Blog
23
07
2026

Schweizer Leichtathletik Meisterschaften 2025 2025 - Foto: Swiss Athletics

Schweizer Stars wollen bei der EM-Hauptprobe im Letzigrund gross auftrumpfen – Swiss athletics

By GRR 0

Die Schweizer Meisterschaften am Samstag und Sonntag im Stadion Letzigrund in Zürich sind das grosse Highlight der nationalen Leichtathletiksaison 2026.

Nachdem die besten Schweizer Athletinnen und Athleten in der laufenden Saison schon oft international für Furore gesorgt haben, bietet sich den Fans die Chance, diese zwei Wochen vor der EM in Birmingham (GBR) in Aktion zu sehen. Die Schweizer Elite wird nahezu lückenlos am Start sein.

Das Stadion Letzigrund bietet am Wochenende die perfekte Kulisse für die Schweizer Meisterschaften, die den Abschluss der Qualifikationsperiode für die EM in Birmingham (10. bis 16. August) markieren. Stand jetzt haben 30 Schweizer Athletinnen und Athleten entweder eine oder mehrere Limiten erfüllt oder als Titelverteidigerinnen bzw. Titelverteidiger eine Wildcard auf sicher. Für viele weitere geht es darum, sich mit einem starken Resultat an der SM wichtige Punkte für die «Road to Birmingham» von European Athletics zu sichern, die bei der Vergabe der EM-Startplätze massgebend ist.

Nachdem vor zwei Jahren in Rom (ITA) 60 Schweizer Athletinnen und Athleten für eine EM-Rekorddelegation sorgten, rechnet Philipp Bandi, Chef Leistungssport von Swiss Athletics, für Birmingham mit einem ähnlich grossen Team. Die Leistungsdichte hat in den letzten Jahren in mehreren Disziplinen markant zugenommen und die Schweizer Leichtathletik ist an der Spitze so breit aufgestellt wie nie zuvor. Der sportliche Erfolg hat unter anderem zur Folge, dass die SM in den Disziplinen 100 m und 800 m der Frauen sowie 400 m der Männer als Trials für die EM durchgeführt werden. Dies ist notwendig, weil an der EM in jeder Disziplin pro Land und Geschlecht maximal drei Athletinnen und Athleten (zuzüglich Wildcards) startberechtigt sind. In den drei erwähnten Disziplinen sind aktuell mehr als drei Athletinnen/Athleten auf Grund ihrer Position in der «Road to Birmingham» selektionierbar.

Hochspannung in den Sprints der Frauen
Eine unglaubliche Leistungsdichte herrscht seit mehreren Jahren im Sprint der Frauen. Mit Géraldine Di Tizio-Frey (LK Zug), Salomé Kora (LC Brühl), Ajla Del Ponte (US Ascona) und Xenia Buri (LC Kirchberg) haben vier Athletinnen die 100-m-Limite von 11,18 Sekunden erfüllt. Für Buri ist die EM indes kein Thema, ihre Saisonhöhepunkt ist die U20-WM Anfang August in Eugene (USA), doch mehrere weitere Sprinterinnen können sich auf Grund ihrer Platzierung in der «Road to Birmingham» realistische Hoffnungen auf einen EM-Start machen. Mujinga Kambundji (STB) – siebeneinhalb Monate nach der Geburt ihres Sohns Léon vor kurzem ins Wettkampfgeschehen zurückgekehrt – wird am Samstag zu einem höchst spannenden Geschehen beitragen. Diese Ausgangslage verleiht dieser Disziplin eine besondere Würze.

Im 200-m-Sprint der Frauen geht die Schweizer U23-Rekordhalterin Fabienne Hoenke (LV Fricktal) als Schweizer Saisonschnellste ins Rennen. Vorjahressiegerin Léonie Pointet (CA Riviera) hat die EM-Limite ebenfalls erfüllt.

