Beschreibung realer Pacingmuster in sehr großen Populationen. Es erlaubt jedoch keine sicheren Rückschlüsse darauf, warum die beobachteten Unterschiede entstanden. Die Studie kann somit Zusammenhänge zwischen Geschlecht und Geschwindigkeitsverlauf nachweisen, aber keine kausale Wirkung des Geschlechts oder bestimmter physiologischer beziehungsweise psychologischer Faktoren belegen.

Datengrundlage und Untersuchungszeitraum

Analysiert wurden die offiziellen Resultate des Berlin-Marathons von 1999 bis 2025. Da die Veranstaltung 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht regulär stattfand, umfasste die Untersuchung 26 Austragungen. Der Berlin-Marathon ist wegen seines überwiegend flachen Streckenverlaufs besonders gut für Pacinganalysen geeignet. Starke Anstiege oder Gefälle, die unabhängig von Ermüdung erhebliche Geschwindigkeitsschwankungen hervorrufen könnten, spielen im Vergleich zu profilierten Marathonstrecken eine geringere Rolle.

Der ursprüngliche Datensatz umfasste 880.779 Einträge. Nach Ausschluss unvollständiger und nicht plausibler Ergebnisse verblieben 873.334 Datensätze. Für die zentrale Analyse des 20-prozentigen Leistungseinbruchs standen bei 872.670 Ergebnissen verwertbare Halbmarathon- und Zielzeiten zur Verfügung. Darunter befanden sich 658.790 Ergebnisse von Männern und 213.880 Ergebnisse von Frauen (Seffrin et al., 2026). Die Originalpublikation wurde am 2. Juli 2026 veröffentlicht.

Der Datensatz repräsentiert nicht zwingend ebenso viele unterschiedliche Personen. Läuferinnen und Läufer, die mehrfach am Berlin-Marathon teilgenommen hatten, konnten in mehreren Jahren enthalten sein. Die Autoren führten deshalb zusätzlich eine Sensitivitätsanalyse durch, in der mutmaßliche Mehrfachteilnahmen anhand von Namen und Altersgruppen identifiziert wurden. Der daraus gebildete Datensatz umfasste 700.877 vermutlich unterschiedliche Personen. Die wesentlichen Ergebnisse blieben auch in dieser Analyse bestehen (Seffrin et al., 2026).

Ein- und Ausschlusskriterien

In die Untersuchung wurden reguläre Finisher mit plausibler Zielzeit einbezogen. Ausgeschlossen wurden insbesondere Ergebnisse mit:

  • fehlender oder unvollständiger Zielzeit,
  • Zielzeiten unter 1:59 Stunden,
  • Zielzeiten über 6:15 Stunden,
  • fehlenden Halbmarathonzeiten bei den entsprechenden Pacinganalysen,
  • offenkundig unplausiblen oder nicht verwertbaren Angaben.

Die Untergrenze von 1:59 Stunden sollte physiologisch unrealistische beziehungsweise fehlerhafte Datensätze ausschließen. Die Obergrenze entsprach dem für die Auswertung gewählten Veranstaltungslimit. Die Beschränkung auf Finisher bedeutet jedoch, dass Teilnehmende mit besonders schweren Einbrüchen, die das Rennen abbrachen oder aus medizinischen Gründen aussteigen mussten, nicht erfasst wurden.

Erhobene Variablen

Aus dem Ergebnisarchiv standen im Wesentlichen folgende Angaben zur Verfügung:

  • registriertes Geschlecht,
  • Altersgruppe,
  • Nettozielzeit,
  • Halbmarathonzeit,
  • 5-km-Zwischenzeiten, sofern vollständig vorhanden,
  • Austragungsjahr,
  • aus der Zielzeit abgeleitete Leistungskategorie.

Nicht erfasst wurden Trainingsumfang, Marathonerfahrung, persönliche Bestleistung, geplante Zielzeit, Körpergewicht, Körperzusammensetzung, Kohlenhydratzufuhr, Flüssigkeitsaufnahme, Herzfrequenz, Laktat, Sauerstoffaufnahme, Glykogenstatus, subjektive Belastung, Verletzungen oder Erkrankungen. Ebenso fehlten Angaben zur Menstruationsphase, zum Hormonstatus und zu möglichen hormonellen Therapien. Diese Einschränkungen sind für die Interpretation der angenommenen physiologischen und verhaltensbezogenen Ursachen bedeutsam.

Definition des Pacing-Index

Die Zeit der zweiten Marathonhälfte wurde mit der Zeit der ersten Marathonhälfte verglichen. Vereinfacht lässt sich die prozentuale Verlangsamung folgendermaßen darstellen:

Prozentuale Verlangsamung =
[(Zeit der zweiten Hälfte ÷ Zeit der ersten Hälfte) – 1] × 100

Ein positiver Wert bedeutete, dass die zweite Hälfte langsamer gelaufen wurde. Betrug die erste Hälfte beispielsweise 120 Minuten und die zweite 132 Minuten, entsprach dies einer Verlangsamung um 10 %.

Dieses Verfahren ermöglicht eine einfache und für sehr große Datensätze gut reproduzierbare Beschreibung des Pacingverlaufs. Es berücksichtigt jedoch nicht, zu welchem genauen Zeitpunkt der Einbruch begann und ob die Geschwindigkeit kontinuierlich oder plötzlich abnahm. Deshalb analysierten Seffrin et al. (2026) zusätzlich die verfügbaren 5-km-Zwischenzeiten.

Definition von „Hitting the Wall“

Als „Hitting the Wall“ definierten die Autoren eine Verlangsamung um mindestens 20 % in der zweiten Marathonhälfte gegenüber der ersten Hälfte. Das bedeutet nicht, dass bei allen so klassifizierten Personen tatsächlich eine weitgehende Glykogenentleerung oder das subjektiv typische Erlebnis des „Manns mit dem Hammer“ vorlag.

Die Definition ist vielmehr ein operationaler Ersatzindikator für einen ausgeprägten Leistungseinbruch. Ein entsprechender Geschwindigkeitsverlust kann außer durch Kohlenhydratmangel auch durch muskuläre Ermüdung, Krämpfe, orthopädische Beschwerden, gastrointestinale Probleme, Hitze, Dehydratation, Motivationsverlust, taktisches Verhalten oder geplante Gehpausen entstehen.

