Symbolbild - Foto: Horst Milde
Robert-Koch-Institut (RKI): Gesundheit in Deutschland 2025 – Dr. Dr. med. Lutz Aderhold
1. Hintergrund: Panel „Gesundheit in Deutschland“ des RKI
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat mit dem Panel „Gesundheit in Deutschland“ eine neue, kontinuierliche Dateninfrastruktur zur Erfassung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung etabliert.
Dieses Panel basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von mehr als 40 000 Personen ab 16 Jahren, die regelmäßig – überwiegend online – zu verschiedenen Gesundheitsaspekten befragt werden.
Ziele des Panels:
Monitoring der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung,
Erfassung körperlicher, psychischer, sozialer und versorgungsbezogener Gesundheitsaspekte,
Bereitstellung datenbasierter Evidenz für Politik und Präventionsmaßnahmen,
Fortführung und Aktualisierung von Trends über die Zeit.
Das Panel wird regelmäßig weiterentwickelt – z. B. durch die Einbeziehung von Mess- und Labordaten sowie Daten aus digitalen Gesundheitsgeräten und Sekundärdaten aus Krankenversicherungen.
2. Kernergebnisse 2025
Gesundheitliche Selbsteinschätzung
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Nur 64,2 % der Erwachsenen in Deutschland gaben an, ihre Gesundheit als sehr gut oder gut einzuschätzen – ein Rückgang von über 3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Chronische Krankheiten und Gesundheitsprobleme
-
Mehr als die Hälfte (53,7 %) der Befragten berichtete über chronische Krankheiten oder anhaltende Gesundheitsprobleme.
Psychische Gesundheit
-
21,9 % zeigten eine depressive Symptomatik.
-
Die Daten umfassen nun auch Indikatoren zu psychischem Wohlbefinden und Angst-Symptomen.
Soziale Ungleichheiten
- Deutliche Unterschiede wurden zwischen Bevölkerungsgruppen festgestellt:
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Personen mit niedrigerem Bildungsniveau schätzen ihre Gesundheit deutlich schlechter ein als höher Gebildete.
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Mit zunehmendem Alter nehmen körperliche Einschränkungen zu, während jüngere Erwachsene häufiger psychisch belastet sind.
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Weitere Themen im Monitoring
Das Panel deckt auch ab:
- körperliche Einschränkungen,
- nicht-tödliche Verletzungen,
- Versorgungsqualität von chronisch Kranken,
- Gesundheitskompetenz und Ernährung,
- gesundheitliche Belastungen durch den Klimawandel.
3. Bewertung der Gesundheit in Deutschland 2025
Positiv
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Repräsentative, aktuelle Datenbasis: Das RKI liefert erstmals laufend aktuelle und methodisch robuste Daten zur gesundheitlichen Lage der Bevölkerung.
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Breites Themenspektrum: Neben körperlicher Gesundheit werden psychische Gesundheit, soziale Ungleichheiten und Versorgungserfahrungen erfasst – wichtige Faktoren für die moderne Public-Health-Steuerung.
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Daten für Prävention & Politik: Die Ergebnisse können als solide Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen und gezielte Präventionsprogramme dienen.
Herausforderungen
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Abnehmende Gesundheitszufriedenheit: Der Rückgang der selbst eingeschätzten Gesundheit weist auf zunehmende Belastungen und möglicherweise auf wachsende medizinische Bedürfnisse in der Bevölkerung hin.
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Hohe Prävalenz chronischer Erkrankungen: Mehr als die Hälfte der Erwachsenen berichtet über lang bestehende Gesundheitsprobleme, was langfristige Versorgungs- und Kostenfragen aufwirft.
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Psychische Belastungen: Der Anteil mit depressiven Symptomen ist mit rund einem Fünftel erheblich – das zeigt die Bedeutung mentaler Gesundheit als Public-Health-Thema.
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Soziale Gesundheitsunterschiede: Die starken Unterschiede nach Bildungsstatus und Alter weisen darauf hin, dass soziale Determinanten weiterhin ein zentrales gesundheitspolitisches Thema sind.
- Methodische EntwicklungDas neue Panel ersetzt ältere, weniger flexible Erhebungsmethoden und gilt als moderner Indikator für die Bevölkerungs-Gesundheit.Methodische Innovationen (z. B. Integration digitaler Datenquellen) sollen zukünftige gesundheitliche Trends noch besser abbilden.
Fazit
Der RKI-Bericht bzw. die erste Auswertung des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2025 zeichnet ein differenziertes Bild:
Während viele Menschen ihre Gesundheit allgemein noch positiv bewerten, zeigen die Daten eindeutige Trends zu mehr chronischen Krankheiten, psychischer Belastung und sozialen Ungleichheiten.
Das neue Panel ist ein wichtiges Instrument für Public Health, das aussagekräftige, aktuelle Daten liefert und politischen wie gesundheitlichen Akteuren hilft, gezielter Maßnahmen zu entwickeln.
Dr. Dr. med. Lutz Aderhold
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