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19
08
2026

Audrey Werro - Screeshot: Horst Milde

Unter den besten Nationen Europas: Hervorragende Schweizer EM-Bilanz – Swiss Athletics

By GRR 0

Das Team von Swiss Athletics hat an der EM in Birmingham (GBR) erneut überzeugt: Mit 7 Medaillen und insgesamt 20 Top-8-Platzierungen gelang es den Schweizer Leichtathletinnen und Leichtathleten, an die historischen Erfolge der EM 2024 in Rom (ITA) anzuknüpfen.

Die Erwartungen waren aufgrund der letzten EM in Rom und der herausragenden Resultate der laufenden Saison hoch. Doch das Schweizer Leichtathletik-Team hat an der EM in Birmingham erneut überzeugt und bewiesen, dass die Schweiz zu den stärksten Leichtathletik-Nationen Europas gehört.

Die Schweizer EM-Bilanz in sieben Kapiteln:

7 Medaillen, 3 Titel, Platz 6 im Medaillenspiegel
Zum zweiten Mal in Folge ist die Schweiz im Medaillenspiegel ganz vorne mit dabei und lässt grosse und traditionelle (Leichtathletik-)Nationen wie Frankreich, Spanien oder Schweden hinter sich. Die im Vorfeld definierte Verbandszielsetzung von 7 Medaillen wurde erreicht und fällt mit 3 Titeln äusserst goldig aus. Es ist nach Rom 2024 (9 Medaillen) die zweitbeste Medaillenausbeute aller Zeiten. Zum Vergleich: Bis vor zehn Jahren lag der Schweizer EM-Medaillenrekord bei 3 Medaillen aus dem Jahr 1969! Seit 2016 wurde dieser Wert nun stets übertroffen (Amsterdam 2016: 5 Medaillen; Berlin 2018: 4 Medaillen; München 2022: 6 Medaillen; Rom 2024: 9 Medaillen; Birmingham 2026: 7 Medaillen).

Philipp Bandi, der Chef Leistungssport von Swiss Athletics, sagt: «Für eine Medaille muss selbst bei den Favoritinnen und Favoriten am Tag X ganz viel zusammenpassen. Gerade unsere arrivierten Athletinnen und Athleten haben einmal mehr gezeigt, dass sie es verstehen, sich auf den Saisonhöhepunkt in Bestform zu bringen.»

Rekord: 20 Top-8-Klassierungen
Mit etwas mehr Wettkampfglück wäre der Rom-Rekord durchaus möglich gewesen: Zu den Medaillen kommen nämlich gleich fünf 4. Plätze dazu. Insgesamt waren es in Birmingham nicht weniger als 20 Schweizer Top-8-Rangierungen. Das ist ein Rekord und übertrifft selbst die letzte EM in Rom (18 Top-8-Resultate). Im Placing Table, das alle Top-8-Platzierungen berücksichtigt, belegt die Schweiz mit 87,5 Punkten (Rom: 84 Punkte) den 8. Platz.

«Das Placing Table ist aus meiner Sicht noch etwas aussagekräftiger als der Medaillenspiegel. Es zeigt die Breite an Spitzenleistungen und die Rangierung ist viel weniger von einzelnen Ausnahmeathleten abhängig. Im Gegensatz zu 2024, als die EM in Rom vor den Olympischen Spielen stattgefunden hat, waren dieses Jahr die Europameisterschaften für alle Athletinnen und Athleten der grosse Saisonhöhepunkt. Als verhältnismässig kleines Land dürfen wir stolz sein, zu den Top-8-Nationen Europas zu gehören», sagt Philipp Bandi.

In allen Disziplinengruppen im Final
Möglich ist diese Breite an Topresultaten nur dank der gewachsenen «Disziplinenvielfalt». Erstmals überhaupt schaffte es die Schweiz in allen fünf Disziplinengruppen (Sprint/Hürden, Lauf, Sprung, Wurf, Mehrkampf) in einen Final oder in die Top 8 (Mehrkampf).