In den 100- und 200-m-Sprints der Männer sind die Blicke der Zuschauerinnen und Zuschauer insbesondere auf den 200-m-Europameister Timothé Mumenthaler (Stade Genève) und den EM-Dritten William Reais (LC Zürich) gerichtet. Über die 100 m steigt der U20-Athlet Akira Eghagha (CHP Genève) mit einem Wert von 10,16 Sekunden als Saisonschnellster in die Startblöcke. Im Kampf um Gold will der Schweizer U23- und U20-Rekordhalter seinen älteren Gegnern tüchtig einheizen.

Erster Heim-Auftritt von Haydn Brotschi
Zu einer Premiere kommt es im 400-m-Sprint der Männer. Mit 45,20 Sekunden unterbot der in den USA lebende Haydn Brotschi (LV Langenthal) Mitte Mai in Princeton (USA) die EM-Limite. Die SM ist der erste Wettkampf des 21-Jährigen in der Schweiz und er wird sich dabei insbesondere gegen den Titelverteidiger Lionel Spitz (Adliswil Track Team, EM-Limite ebenfalls erfüllt), den EM-Zweiten von 2022 Ricky Petrucciani (LC Zürich) und Vincent Gendre (Athletica Veveyse) behaupten müssen.

Doppelstart von Audrey Werro – Wipfli misst sich mit Pelizza
Wie schon in den letzten Jahren sind die 800 m der Frauen eines der Highlights des Wochenendes. Neben der Überfliegerin Audrey Werro (CA Belfaux), die mit der unglaublichen Zeit von 1:53,80 Minuten die Jahres-Weltbestenliste überlegen anführt, haben auch Lore Hoffmann (ATHLE.ch), Veronica Vancardo (CA Fribourg) und Valentina Rosamilia (BTV Aarau) die EM-Limite von 1:59,80 Minuten unterboten. Auf der «Piste magique» des Letzigrunds geht es für sie darum, sich einen der drei Startplätze in Birmingham zu sichern. Werro hat sich entschieden, im Sinne eines Härtetests an der SM am Samstag vor dem 800-m-Vorlauf auch den Vorlauf über 400 m zu bestreiten. In dieser Disziplin hält die 22-jährige Freiburgerin mit 51,33 Sekunden die nationale Saisonbestzeit. Der 800-m-Final steht am Sonntag um 15.20 Uhr im Programm. Dieses Programm ist für Werro eine Vorbereitung auf die EM, wo die Halbfinals und der Final innerhalb von zwei Tagen stattfinden.

Hochspannung verspricht auch der 800er der Männer, wo es zum Direktvergleich zwischen Ramón Wipfli (STB, EM-Limite erfüllt), Ivan Pelizza (LC Zürich) und Robin Oester (LC Regensdorf) kommt. In den Rennen über 1500 m gehört die Favoritenrolle dem 10’000-m-Europameister Dominic Lobalu (LC Brühl) und Joceline Wind (Biel/Bienne Athletics). Im 5000er der Männer wollen Jonas Raess (LC Regensdorf), Morgan Le Guen (Together Athletics Club) und Nino Freitag (LV Winterthur) eine starke Leistung abliefern.

Jason Joseph und Annik Kälin wollen Hürden-Gold
Über 110 m Hürden winkt dem nationalen Rekordhalter Jason Joseph (LC Therwil) die Chance, sein neuntes SM-Gold in Serie unter freiem Himmel zu gewinnen. Über 100 m Hürden leider nicht am Start ist die Weltmeisterin Ditaji Kambundji (STB), die sich beim Aufwärmen vor dem Diamond-League-Meeting Ende Juni in Paris (FRA) eine Zerrung im vorderen Oberschenkel zuzog. Kambundji setzt alles daran, rechtzeitig für die EM voll einsatzfähig zu sein. Ein Start an der SM käme für sie noch zu früh. Favoritin auf Gold ist die Mehrkämpferin Annik Kälin (AJ TV Landquart), die die nationale Saisonbestenliste mit 12,60 Sekunden anführt. Mit ihr sind zwei Athletinnen mit von der Partie, die in dieser Saison schon unter 13 Sekunden gelaufen sind: Larissa Bertényi (LC Brühl, EM-Limite erfüllt) und die U20-Europameisterin Jil Sanchez (TSV Steinen). Letztere hat ihren Fokus wie Xenia Buri auf die U20-WM ausgerichtet.