Auch Smyth (2021) verwendete in seiner groß angelegten Marathonanalyse einen aus Zwischenzeiten abgeleiteten Geschwindigkeitseinbruch als Proxy für „Hitting the Wall“. Der Autor betonte ausdrücklich, dass anhand von Wettkampfdaten eine späte Pacingkrise identifiziert, aber keine spezifische physiologische Ursache nachgewiesen werden kann. Die Berlin-Marathon-Studie folgt damit einer etablierten, jedoch notwendigerweise indirekten Operationalisierung.

Leistungskategorien

Seffrin et al. (2026) teilten die Finisher anhand der Zielzeit in fünf Leistungskategorien ein. Das Spektrum reichte von sehr schnellen Läuferinnen und Läufern mit Zeiten unter drei Stunden bis zu einer Freizeitgruppe mit Zielzeiten über 4:30 Stunden.

Absolute Zielzeitklassen sind für praktische Vergleiche anschaulich, repräsentieren bei Männern und Frauen aber nicht exakt dasselbe relative Leistungsniveau. Eine Frau mit einer Zeit unter drei Stunden gehört relativ zur weiblichen Marathonpopulation zu einer stärker selektierten Leistungsgruppe als ein Mann mit derselben Zeit relativ zur männlichen Population.

Um dieses Problem zu reduzieren, führten die Autoren ergänzende Analysen mit geschlechts- und altersspezifischen Leistungsquintilen durch. Die wesentlichen Geschlechtsunterschiede blieben auch bei dieser relativen Einteilung bestehen (Seffrin et al., 2026).

Statistische Methoden

Zur Auswertung wurden deskriptive Statistiken, Gruppenvergleiche, Effektstärken, Chi-Quadrat-Tests, Odds Ratios und multivariable logistische Regressionsmodelle eingesetzt. Abhängig von der Verteilung der jeweiligen Variable kamen Welch-t-Tests oder Mann-Whitney-U-Tests zur Anwendung.

Die Autoren berechneten außerdem:

  • Cohen’s d zur Beurteilung der Größe kontinuierlicher Gruppenunterschiede,
  • Odds Ratios mit 95-%-Konfidenzintervallen,
  • alters- und leistungsadjustierte Regressionsmodelle,
  • Sensitivitätsanalysen mit Schwellenwerten von 15 %, 20 % und 25 %,
  • Analysen des um mutmaßliche Mehrfachteilnahmen bereinigten Datensatzes,
  • Analysen geschlechts- und altersspezifischer Leistungsquintile,
  • zeitliche Trendanalysen über die einzelnen Veranstaltungsjahre,
  • segmentbezogene Analysen der 5-km-Zwischenzeiten.

Für die detaillierte Segmentanalyse standen vollständige 5-km-Zeiten von 856.759 Finishern zur Verfügung (Seffrin et al., 2026).

Ergebnisse

Allgemeine Leistungsunterschiede

Männer absolvierten den Berlin-Marathon im Durchschnitt schneller als Frauen. Ihre mittlere Zielzeit lag bei ungefähr 4:02 Stunden, während Frauen durchschnittlich etwa 4:29 Stunden benötigten. Die schnellere durchschnittliche Zielzeit der Männer war jedoch mit einer ungünstigeren Verteilung der Geschwindigkeit verbunden (Seffrin et al., 2026).

Dieses Ergebnis ist mit früheren Analysen des Berlin-Marathons vereinbar. Reusser et al. (2021) zeigten für den Zeitraum von 1974 bis 2019 eine deutliche Zunahme der Teilnehmerzahlen und eine Veränderung der Leistungsstruktur. Die wachsende Zahl von Freizeit- und Masterathletinnen und -athleten führte zu einer breiteren Verteilung der Zielzeiten. Geschlecht und Alter erwiesen sich dabei als wichtige Einflussgrößen der Marathonleistung.

Auch Untersuchungen zur altersbezogenen Leistungsentwicklung beim Berlin-Marathon zeigen, dass die Zielzeit von Alter, Geschlecht und Leistungsklasse abhängt und sich die Altersverläufe zwischen Männern und Frauen teilweise unterscheiden (Nikolaidis et al., 2019). Dies unterstreicht, weshalb Seffrin et al. (2026) Alter und Leistungskategorie in ihren ergänzenden Modellen berücksichtigten.

Durchschnittliche Verlangsamung in der zweiten Hälfte

Männliche Finisher wurden in der zweiten Marathonhälfte durchschnittlich um 10,73 % langsamer. Bei weiblichen Finishern betrug die mittlere Verlangsamung 8,34 % (Seffrin et al., 2026).

Der Unterschied war wegen der sehr großen Stichprobe statistisch hochsignifikant. Die standardisierte Effektstärke betrug jedoch nur Cohen’s d = 0,22 und lag damit im kleinen Bereich. Diese Unterscheidung zwischen statistischer Signifikanz und praktischer Effektgröße ist wesentlich. Die Studie zeigt einen stabilen Unterschied auf Populationsebene, die individuellen Werte von Männern und Frauen überschneiden sich aber erheblich.

Das bedeutet, dass aus dem Geschlecht einer einzelnen Person keine zuverlässige Vorhersage ihres Pacingverlaufs abgeleitet werden kann. Viele Männer liefen sehr gleichmäßig, während ein Teil der Frauen starke positive Splits aufwies. Die Ergebnisse beschreiben durchschnittliche Gruppenunterschiede und keine allgemeingültigen Eigenschaften aller männlichen oder weiblichen Marathonläufer.

Häufigkeit eines mindestens 20-prozentigen Einbruchs

Das zentrale Ergebnis betrifft die Häufigkeit der operational definierten „Marathonwand“. Insgesamt erfüllten 116.150 Männer beziehungsweise 17,63 % der männlichen Finisher das 20-%-Kriterium. Bei den Frauen waren es 20.667 beziehungsweise 9,66 % (Seffrin et al., 2026).

Die unbereinigte Odds Ratio betrug 2,00 bei einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,97 bis 2,03. Die Chance, eine mindestens 20-prozentige Verlangsamung zu zeigen, war bei Männern damit ungefähr doppelt so hoch wie bei Frauen.

