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09
2026

Wilfried Köhnke - C 327 - (1991) am Brandenburger Tor - Foto: ©privat

Wilfried Köhnke, der Rekordfinisher beim BERLIN-MARATHON – Sein Ziel: Beim 52. BMW BERLIN-MARATHON zum 50x zu finishen.

By GRR 0

Wilfried Köhnke will beim 52. BMW Berlin-Marathon am 27. September 2026 seinen 50. BERLIN-MARATHON „finishen“.

Er ist damit der Läufer mit den meisten erfolgreichen „Ankünften“ im Ziel des BERLIN-MARATHON

Bis 2011 lag er mit Bernd Hübner (Post SV Berlin) gleichauf. Seit dieser krankheitsbedingt nicht mehr teilnehmen kann, war der Weg frei für Wilfried Köhnke.

Wilfried Köhnke (Jahrgang 1947/79 Jahre alt), ist ein Marathonläufer der besonderen Art. Er läuft keine Rekorde, er gewinnt nicht … aber er gibt nicht auf!

Köhnke hat ein besondere Passion und Interesse für Australien. Von 1976 bis 2026 besuchte er 24x dieses Land und lebt dabei bei seiner Schwester, die 1973 nach Australien eingewandert ist.

An 17 Läufen insgesamt in Australien hat er teilgenommen, so bei den Marathons in Canberra (1991), Melbourne (1993), Southport (1995), Sydney (2003), Orange (2015), Shellharbour (2022) und Pt. Stephens (2023). Am Sonnabend, dem 18. April 2026 ging er dort beim Marathon in Wollongong an den Start.

Wilfried Köhnke auf den Strassen in Wollongong (2026), Australien – Foto: privat

Er schrieb aus Australien: „Habe meinen achten Marathon (106. insgesamt) in Australien in 4:43:32 beendet“.

Das ist die stolze Bilanz von Wilfried Köhnke neben den bisher 49 BERLIN-MARATHON-Zielankünften. Sehr beeindruckend für jemanden, der sich selbst bescheiden als Breitensportler bezeichnet. Kein Freizeitläufer, aber auch kein Leistungssportler, irgendwo dazwischen liege er, sagt Köhnke.

Bis zu seiner Pensionierung 2013 lief er unter anderem, um einen Ausgleich zum Büroalltag zu haben. Mittlerweile kann er sich die Trainingszeit aussuchen, was deutliche Vorteile habe, wie er sagt. „Jetzt kann ich auch tagsüber laufen und bin in der dunklen Jahreszeit nicht mehr abends unterwegs.“

 

Wilfried Köhnke beim SCC Cross – Foto: Horst-Dieter Bellack  

1974 gewann Günter Hallas den 1. Berliner Volksmarathon – so hieß der BERLlN-MARATHON bei seiner Premiere in 2:44:53 Stunden. Köhnke war damals als Zuschauer dabei und hatte sich geschworen, niemals so etwas Verrücktes zu tun, bis ihn im Jahr darauf ein Bekannter überredete mitzulaufen.

Laufsport betreibt er seit 1966. Den ersten BERLIN-MARATHON 1974 bestritt er nicht, weil die Reporter der Fernsehübertragungen bei Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften erzählten, daß Marathon etwas für Spezialisten sei und ihm die Geschichte von Pheidippides, der nach seinem Lauf von Marathon nach Athen tot zusammenbrach, Angst machte.

Bernd Hübner (lks.) und Wilfried Köhnke beim Treffen der 1974er Veteranen in der Eierschale 2024 -Foto: Horst Milde 

Aber 1975 war er dann beim 2. BERLIN-MARATHON dabei und ihn packte dann das Marathonfieber.

Eine Siegesserie von Boris Becker, der auf drei Kontinenten gewann, inspirierte Köhnke einmal auf allen fünf Kontinenten Marathon zu laufen.

Zwischen 1991 und 1997 erfüllte er sich diesen Traum mit Läufen 1991 in Canberra (Australien), 1992 in New York, 1993 in Melbourne und New York, 1994 ebenfalls in New York, 1995 in Southport (Australien, hier lief er mit 2:55:53 seine beste Zeit im Ausland), 1996 in Hongkong und 1997 in Johannesburg. Der Marathon in Johannesburg ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben. „Dieses Gefühl, es tatsächlich geschafft zu haben, auf allen Kontinenten Marathon zu laufen, das war schon toll“, erzählt Wilfried Köhnke.

Wilfried Köhnke (r.) und Günter Hallas+ beim Läufertreffen im Schlot – Foto: Alexander von Uleniecki  

Was reizt ihn so am BMW BERLIN-MARATHON? „Die sehr schnelle Strecke, das viele Grün und die vielen Menschen, die einen so unermüdlich anfeuern“, sagt Wilfried Köhnke. Zudem ist es eine Art Heimspiel für ihn. Seit 1969 lebt und arbeitet er in Berlin. Sein erster Lauf war der Berliner Cross-Country-Lauf am Teufelsberg.

Geboren wurde Köhnke 1947 in Pritzwalk, 1955 zogen seine Eltern mit ihm nach Nordrhein-Westfalen, wo er 1966 beim TuS Wesseling mit dem Laufen begann.“Bis dahin kannte ich nur den Schulsport“, erzählt er. Von da an aber kennt er nur noch das Laufen.

Beruflich ist er Industriekaufmann und hat über 41 Jahre als Buchhalter bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (Fehrbelliner Platz) gearbeitet – sie liegt direkt an der Laufstrecke des BERLIN-MARATHON!

Wilfried Köhnke 2026 in Wollongong (2026), Australien – Foto: privat

Sechsmal pro Woche trainiert er jetzt, zwei-bis dreimal davon abends oder am Wochenende bei seinem Verein, dem Polizei SV Berlin: obwohl er nie bei der Polizei war.

Sechzig Kilometer läuft er im Schnitt pro Woche und insgesamt zwei bis drei Marathons pro Jahr. 1975 lief er seinen ersten BERLlN-MARATHON. Dafür benötigte er 3:57:05, steigerte sich zwischenzeitlich bis auf 2:44:48 (1985) und kam insgesamt elf Mal unter drei Stunden ins Ziel.

Sein grosses Ziel ist es beim 52. BMW BERLIN-MARATHON zum 50x zu finishen.

Wilfried Köhnke ist – das muss betont werden – nicht nur Marathonläufer. Er ist auf allen Lauf-Strecken ab über 1000 m zu Hause – dabei zählen keine Zeiten, sondern nur die Freude am Laufen.

Sein Laufstatistik ist umwerfend – und zieht sich über viele Seiten hin.

Jetzt ist der Fokus nur noch auf den 27. September 2026 gerichtet,

Wir wünschen ihm ein gesundes finishen“!
(030 775 91 05 – 01753488954)

Horst Milde

author: GRR