Angelica Moser will den 10. Titel
In den technischen Disziplinen ist die Stabhochspringerin Angelica Moser (LC Zürich) einer der Stars des Wochenendes. Die Europameisterin ist in der laufenden Saison in der Diamond League nicht weniger als vier Mal in die Top 3 gesprungen, wobei sie in Paris (FRA) siegte. An der von ihrem Verein organisierten SM bietet sich ihr die Chance, ihr 10. Outdoor-Gold und den 20. nationalen Titel in Serie zu gewinnen. Setzt sich die Favoritin durch, wäre dies der eindrückliche Beweis von jahrelanger Konstanz auf höchstem Niveau.

Simon Ehammer (TV Teufen), der im Weitsprung und über 110 m Hürden angemeldet war, muss auf die SM verzichten. Nach einer am Freitag vor knapp zwei Wochen in Monaco erlittenen leichten Oberschenkelblessur wäre ein Start für ihn zu riskant.

Wie weit werfen Leonie Hügli und Simon Wieland?
In den Wurfdisziplinen verdient das Speerwerfen ein besonders grosses Interesse des Publikums. Bei den Frauen ist Leonie Hügli (LC Kirchberg) der Shootingstar der Saison. Die 21-jährige Bernerin hat als erste Schweizerin die 60-m-Marke übertroffen, warf zweimal Schweizer Rekord und liegt mit 62,18 m aktuell an fünfter Position der europäischen Saisonbestenliste. Gelingt ihr ein wunschgemässer Wettkampf, wird sie ihr erstes SM-Gold gewinnen. Bei den Männern ist Simon Wieland (STB) der Favorit. Er kehrt erstmals in dasjenige Stadion zurück, in dem er im vergangenen August bei Weltklasse Zürich erstmals weiter als 80 m warf. Wenige Wochen später stellte er bei seiner WM-Premiere in Tokio (JPN) mit 82,26 m einen Schweizer Rekord auf. Auch Franck Di Sanza (LAC TV Unterstrass), der eine Saisonbestleistung von 78,59 m vorweist, ist eine Topleistung zuzutrauen.

Im Kugelstossen treten Miryam Mazenauer (TV Teufen) und Stefan Wieland (STB) als Führende der nationalen Saisonbestenliste an. Sie beide haben gute Chancen, sich via «Road to Birmingham» einen EM-Startplatz zu sichern.

825 Disziplinenstarts in zwei Tagen
Insgesamt haben sich 667 Athletinnen und Athleten für 825 Disziplinenstarts angemeldet. Ausführliche Vorschauen mit der Ausgangslage in sämtlichen Disziplinen werden im Lauf der Woche auf der Website von Swiss Athletics aufgeschaltet. Wie üblich berichtet Swiss Athletics auf Instagram und Facebook umfassend über die wichtigsten Entscheidungen des SM-Wochenendes, in Zusammenarbeit mit der Leichtathletik-Plattform ATHLE.ch. Zahlreiche Bilder werden laufend auf der Website unseres Foto-Partners athletix.ch aufgeschaltet.

Parasportler in SM-Disziplinen mit dabei
Im Rahmen der Schweizer Meisterschaften wird auch in diesem Jahr die Inklusion gelebt. Abassia Rahmani (LV Winterthur) und Elijah Thommen (LG Oberbaselbiet/BTV Sissach) gehören zu den Aushängeschildern der nationalen Para-Leichtathletik und gehen über 100 m bzw. im Weitsprung an den Start.