Diese Häufigkeiten bilden die Grundlage für die Überschrift des Beitrags von Menocal Pareja (2026), wonach Männer die „Marathonwand“ fast doppelt so häufig träfen wie Frauen. Die journalistische Zusammenfassung gibt den unbereinigten Gruppenvergleich korrekt wieder.

Die Ergebnisse entsprechen in der Tendenz der Untersuchung von Smyth (2021). In dessen internationalem Datensatz von fast 1,9 Millionen Marathonergebnissen zeigten 28 % der Männer und 17 % der Frauen einen nach der dort verwendeten Definition bedeutsamen späten Pacingeinbruch. Die absoluten Häufigkeiten sind wegen unterschiedlicher Definitionen, Datensätze und Veranstaltungen nicht direkt vergleichbar. Beide Studien zeigen jedoch konsistent, dass Männer häufiger erheblich nachlassen als Frauen.

Adjustierte Analyse

Nach Berücksichtigung von Alter und Zielzeitkategorie berichteten Seffrin et al. (2026) eine Odds Ratio von 3,88. Männer hatten innerhalb gleicher Alters- und absoluter Leistungskategorien somit deutlich höhere Chancen, das 20-%-Kriterium zu erfüllen.

Dieser Wert darf nicht als Beleg für ein fast vierfaches biologisch bedingtes Risiko interpretiert werden. Die Zielzeitkategorie hängt teilweise selbst mit physiologischen Geschlechtsunterschieden zusammen und kann sich auf dem kausalen Pfad zwischen Geschlecht und Pacing befinden. Durch die Adjustierung wird daher nicht einfach ein „reiner Geschlechtseffekt“ isoliert. Vielmehr beantwortet das Modell die spezifische Frage, wie sich Männer und Frauen vergleichbaren Alters innerhalb derselben absoluten Zielzeitklasse unterscheiden.

Die unbereinigte Odds Ratio von 2,00 ist für die Beschreibung der Gesamtpopulation anschaulicher. Die adjustierte Odds Ratio liefert zusätzliche Informationen zu den Unterschieden innerhalb bestimmter Leistungsgruppen, darf aber nicht losgelöst von der Modellstruktur betrachtet werden.

Ergebnisse bei Finishern unter drei Stunden

In der schnellsten Leistungskategorie trat das 20-%-Kriterium insgesamt selten auf. Betroffen waren:

  • 1,42 % der Männer,
  • 0,23 % der Frauen.

Daraus ergab sich eine ungefähr sechsfach höhere relative Chance bei Männern (Seffrin et al., 2026). Dieses Ergebnis wurde in mehreren Medien besonders hervorgehoben.

Die relative Zahl wirkt eindrucksvoll, muss aber gemeinsam mit der absoluten Risikodifferenz interpretiert werden. Diese betrug lediglich 1,19 Prozentpunkte. Mehr als 98 % der Männer unter drei Stunden zeigten keinen mindestens 20-prozentigen Einbruch.

Zudem ist die weibliche Sub-3-Stunden-Gruppe hochselektiv. Frauen, die diese Leistungsgrenze erreichen, verfügen im Mittel über ein außerordentlich hohes relatives Leistungsniveau. Ein Mann mit einer Zeit von 2:59 Stunden und eine Frau mit derselben Zielzeit sind hinsichtlich ihrer Position innerhalb der jeweiligen Geschlechtsverteilung nicht vollständig vergleichbar.

Die Studie zeigt dennoch, dass der Geschlechtsunterschied nicht auf langsame oder offensichtlich unerfahrene Teilnehmer beschränkt war. Auch unter sehr leistungsfähigen Finishern liefen Männer im Durchschnitt risikoreicher beziehungsweise weniger gleichmäßig.

Ergebnisse bei Zielzeiten über 4:30 Stunden

Die höchste absolute Häufigkeit erheblicher Einbrüche zeigte sich in der langsamsten Leistungskategorie. Bei Zielzeiten über 4:30 Stunden erfüllten:

  • 41,62 % der Männer,
  • 17,66 % der Frauen

das 20-%-Kriterium (Seffrin et al., 2026).

Männer verlangsamten sich in dieser Kategorie durchschnittlich um 18,90 %, Frauen um 11,85 %. Die standardisierte Effektstärke betrug Cohen’s d = 0,57 und erreichte damit einen mittleren Bereich. Der Geschlechtsunterschied war bei den langsameren Finishern somit nicht nur statistisch, sondern auch praktisch deutlicher ausgeprägt als in der Gesamtstichprobe.

Die hohe absolute Häufigkeit lässt vermuten, dass längere Belastungsdauer, geringere spezifische Marathonvorbereitung, ein zu ambitioniertes Anfangstempo und Probleme der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen könnten. Diese Faktoren wurden jedoch nicht direkt erhoben.

Bei einer Laufzeit von mehr als 4:30 Stunden gewinnen Kohlenhydratzufuhr, Flüssigkeitsmanagement, gastrointestinale Verträglichkeit, muskuläre Belastbarkeit und thermische Beanspruchung zusätzlich an Bedeutung. Zudem kann ein relativ geringer Unterschied im Anfangstempo über mehrere Stunden eine erhebliche kumulative Mehrbelastung bewirken.

Verlauf der 5-km-Abschnitte

Die Auswertung der 5-km-Zwischenzeiten zeigte bei Männern eine größere Schwankung der Geschwindigkeit. Der Variationskoeffizient betrug bei Männern 0,077 und bei Frauen 0,062 (Seffrin et al., 2026).

Im Vergleich zum Abschnitt zwischen Kilometer 5 und 10 war das Tempo zwischen Kilometer 35 und 40 bei Männern durchschnittlich um 17,8 % langsamer. Bei Frauen betrug die entsprechende Verlangsamung 12,6 %. Der Unterschied verstärkte sich somit insbesondere in der späten Rennphase, in der muskuläre Ermüdung und eingeschränkte Kohlenhydratverfügbarkeit besonders relevant werden.

Unter einer strengeren Definition eines dauerhaft einsetzenden Leistungsabfalls konnte bei 52 % der Frauen kein eindeutiger Einbruchspunkt festgestellt werden. Bei den Männern traf dies nur auf 36 % zu (Seffrin et al., 2026). Frauen hielten ihre Geschwindigkeit demnach häufiger ohne klar abgrenzbaren späteren Einbruch aufrecht.