Finals mit doppelter und gar dreifacher Vertretung
Ein neues Phänomen ist, dass die Schweiz in Finals sogar mehrfach vertreten ist. Der grosse Höhepunkt war diesbezüglich der 800-m-Final der Frauen: Drei Schweizerinnen in einem Final gab es noch nie – und das erst noch im international meistbeachteten Rennen der ganzen Meisterschaften. Ein spezielles Kunststück gelang auch Timothé Mumenthaler und William Reais, die es nach Rom zum zweiten Mal hintereinander zusammen in den 200-m-Final schafften. Auch die doppelte Vertretung im 100-m-Final der Frauen war historisch! Zwei Swiss Starter in den Top 8 gab es gar noch in einem vierten Rennen: Hinter Silbermedaillengewinner Dominic Lobalu lief Jonas Raess über 10’000 m auf den starken 8. Platz.

Guter Mix zwischen Routiniers und Youngsters
Der Mix zwischen erfahrenen Athletinnen und Athleten und nachrückenden Talenten im Schweizer Team stimmt, wobei «Routine» im Schweizer Team keineswegs mit «alt» gleichzusetzen ist: Angelica Moser ist mit 28 Jahren die älteste Schweizer Einzel-Medaillengewinnerin. Leonie Hügli war mit 21 Jahren nicht nur die jüngste Frau im Schweizer Team, sondern auch die jüngste Athletin im Speer-Final. Nur ein Jahr älter sind 200-m-Finalistin Fabienne Hoenke und Zehnkämpfer Andrin Huber. Dass der grosse Durchbruch nicht bei allen so früh kommen muss, wie bei der ebenfalls erst 22-jährigen Audrey Werro, beweist Géraldine Di Tizio-Frey (29) mit ihrer beeindruckenden Leistungssteigerung in dieser Saison.

Die Staffelmedaille als Erlösung
Genau diesen Mix zeichnet auch die 4×100-m-Staffel der Frauen aus: Dass die lang ersehnte Medaille dank Platz 2 endlich Tatsache wurde, war an der EM ein absolutes Highlight und die Belohnung für jahrelange Aufbauarbeit. Eine Aufbauarbeit, die sich aber schon längst und auch ohne Staffel-Medaille bezahlt gemacht hat: «Die Resultate in der Staffel sind nur das eine. Wir haben uns über und dank diesem Staffelprojekt zu einer führenden Sprintnation in Europa entwickelt», sagt Philipp Bandi.

Die (wenigen) Enttäuschungen
«Es ist absolut normal, dass es bei einem so grossen Team auch Enttäuschungen gibt und nicht alle Athletinnen und Athleten ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen können», sagt Philipp Bandi. «Aber: der grosse Teil unseres Teams hat am wichtigsten Anlass des Jahres eine starke Leistung abgeliefert. Nur deshalb war die hervorragende Bilanz möglich.» Schweizer Athletinnen oder Athleten, die ihr ihre Möglichkeiten nicht annähernd ausschöpfen konnten, habe es hingegen kaum gegeben, sagt Bandi weiter. Es ist aber auch richtig und wichtig, dass jene Athletinnen und Athleten, die unter ihren Erwartungen bleiben, persönlich enttäuscht sind. «Nur so werden sie die richtigen Schlüsse für das nächste Mal ziehen.» Als Beispiele nennt Philipp Bandi Annik Kälin, die als Jahresweltbeste nach durchwegs soliden Leistungen mit dem undankbaren 4. Platz Vorlieb nehmen musste oder Leonie Hügli, die nach ihrem Schweizer Rekord und dem Sieg in der Qualifikation im Final Lehrgeld zahlen musste und wichtige Erfahrungen für die Zukunft sammeln konnte.

Die Schweizer Fans: Europameisterlich!
Und zu guter Letzt: Neben Top-Athletinnen und -Athleten kann die Schweiz auch auf eine wachsende Community an Leichtathletik-Fans zählen. Die Schweizer Flaggen und die Kuhglocken-Klänge waren im und ums Alexander Stadium omnipräsent. Die täglichen Feiern beim Chalet von Swiss-Athletics-Leading-Partner Le Gruyère AOP begeisterten nicht nur die Schweizer Fans.

«Im Namen des ganzen Teams möchte ich mich bei unseren Fans ganz herzlich bedanken. Die Unterstützung, welche unser ganzes Team von den Fans erhalten hat, war schlichtweg europameisterlich», sagt Philipp Bandi.

Link zum Bilanz-Interview von SRF Sport mit Philipp Bandi

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