Rennsteiglauf - Foto: Sascha Fromm / DIGITAL
Rennsteiglaufhistorie – vor 50 Jahren – Dr.Hans-Georg Kremer
Nach mehreren Schriftwsechseln und Beratungen lag die erste Fassung am 19. November 1976 vor. Sie lehnte sich weitestgehend an die Ausschreibung des Jahres 1976 an, lediglich beim genaueren Lesen stellt man fest, dass unter den organisierenden Sportgemeinschaften Chemie Schwarza neu auftaucht.
Hierbei handelt es sich um die Betriebssportgemeinschaft Chemie Schwarza bei Rudolstadt, die damals mit über 2.000 Mitgliedern als eine der größten in Thüringen galt.
Zur Vorgeschichte gehört, dass 1976 der damalige Leiter des Arbeitsbereiches Agi. Pro. Des Organisationskommitees des GutsMuths-Rennsteiglaufs beruflich von der Universität Jena zum Chemiefeserkombinat Schwarza gewechselt war. Hier war er u. a. auch für den Sport mit zuständig. Gleichzeitig blieb er aber „Lauftreffleiter“ in Jena.
Eine seiner ersten Aktivitäten war die Einreichung eines „Neuervorschlages“ zur Schaffung einer Laufgruppe für die Verbesserung der „Gesundheitssportangebote“. Daraufhin veröffentlichte die Betriebszeitung des Chemiefaserkombinats „Brennpunkt“ einen Artikel mit folgendem Inhalt:
Wer möchte 1977 am GutsMuths – Rennsteiglauf teilnehmen?
In den letzten Jahren entwickelte sich die Laufbewegung in unserer Republik zusehend zu einem echten Volkssport. Tausende Anhänger in der ganzen DDR finden durch die regelmäßige Teilnahme an Meilen-, Straßen-, Crossläufen und Leistungswanderungen Ausgleich und Entspannung von der täglichen Arbeit. Vor allem Werktätige, die vorwiegend sitzend tätig sind, gehören zu den begeisterten Läufern und nutzen damit diese Möglichkeit zur Erhaltung ihrer Gesundheit und Stärkung ihrer Schaffenskraft.
Das Laufen und Wandern zeichnet sich durch eine ganze Reihe von Vorzügen, besonders für den Freizeit- und Erholungssport, aus:
- Hoher gesundheitlicher Wert durch ganzkörperliche Belastung im Ausdauerbereich;
- Keine altersmäßigen und geschlechtsspezifischen Beschränkungen und daher als Sport für die ganze Familie geeignet;
- Zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung möglich;
Ohne technische Vorkenntnisse zu betreiben;
- Geringer persönlicher und gesellschaftlicher Aufwand.
Zu einem wichtigen Höhepunkt in der Lauf- und Wanderbewegung hat sich in den letzten Jahren der GutsMuths-Rennsteiglauf entwickelt.
Für die 1 500 Teilnehmer, darunter auch einige Sportler der BSG Chemie Schwarza war er 1976 ein einmaliger Höhepunkt.
1977 werden es über 2 000 Sportler sein, die auf die 40 bzw. 80 km lange Strecke gehen werden.
Die meisten Starter wollen mit dieser einmaligen Mammutbelastung ihre körperliche Leistungsfähigkeit überprüfen. Der eigentliche Wert dieses Laufes liegt bei der Stimulierung, die er für das regelmäßige Training darstellt.
Die bisher vorliegenden sportmedizinischen Erkenntnisse zeigen, daß die minimale Vorbereitung nicht unter 6 Monaten bei einem wöchentlichen Trainingspensum von 25 km liegen sollte. Das bedeutet, daß Interessenten am GutsMuths-Rennsteiglauf 1977, der am 21. Mai gestartet wird, jetzt mit dem regelmäßigen Laufübungen beginnen müßten.
In diesem Jahr besteht das Projekt, interessierte Betriebsangehörige in einer speziellen Trainingsgruppe der BSG Schwarza zusammenzufassen. Um ein optimales Training aufbauen zu können, wurden die jahrelangen wissenschaftlichen Untersuchungen der Sportmediziner der Friedrich-Schiller-Universität ausgewertet.
Sportler der HSG Uni Jena waren es, die Anfang der siebziger Jahre mit dem Aufbau des GutsMuths-Rennsteiglaufes begannen. Vier Läufer starteten 1973 zum ersten Male über eine Strecke von 100 km.
Ausgangspunkt war die Hohe Sonne bei Eisenach und Ziel in Masserberg. Diesen 100 km langen Abschnitt des Rennsteiges durchliefen sie in 9 Stunden und 55 Minuten.
In den folgenden Jahren stieg die Teilnehmerzahl rasch an.
Die umfangreichen organisatorischen Arbeiten (Streckenmarkierung, Verpflegung, Betreuung usw.) waren nur durch eine enge freundschaftliche Zusammenarbeit von 17 Sportgemeinschaften der Bezirke Erfurt, Gera und Suhl möglich.
Die sportmedizinischen Ergebnisse zeigen, daß ein solcher Supermarathon bei entsprechender Vorbereitung gesundheitlich vertretbar ist. Entsprechende Propaganda und strenge sportmedizinische Parameter für die Teilnahmeberechtigung sorgten dafür, daß sich die meisten der 1 500 Teilnehmer ordentlich vorbereitet an den Start begaben.
Interessierte Betriebsangehörige, die sich der Trainingsgruppe anschließen wollen, setzen sich bitte mit dem Sportbüro in Verbindung.
Dr. Kremer – Direktorat Kultur und Sozialwesen

Kurze Zeit später konnte in der Lokalpresse bereits über die Gründung der Laufgruppe berichtet werden. Als Paten waren bei den ersten Trainingseinheiten auch einige Läuferinnen und Läufer der Laufgruppe der HSG Uni Jena mit anwesend, die dann noch einige Zeit freundschaftliche Verbindungen nach Schwarza pflegten. So beteilgten sich Schwarzaer Läufer regelmäßig an den von der HSG Laufgruppe organisierten „Obergneuser Geländelaufe“ im Rahmen der Rennsteiglaufvorbereitung.


Vom ersten Trainingslauf ist noch ein Foto erhalten geblieben, auf dem links Gerhard Rötzschke und daneben Adelheid Zinßer aus der Jenaer Gruppe zu sehen sind.
Dr. Hans-Georg Kremer
Ziegenhainer Str. 77
07749 Jena
Tel.: 03641-363094
WSV ProSeniores e.V. . Vorsitzender – Vereinskonto bei der Flessabank – Wander- und Sportverein ProSeniores e.V. – IBAN: DE97 7933 0111 0002 3408 12
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