Zeitliche Entwicklung

Der Geschlechtsunterschied war über den Untersuchungszeitraum grundsätzlich stabil. Die Differenz zwischen Männern und Frauen schwankte jedoch von Jahr zu Jahr zwischen 2,8 und 19,9 Prozentpunkten. Ein eindeutiger langfristiger Trend zeigte sich nicht (Seffrin et al., 2026).

Die jährlichen Schwankungen könnten durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind, Sonneneinstrahlung, veränderte Teilnehmerstrukturen oder organisatorische Besonderheiten beeinflusst worden sein. Da diese Faktoren im Hauptmodell nicht vollständig individuell berücksichtigt wurden, lässt sich ihr Anteil an der Variabilität nicht quantifizieren.

Diskussion

Einordnung der Hauptergebnisse

Die Studie von Seffrin et al. (2026) bestätigt auf der Grundlage eines außergewöhnlich großen Datensatzes, dass männliche Marathonläufer im Durchschnitt ein weniger gleichmäßiges Pacing zeigen als weibliche. Männer liefen zwar insgesamt schneller, verlangsamten sich in der zweiten Marathonhälfte aber stärker und erfüllten fast doppelt so häufig das gewählte Kriterium eines ausgeprägten Leistungseinbruchs.

Diese Ergebnisse stimmen mit der Analyse von Smyth (2021) überein, in der Männer ebenfalls häufiger einen charakteristischen späten Pacingkollaps zeigten. Die Übereinstimmung ist bemerkenswert, da sich die Studien hinsichtlich Veranstaltungen, Beobachtungszeiträumen und exakter Operationalisierung unterscheiden.

Auch der systematische Review von Sha et al. (2024) beschreibt Geschlecht als einen relevanten Einflussfaktor des Marathonpacings. Frauen zeigen in vielen untersuchten Kollektiven geringere Geschwindigkeitsschwankungen und weniger ausgeprägte positive Splits. Seffrin et al. (2026) liefern somit keine vollständig neue Einzelbeobachtung, bestätigen das Muster aber in einer besonders großen und über mehr als zwei Jahrzehnte beobachteten Kohorte eines einheitlichen Marathons.

Physiologische Erklärungsansätze

Eine mögliche Erklärung betrifft geschlechtsspezifische Unterschiede im Energiestoffwechsel. Frauen weisen bei vergleichbarer relativer Belastungsintensität häufig eine höhere relative Fettoxidation und eine geringere Kohlenhydratoxidation auf. Dadurch könnten die begrenzten Glykogenspeicher länger geschont werden.

Hunter et al. (2023) fassen in ihrem Konsensuspapier biologische Grundlagen geschlechtsspezifischer Leistungsunterschiede zusammen. Demnach können Sexualhormone, Körperzusammensetzung, Muskelfaserverteilung, Substratstoffwechsel, Sauerstofftransport und neuromuskuläre Eigenschaften die Ausdauerleistung und Ermüdungsresistenz beeinflussen. Frauen verfügen im Durchschnitt über einen höheren relativen Anteil oxidativer Muskelfasern und können bei bestimmten submaximalen Belastungen eine größere Ermüdungsresistenz zeigen.

Östrogene können die Lipolyse und Fettsäureoxidation fördern und den Kohlenhydratverbrauch beeinflussen. Eine stärkere Fettoxidation könnte theoretisch dazu beitragen, die Glykogenspeicher während langer Belastungen langsamer zu reduzieren. Damit ließe sich zumindest teilweise erklären, weshalb Frauen in der zweiten Marathonhälfte seltener stark einbrechen.

Die Studie von Seffrin et al. (2026) erhob jedoch weder Hormonkonzentrationen noch Substratoxidation, Glykogenstatus oder Körperzusammensetzung. Auch Menstruationszyklus, Menopausenstatus und hormonelle Kontrazeption wurden nicht berücksichtigt. Die physiologischen Erklärungen sind daher plausibel und durch externe Literatur gestützt, aber nicht unmittelbar durch die Berlin-Marathon-Daten bewiesen.

Verhaltensbezogene Erklärungsansätze

Neben biologischen Faktoren könnten Unterschiede in der Wettkampfstrategie eine wesentliche Rolle spielen. Männer könnten häufiger:

  • eine besonders ambitionierte Zielzeit wählen,
  • ihre aktuelle Leistungsfähigkeit überschätzen,
  • sich an schnellere Gruppen anschließen,
  • in der Anfangsphase stärker auf Konkurrenten reagieren,
  • Zeitbarrieren wie drei oder vier Stunden erzwingen wollen,
  • ein höheres Risiko eines späteren Einbruchs akzeptieren.

Frauen könnten dagegen durchschnittlich konservativer starten, ihre Leistungsfähigkeit realistischer einschätzen oder stärker auf interne Belastungssignale achten. Diese Annahmen werden in der Pacingliteratur wiederholt diskutiert. Der Review von Sha et al. (2024) zeigt, dass Pacing nicht allein eine physiologische, sondern auch eine taktische und psychologische Entscheidung darstellt.

Aus den Daten von Seffrin et al. (2026) lassen sich solche Motive jedoch nicht direkt ableiten. Weder geplante Zielzeiten noch Risikobereitschaft, Selbstwirksamkeit, Motivation oder subjektive Belastung wurden erfasst. Die Aussage, Männer brächen aus Selbstüberschätzung häufiger ein, wäre deshalb eine Hypothese und kein Studienergebnis.

Der Beitrag von Menocal Pareja (2026) greift diese mögliche Erklärung auf, sollte jedoch nicht so verstanden werden, als habe die Studie männliche Selbstüberschätzung empirisch gemessen. Die erhobenen Daten zeigen den Geschwindigkeitsverlauf, nicht die psychologischen Gründe dafür.

Einfluss des Leistungsniveaus

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Risiko eines starken positiven Splits stark vom Leistungsniveau abhängt. In der Sub-3-Stunden-Gruppe war ein mindestens 20-prozentiger Einbruch selten. Bei Männern über 4:30 Stunden betraf er dagegen mehr als vier von zehn Ergebnissen.