Live-Stream auf der Website von Swiss Athletics
Tickets für die Schweizer Meisterschaften können auf der SM-Website bezogen werden, wobei Member von Swiss Athletics von 50 Prozent Ermässigung profitieren. Die SM wird auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen in einem Live-Stream auf der Website von Swiss Athletics übertragen (mit deutschem und französischem Kommentar von Philippe Bandi und Ladina Ziani).

Das SRF strahlt an beiden Wettkampftagen eine Teilaufzeichnung mit den Highlights aus: Am Samstag zwischen 19 und 19.30 Uhr, am Sonntag zwischen 16.50 und 18 Uhr). Auch RTS und RSI berichten im TV und/oder online über die wichtigsten Entscheidungen.

Beat Freihofer (Medienverantwortlicher Swiss Athletics): E-Mail beatfreihofer@swiss-athletics.ch

Zur SM in Zürich (Tickets, Infos, usw.)
Zu Teilnehmerliste und Resultaten
Zum Live-Stream von Swiss Athletics
Zur Datenbank der SM-Medaillengewinner
Zur Übersicht der Wettkämpfe der Swiss Starters und World Class Potentials
Zum Limitenbulletin von Swiss Athletics
Rückblick auf die vergangene Woche

Diesen Namen müssen sich die Schweizer Leichtathletikfans merken: Die Speerwerferin Leonie Hügli (LC Kirchberg) setzte Mitte Mai in Halle (GER) mit einem Schweizer Rekordwurf auf 61,94 m ein Ausrufezeichen. Bei Spitzen Leichtathletik Luzern tritt sie erstmals in diesem Jahr in der Schweiz an. Auch von einem heftigen Gewitter, das für einen rund 30-minütigen Wettkampf-Unterbruch sorgt, lässt sie sich nicht irritieren. Im sechsten Versuch wirft sie den 600 Gramm schweren Speer 62,18 m weit und lässt sich danach vor der ausverkauften Haupttribüne feiern. Europaweit haben in diesem Jahr nur vier Athletinnen weiter geworfen.

Angelica Moser (LC Zürich) liefert in diesem Sommer eine Klasseleistung nach der anderen ab. In der Diamond League springt die 28-jährige Andelfingerin nicht weniger als vier Mal in die Top 3 – in Paris (FRA) sogar als Siegerin – und auch bei ihrem Auftritt in Luzern gibt sie sich keine Blösse. Nachdem ein kräftiges Gewitter über das Leichtathletikstadion Allmend hinweggefegt ist, überspringt sie als einzige Athletin 4,61 m und kann sich von den 6000 Fans als Siegerin feiern lassen. Der EM in Birmingham (GBR, 10. bis 16. August) kann die Schweizer Rekordhalterin zuversichtlich entgegenblicken.

41 Schweizer Nachwuchstalente mit den Jahrgängen 2009 und 2010 stehen von Freitag bis Sonntag in Rieti (ITA) an der fünften Austragung der U18-EM im Einsatz. Für sie geht es in erster Linie darum, Erfahrungen für ihre weitere Karriere zu sammeln. Vier von ihnen schaffen es mit herausragenden Leistungen aufs Podest. Eine Goldmedaille für das Schweizer Team gewinnt Aimie Decrausaz (US Yverdon). Die 16-jährige Waadtländerin dominiert das 3000-m-Rennen von A bis Z und läuft nach 9:06,60 Minuten als überlegene Siegerin ins Ziel. Damit stellt sie einen Meisterschaftsrekord sowie einen Schweizer U18-Rekord auf.

Rückblick auf die vergangene Woche

Mina Hirsbrunner und Jevin Rasanayagam sorgen in Rieti für das Schlussbouquet
Aimie Decrausaz und Jonas Beutler gewinnen an U18-EM Gold und Silber
41-köpfiges Team für die U20-WM in Eugene selektioniert
Leonie Hügli brilliert in Luzern mit Schweizer Rekord

author: GRR