Paul Krebs beim Zieleinlauf 1978 - Fotosammlung D. Knies
Zweifacher Rennsteiglaufsieger und Ehrenmitglied des Rennsteiglaufvereins Paul Krebs verstorben – Dr. Hans-Georg Kremer
Mitte April ist das Ehrenmitglied des „GutsMuths Rennsteiglaufvereins“ Paul Krebs im Alter von 84 Jahren verstorben. Der 1941 in Groß-Leschienen/Masuren geborene Paul Krebs, war bereits kurz nach der Gründung des GutsMuths-Rennsteiglaufvereins 1990 zum Ehrenmitglied ernannt worden.
Diese Ehre kam allen Gesamtsiegern der „Kurzen“ und der „Langen“ Strecke des Rennsteiglaufs zu. Bis zur Einführung des Halbmarathons wurde dieser Vereinsbeschluss eingehalten. Dann wurde diese Regelung aus Kostengründen aufgegeben.
Paul Krebs, der in den 1960 und 70er Jahren einer der profiliertesten Langstreckenläufer der DDR gewesen ist, startete nach Dietmars Knies wertvollem Buch, „Alle Rennsteiglaufsieger von 1973 – 2010 in Wort und Bild vorgestellt“, insgesamt sechsmal, davon einmal den Supermarathon und fünf Mal die kurze Strecke beim Rennsteiglauf. In der Statistiksammlung der Deutschen Ultramarathonvereinigung (DUV) wurden zwei Läufe gewertet: 1977 die 75km Strecke, für die er mit 5:49:40 Platz 14 belegte und 1980 als die kurze Strecke mit über 45km in die Wertung des DUV kam und Paul Krebs mit 2:57:07 h Platz drei bei den Männern belegte. 1978 und 1979 gewann Paul Krebs die damalige „Kurze Strecke“, die nicht in die Zählung der DUV kam, da sie unter 45km lang war.
Der in Potsdam lebende gelernte Maurer Paul Krebs war nach den biografischen Angaben des Leichtathletikhistorikers Klaus Amrhein als Offizier der NVA, später Sportinstrukteur und Stadionwart in Potsdam tätig. Seine sportliche Laufbahn begann beim ASK (Armeesportklub) Vorwärts Berlin (1963-65), gefolgt beim ASK Vorwärts Potsdam (1966-71) und zuletzt bei der BSG (Betriebssportgemeinschaft) Lok Potsdam.
Seine Marathonbestzeit war 2:16:14,4 h und er lief die 10.000 m in 29:07,0 min. Im Jahre 1968 wurde er DDR-Meister im Marathon, 1969 belegte er Platz zwei und 1971 wurde er Dritter. Über 10.000 m erkämpfte er 1967 ebenfalls den Meistertitel. Zudem bestritt Paul Krebs zwischen 1965 und 1969 insgesamt sechs Länderkämpfe für die DDR. Bei den „Kleinen Meisterschaften der DDR“ sowie den DDR-Meisterschaften der Alterssportler holte gewann er nach seiner leistungssportlichen Karriere zahlreiche Medaillen.
Aus dem Buch von Dietmar Knies nachfolgend eine Fragen und Antworten zum Rennsteiglauf wörtlich übernommen:
„Was hat Dich seinerzeit bewegt, am Rennsteiglauf teilzunehmen?
- K.: Alle Läufer, die ich kennen gelernt habe, waren vom Rennsteiglauf begeistert. Deshalb wollte ich diesem Phänomen auch begegnen.
Wie intensiv hast Du Dich auf den Rennsteiglauf im Jahr des Sieges vorbereitet?
K. Meine Vorbereitung begann vier Wochen vor dem Lauf mit 100 km pro Woche und am Wochenende bis zu zwei Wettkämpfen über 20 km und 25 km. Die Dauerläufe bewegten sich indes zwischen 10 km und 15 km.
- K. Was haben Dir die Siege auf dem Rennsteig damals bedeutet?
Bei den Volksläufen war der Rennsteiglauf der Höhepunkt im Jahr. Als Einordnung in die persönliche Erfolgsbilanz steht er nach den Deutschen Meisterschaften an zweiter Stelle.
Hättest Du Dir einen Sieg auch auf einer anderen Strecke auf dem Rennsteig vorstellen können
- K. Die lange Strecke hätte ich nie gewinnen können. Die Vorbereitung dafür wäre zu groß und zu aufwändig gewesen.
Bist Du heute (2010) noch aktiv?
- K. Bis zum Jahre 2006 war ich im Volkssport noch aktiv. Aber seit 2007 kann ich auf Grund einer Erkrankung keine Wettkämpfe mehr bestreiten. Es ist manchmal schon schwer, damit klar zu kommen, denn das Laufen war mein Lebensinhalt. Aber die Erkrankung bringt die Einsicht und ich bin froh, noch auf der Welt zu sein.
Was ist für Dich, unabhängig von Deinem Sieg, die eigentliche „Faszination Rennsteig“?
- K. Das Phänomen der Natur und der gesamten Landschaft ist einladend. Und es ist ein großartiges Gefühl, zur „Massenbewegung Läufer“ dazu zu gehören.“
Paul Krebs bleibt durch die ewige Bestenliste und den Gedenkstein am Ziel in Schmiedefeld für immer im Gedächtnis der Rennsteiglauf-Familie
Dr. Hans-Georg Kremer – Ziegenhainer Str. 77 – 07749 Jena – Tel.: 03641-363094 – WSV ProSeniores e.V. – Vorsitzender – Vereinskonto bei der Flessabank – Wander- und Sportverein ProSeniores e.V. – IBAN: DE97 7933 0111 0002 3408 12 – https://wsv-proseniores.de/
Vor 50 Jahren beim Rennsteiglauf (II) – Gerhard König verstorben – Dr. Hans-Georg Kremer
EN