Das spricht dafür, dass Trainingszustand, Erfahrung und spezifische Marathonvorbereitung eine wichtige Schutzfunktion besitzen. Sehr schnelle Läuferinnen und Läufer verfügen im Allgemeinen über eine höhere aerobe Kapazität, größere Trainingsumfänge, bessere Laufökonomie und mehr Erfahrung mit Temporegulierung und Wettkampfverpflegung. Diese Faktoren wurden in der Studie nicht einzeln gemessen, sind jedoch eng mit der erzielten Zielzeit verbunden.

Reusser et al. (2021) zeigten, dass sich Teilnehmerstruktur und Leistung im Berlin-Marathon über Jahrzehnte verändert haben. Die zunehmende Beteiligung von Freizeit- und Masterathleten erweitert das Leistungsspektrum und macht eine differenzierte Betrachtung nach Zielzeit notwendig.

Nikolaidis et al. (2019) verdeutlichten zudem, dass Alter und Geschlecht die Marathonleistung gemeinsam beeinflussen. Eine langsamere Zielzeit ist deshalb nicht automatisch mit geringer Erfahrung gleichzusetzen. Ältere, erfahrene Läufer können bewusst langsamer laufen, während jüngere Marathonneulinge möglicherweise ein höheres Anfangsrisiko eingehen.

Hitting the Wall“ und Glykogenmangel

Der Begriff „Hitting the Wall“ wird häufig fast synonym mit einer Entleerung der Glykogenspeicher verwendet. Diese Gleichsetzung ist in der vorliegenden Studie nicht gerechtfertigt. Ein 20-prozentiger Geschwindigkeitsverlust ist ein beobachtbares Ergebnis, aber keine metabolische Diagnose.

Smyth (2021) bezeichnete den späten Geschwindigkeitseinbruch ausdrücklich als Proxy für das Phänomen. Auch Seffrin et al. (2026) konnten anhand der verfügbaren Zwischenzeiten nicht unterscheiden, ob die Verlangsamung auf Glykogenmangel, muskuläre Schädigung, Schmerzen, Krämpfe, Hitze, gastrointestinale Beschwerden, Flüssigkeitsmangel oder taktische Entscheidungen zurückzuführen war.

Zudem kann ein Läufer subjektiv den „Mann mit dem Hammer“ erleben, ohne dass seine zweite Hälfte insgesamt mindestens 20 % langsamer ist. Umgekehrt kann eine 20-prozentige Verlangsamung durch längere Gehpausen oder Beschwerden entstehen, ohne dass ein plötzlicher metabolischer Einbruch empfunden wurde.

Wissenschaftlich präziser wäre deshalb die Formulierung „ausgeprägte Verlangsamung in der zweiten Marathonhälfte“. Der populäre Begriff ist kommunikativ anschaulich, besitzt aber eine größere physiologische Eindeutigkeit, als der Datensatz tatsächlich erlaubt.

Praktische Bedeutung der Effektgrößen

Aufgrund der enormen Stichprobe waren nahezu alle Gruppenunterschiede hochsignifikant. Statistische Signifikanz allein sagt bei mehr als 870.000 Beobachtungen jedoch wenig über die praktische Relevanz aus.

Die durchschnittliche Differenz der prozentualen Verlangsamung zwischen Männern und Frauen entsprach mit Cohen’s d = 0,22 nur einem kleinen Effekt. In der langsamsten Leistungskategorie war der Unterschied mit d = 0,57 dagegen mittelgroß und praktisch bedeutsamer.

Die Odds Ratio von 2,00 beschreibt einen klaren Unterschied in der Häufigkeit des binären 20-%-Kriteriums. Sie bedeutet aber nicht, dass jeder Mann ein hohes individuelles Risiko besitzt. Rund 82 % der Männer erfüllten das Kriterium nicht. Ebenso waren fast 10 % der Frauen betroffen.

Die Studie eignet sich daher nicht dazu, Einzelpersonen allein aufgrund ihres Geschlechts zu klassifizieren. Sie zeigt vielmehr, dass Trainer und männliche Läufer auf Populationsebene dem Anfangstempo besondere Aufmerksamkeit schenken sollten.

Empfehlungen für Training und Wettkampf

Realistische Zielzeit bestimmen

Die Zielzeit sollte aus mehreren Leistungsindikatoren abgeleitet werden. Dazu gehören aktuelle Wettkampfleistungen über 10 km und Halbmarathon, Trainingsumfang, lange Dauerläufe, Marathonerfahrung, Regenerationsfähigkeit und spezifische Einheiten im geplanten Marathontempo.

Eine rechnerische Hochrechnung aus einer kurzen Distanz kann die mögliche Marathonzeit überschätzen, wenn die spezifische Ausdauer nicht ausreichend entwickelt ist. Ein schneller Halbmarathon allein garantiert nicht, dass das entsprechende Marathonrenntempo über 42,195 km aufrechterhalten werden kann.

Anfangstempo kontrollieren

Die ersten Kilometer sollten bewusst kontrolliert gelaufen werden. Durch Adrenalin, frische Muskulatur, dichte Zuschauerreihen und große Laufgruppen erscheint das geplante Marathontempo zu Beginn häufig leichter als im Training.

Besonders ambitionierte Männer könnten von einer verbindlichen Obergrenze für die ersten 5 bis 10 km profitieren. Ein geringfügiger Zeitverlust zu Beginn ist meist leichter auszugleichen als ein massiver Einbruch auf den letzten 10 km.

Seffrin et al. (2026) empfehlen auf Grundlage ihrer Ergebnisse insbesondere Männern einen konservativeren Beginn und gegebenenfalls eine spätere Beschleunigung. Auch der systematische Review von Sha et al. (2024) unterstützt die Bedeutung einer kontrollierten und möglichst stabilen Energieverteilung.

Gleichmäßiges Pacing anstreben

Für die meisten Freizeitläufer ist ein gleichmäßiger Split oder ein leichter positiver Split realistischer als eine ausgeprägte negative Teilung. Das Ziel sollte nicht zwingend darin bestehen, die zweite Hälfte schneller zu laufen, sondern einen starken frühen Ressourcenverbrauch zu vermeiden.

Eine geringfügige Verlangsamung in der zweiten Hälfte kann physiologisch normal sein. Ein deutliches Überschreiten der geplanten Pace in der ersten Rennhälfte erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der spätere Geschwindigkeitsverlust größer ist als der anfängliche Zeitgewinn.

Marathonpace unter Vorermüdung trainieren

Lange Läufe sollten nicht ausschließlich langsam absolviert werden. Abhängig von Trainingsalter, Leistungsniveau und Verletzungsanfälligkeit können Abschnitte im geplanten Marathontempo integriert werden.

Geeignete Einheiten sind beispielsweise:

  • längere Endbeschleunigungen,
  • mehrere Marathonpace-Blöcke innerhalb eines langen Laufs,
  • progressive lange Läufe,
  • längere Tempodauerläufe unterhalb der anaeroben Schwelle.

Solche Einheiten vermitteln, ob das geplante Tempo auch nach Vorermüdung kontrollierbar bleibt. Sie sollten jedoch dosiert eingesetzt und durch ausreichende Regeneration ergänzt werden.

Kohlenhydratzufuhr erproben

Eine ausreichende Kohlenhydratverfügbarkeit kann das Risiko eines energetisch bedingten Einbruchs reduzieren. Die individuelle Zufuhrstrategie muss in langen Trainingseinheiten erprobt werden.

Je nach Leistungsdauer und Verträglichkeit sind für viele Marathonläufer etwa 30 bis 60 g Kohlenhydrate pro Stunde sinnvoll. Gut trainierte Athleten mit eingeübter gastrointestinaler Verträglichkeit können bei Verwendung verschiedener transportierbarer Kohlenhydrate höhere Mengen aufnehmen.

Diese Empfehlung wurde nicht direkt durch Seffrin et al. (2026) untersucht. Sie ergibt sich aus der allgemeinen sporternährungswissenschaftlichen Evidenz. Die Berlin-Marathon-Studie erlaubt keine Aussage darüber, ob die betroffenen Männer weniger Kohlenhydrate aufgenommen hatten als die Frauen.

Flüssigkeitszufuhr individualisieren

Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann die kardiovaskuläre und thermoregulatorische Belastung erhöhen. Eine übermäßige Zufuhr birgt dagegen das Risiko einer belastungsassoziierten Hyponatriämie.

Die Trinkstrategie sollte daher an individuelle Schweißrate, Wetterbedingungen, Laufgeschwindigkeit und Dauer angepasst werden. Das Trinken nach Durst ist für viele Freizeitläufer eine geeignete Grundorientierung. Starre, überhöhte Trinkmengen sollten vermieden werden.

Wetterbedingungen berücksichtigen

Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Wind beeinflussen die mögliche Marathonleistung. Bei Wärme muss die Zielpace reduziert werden. Das Festhalten an einer unter kühlen Bedingungen kalkulierten Zielzeit kann einen späteren Einbruch begünstigen.

Die jährlichen Schwankungen in der Studie von Seffrin et al. (2026) deuten darauf hin, dass Umweltbedingungen einen relevanten Einfluss besitzen könnten, auch wenn dieser nicht individuell quantifiziert wurde.

Technische Hilfsmittel sinnvoll einsetzen

GPS-Uhren können die Tempokontrolle unterstützen. Wegen Messfehlern, Kurven und Abweichungen von der Ideallinie sollte nicht ausschließlich die momentane Geschwindigkeit betrachtet werden. Aussagekräftiger sind manuelle Rundenzeiten an offiziellen Kilometermarkierungen oder die durchschnittliche Pace über längere Abschnitte.

Tempomacher können hilfreich sein, wenn ihre Zielzeit der realistischen eigenen Leistungsfähigkeit entspricht. Das Anschließen an eine zu schnelle Gruppe kann dagegen gerade zu Beginn ein gefährliches Gefühl subjektiver Leichtigkeit erzeugen.

Individuelle statt stereotype Beratung

Die Ergebnisse rechtfertigen keine pauschale Aussage, Frauen seien grundsätzlich taktisch klüger und Männer grundsätzlich unvernünftig. Für eine individuelle Wettkampfberatung sind Trainingszustand, Erfahrung, Zielsetzung, Gesundheit, Ernährung und frühere Marathonverläufe wichtiger als das Geschlecht allein.

Das Geschlecht kann als statistischer Hinweis dienen, sollte aber niemals die individuelle Leistungsdiagnostik und Trainingsanalyse ersetzen.

Kritische Bewertung

Stärken der Studie

Sehr große Stichprobe

c. Zufällige Schwankungen einzelner Jahre oder kleiner Untergruppen fallen weniger stark ins Gewicht.

Einheitliche Marathonstrecke

Die Konzentration auf den Berlin-Marathon reduziert die Heterogenität, die bei einer Zusammenfassung verschiedener Rennen durch unterschiedliche Streckenprofile entstehen würde. Der flache Kurs erleichtert die Interpretation von Geschwindigkeitsverlusten als Ausdruck zunehmender Ermüdung.

Langer Beobachtungszeitraum

Die 26 untersuchten Austragungen ermöglichen eine Prüfung der zeitlichen Stabilität. Der Geschlechtsunterschied blieb über mehr als zwei Jahrzehnte erkennbar, obwohl seine Größe zwischen den Jahren variierte.

Objektive Messdaten

Netto-, Halbmarathon- und Zwischenzeiten wurden elektronisch erhoben. Die Ergebnisse sind daher nicht von Erinnerungsfehlern oder subjektiven Einschätzungen der Teilnehmenden abhängig.

Detaillierte Segmentanalyse

Die Auswertung der 5-km-Zeiten zeigt nicht nur den Unterschied zwischen beiden Rennhälften, sondern auch, wann sich die Geschwindigkeitsverläufe zunehmend auseinanderentwickelten. Der stärkere männliche Einbruch zwischen Kilometer 35 und 40 besitzt hohe praktische Plausibilität.

Sensitivitätsanalysen

Die Autoren überprüften die Robustheit der Ergebnisse mit alternativen Schwellenwerten, relativen Leistungskategorien und einem um mutmaßliche Mehrfachteilnahmen bereinigten Datensatz. Dass die Hauptergebnisse dabei erhalten blieben, erhöht die interne Robustheit.

Einordnung der Effektstärken

Positiv ist, dass neben p-Werten auch Cohen’s d, Odds Ratios und Konfidenzintervalle angegeben wurden. Dadurch lässt sich zwischen statistischer Nachweisbarkeit und praktischer Größenordnung unterscheiden.

Schwächen der Studie

Keine Kausalaussagen möglich

Das retrospektive Beobachtungsdesign kann nicht belegen, wodurch die Geschlechtsunterschiede verursacht wurden. Physiologische und psychologische Erklärungen bleiben Hypothesen.

Indirekte Definition von „Hitting the Wall“

Die mindestens 20-prozentige Verlangsamung ist eine pragmatische Definition. Sie misst weder Glykogenkonzentrationen noch subjektive Symptome. Der Begriff „Hitting the Wall“ ist daher stärker als die tatsächlich erhobene Variable.

Ausschluss der Nicht-Finisher

Personen, die wegen schwerer Ermüdung, Verletzungen oder medizinischer Probleme aufgaben, fehlen. Dadurch könnte die Häufigkeit schwerer Einbrüche unterschätzt werden. Eine Verzerrung des Geschlechtervergleichs wäre möglich, wenn Männer und Frauen unterschiedliche Abbruchraten oder Abbruchgründe aufweisen.

Wiederholte Beobachtungen

Mehrfachteilnehmer konnten in verschiedenen Jahren wiederholt erfasst werden. Die Sensitivitätsanalyse reduziert die Sorge vor einer grundlegenden Verzerrung, ersetzt aber keine verlässliche individuelle Kennung. Eine Person könnte außerdem aufgrund variierender Schreibweisen nicht sicher erkannt worden sein.

Ein statistisches Mehrebenenmodell mit wiederholten Messungen pro Person wäre methodisch günstiger gewesen, war mit den verfügbaren Archivdaten jedoch nicht möglich.

Fehlende Trainingsdaten

Trainingsumfang, Häufigkeit langer Läufe, Wettkampferfahrung und persönliche Bestzeiten wurden nicht berücksichtigt. Diese Faktoren beeinflussen sowohl Zielzeit als auch Pacing erheblich.

Fehlende Ernährungsdaten

Es ist unbekannt, wie viele Kohlenhydrate und wie viel Flüssigkeit die Teilnehmenden aufnahmen. Deshalb kann nicht festgestellt werden, ob die Geschlechtsunterschiede teilweise durch unterschiedliches Ernährungs- oder Trinkverhalten entstanden.

Keine subjektiven oder psychologischen Angaben

Die Studie erfasste weder geplante Zielzeiten noch Risikobereitschaft, Selbstüberschätzung, Motivation oder subjektives Belastungsempfinden. Aussagen über männliche Selbstüberschätzung sind daher nicht empirisch aus dem Datensatz ableitbar.

Unvollständige Berücksichtigung der Umweltbedingungen

Wetterfaktoren wurden nicht umfassend für jede Person in das Hauptmodell integriert. Startzeit, individuelle Laufdauer und sich während des Rennens verändernde Bedingungen könnten den Pacingverlauf unterschiedlich beeinflusst haben.

Absolute Zielzeitkategorien

Identische Zielzeiten repräsentieren bei Männern und Frauen unterschiedliche relative Leistungsniveaus. Die zusätzliche Quintilanalyse verbessert die Vergleichbarkeit, beseitigt die grundsätzliche Problematik aber nicht vollständig.

Kleine durchschnittliche Effektstärke

Der mittlere Unterschied der Verlangsamung war mit Cohen’s d = 0,22 klein. Die große Stichprobe erzeugt sehr kleine p-Werte auch bei begrenzter praktischer Differenz. Medienberichte sollten daher nicht nur die statistische Signifikanz, sondern auch die Effektgröße und die breite individuelle Überschneidung nennen.

Interpretation der Odds Ratios

Odds Ratios werden in journalistischen Darstellungen häufig mit Risiken gleichgesetzt. Bei einer Häufigkeit von fast 18 % ist eine Odds Ratio nicht identisch mit einem relativen Risiko. Die Formulierung „fast doppelt so häufig“ wird durch die beobachteten Anteile zwar annähernd unterstützt, methodisch sollte aber zwischen Odds und Risiken unterschieden werden.

Die adjustierte Odds Ratio von 3,88 darf zudem nicht als universelles vierfaches Risiko für Männer dargestellt werden. Sie gilt für das spezifische Modell mit Kontrolle von Alter und absoluter Leistungskategorie.

Binäre Geschlechtsklassifikation

Das Ergebnisarchiv unterschied lediglich zwischen Männern und Frauen. Geschlechtsidentität, Transgenderstatus und nichtbinäre Kategorien konnten nicht untersucht werden. Auch ist nicht vollständig nachvollziehbar, ob die Klassifikationsregeln über alle Veranstaltungsjahre unverändert blieben.

Begrenzte Generalisierbarkeit

Die Studie untersucht Finisher eines flachen, großen europäischen Stadtmarathons. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Bergmarathons, Trailläufe, sehr heiße Veranstaltungen, Eliterennen oder andere kulturelle und organisatorische Kontexte übertragen.

Bewertung des Beitrags von Marcos Menocal Pareja

Der Beitrag von Menocal Pareja (2026) fasst die zentrale Aussage der Originalstudie verständlich zusammen. Die Überschrift, Männer träfen die Marathonwand fast doppelt so häufig wie Frauen, entspricht den beobachteten Anteilen von 17,63 % und 9,66 %.

Positiv ist, dass der journalistische Bericht eine komplexe wissenschaftliche Analyse für ein breiteres Publikum zugänglich macht und die praktische Bedeutung einer kontrollierten Renneinteilung betont.

Kritisch ist jedoch die Verwendung des Begriffs „Marathonwand“. Er kann den Eindruck erwecken, eine Glykogenentleerung sei direkt gemessen worden. Tatsächlich wurde ausschließlich eine Differenz zwischen Halbmarathon- und Zielzeit ausgewertet.

Auch mögliche Erklärungen wie Selbstüberschätzung, Risikobereitschaft oder geschlechtsspezifischer Glykogenverbrauch müssen als Hypothesen gekennzeichnet werden. Die Studie erfasste weder psychologische Merkmale noch Stoffwechselparameter.

Die Aussage, schnelle Männer seien bis zu sechsmal häufiger betroffen, sollte nur gemeinsam mit den absoluten Häufigkeiten von 1,42 % und 0,23 % genannt werden. Andernfalls kann ein relativ großer Unterschied bei insgesamt sehr seltenem Ereignis überdramatisiert werden.

Insgesamt ist der Beitrag journalistisch sachgerecht, solange die zugespitzte Überschrift nicht als vollständige wissenschaftliche Interpretation verstanden wird.

Empfehlungen für zukünftige Forschung

Zukünftige Untersuchungen sollten objektive Wettkampfzeiten mit individuellen Angaben verbinden. Besonders relevant wären:

  • geplante Zielzeit und tatsächliche Zielzeit,
  • persönliche Bestzeiten,
  • Zahl früherer Marathonläufe,
  • wöchentlicher Trainingsumfang,
  • Umfang der langen Läufe,
  • Renntempo im Training,
  • Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsaufnahme,
  • Körpermasse und Körperzusammensetzung,
  • Herzfrequenz- und gegebenenfalls Glukosedaten,
  • subjektive Belastung und wahrgenommenes „Hitting the Wall“,
  • Risikobereitschaft und Zielorientierung,
  • Verletzungen und akute Beschwerden,
  • individuelle Wetterexposition,
  • Erfassung von Nicht-Finishern.

Prospektive Studien könnten Läuferinnen und Läufer vor dem Start zu Zielsetzung, Strategie, Erfahrung und Ernährung befragen und diese Angaben anschließend mit dem tatsächlichen Pacingverlauf verbinden. Dadurch ließe sich unterscheiden, ob Männer häufiger unrealistische Zielzeiten wählen, schneller beginnen oder unter vergleichbaren Bedingungen stärker metabolisch ermüden.

Bei wiederholten Teilnahmen sollten eindeutige Personenkennungen verwendet werden. Mehrebenenmodelle könnten dann untersuchen, ob dieselbe Person nach einem früheren Einbruch ihr Pacing bei späteren Starts verändert.

Schlussfolgerungen

Die Studie von Seffrin et al. (2026) zeigt anhand von mehr als 873.000 Ergebnissen des Berlin-Marathons, dass männliche Finisher in der zweiten Rennhälfte durchschnittlich stärker langsamer wurden als weibliche. Eine mindestens 20-prozentige Verlangsamung trat bei 17,63 % der Männer und 9,66 % der Frauen auf.

Der Geschlechtsunterschied bestand über verschiedene Alters- und Leistungsklassen hinweg und blieb in mehreren Sensitivitätsanalysen erhalten. Besonders hoch war die absolute Häufigkeit bei männlichen Finishern mit Zielzeiten über 4:30 Stunden. Auch bei sehr schnellen Läufern unter drei Stunden bestand ein deutlicher relativer Unterschied, das Ereignis war dort jedoch bei beiden Geschlechtern selten.

Die Ergebnisse stimmen mit früheren groß angelegten Marathonanalysen überein, nach denen Männer häufiger ausgeprägte späte Tempoverluste zeigen (Smyth, 2021). Sie fügen sich außerdem in die zusammengefasste Evidenz ein, dass Frauen beim Marathon im Durchschnitt gleichmäßiger laufen (Sha et al., 2024).

Die Ursachen bleiben offen. Unterschiede im Substratstoffwechsel und in der Ermüdungsresistenz sind physiologisch plausibel (Hunter et al., 2023). Ebenso kommen Unterschiede in Zielsetzung, Anfangstempo und Risikobereitschaft infrage. Keine dieser Erklärungen wurde in der Berlin-Marathon-Studie direkt geprüft.

Die wichtigste praktische Konsequenz ist daher keine stereotype Unterscheidung zwischen Männern und Frauen, sondern die Betonung einer realistischen Zielzeit, eines kontrollierten Starts, einer stabilen Renneinteilung und einer im Training erprobten Kohlenhydratzufuhr. Besonders männliche und langsamere Marathonläufer sollten prüfen, ob ihr Anfangstempo tatsächlich ihrer spezifischen Ausdauerleistungsfähigkeit entspricht.

Wissenschaftlich sollte anstelle eines nachgewiesenen „Glykogeneinbruchs“ präziser von einer ausgeprägten Verlangsamung in der zweiten Marathonhälfte gesprochen werden. Die Studie liefert robuste epidemiologische Evidenz für einen Geschlechtsunterschied im Pacing, aber keinen Beweis für dessen biologische oder psychologische Ursache.

Literaturverzeichnis

Hunter, S. K. et al. (2023). The biological basis of sex differences in athletic performance: Consensus statement for the American College of Sports Medicine. Medicine & Science in Sports & Exercise, 55(12), 2328–2360. https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000003300

Menocal Pareja, M. (2026). Study: Men hit marathon wall nearly twice as often as women. Inside the Games.

Nikolaidis, P. T. et al. (2019). The age-related performance decline in marathon running: The paradigm of the Berlin Marathon. International Journal of Environmental Research and Public Health, 16(11), 2022. https://doi.org/10.3390/ijerph16112022

Reusser, M. et al. (2021). Increased participation and decreased performance in recreational master athletes in “Berlin Marathon” 1974–2019. Frontiers in Physiology, 12, Article 631237. https://doi.org/10.3389/fphys.2021.631237

Seffrin, A. et al. (2026). Sex differences in marathon pacing: Analysis of 873,000 Berlin marathon runners reveals men are twice as likely to “hit the wall”. Scientific Reports, 16, Article 19529. https://doi.org/10.1038/s41598-026-56334-7

Sha, J. et al. (2024). Pacing strategies in marathons: A systematic review. Heliyon, 10(17), e36760. https://doi.org/10.1016/j.heliyon.2024.e36760

Smyth, B. (2021). How recreational marathon runners hit the wall: A large-scale data analysis of late-race pacing collapse in the marathon. PLOS ONE, 16(5), e0251513. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0251513

Weitere Informationen finden Sie in:

Aderhold L. Laufen! Vom Einsteiger bis zum Ultraläufer. Inkl. Trainingspläne von 10 bis 100 km. München: Elsevier 2. Auflage 2018.

Dr. Dr. med. Lutz Aderhold

Studie beim BMW BERLIN-MARATHON: Männer stoßen fast doppelt so häufig an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit wie Frauen – Marcos Menocal Pareja in „inside the games“

author: GRR