Niko Kappel - Foto: Tom Weller / DBS
Para Leichtathletik-DM 2026 : Niko Kappel kratzt bei Hitze in Dresden am Weltrekord – Deutscher Behindertensportverband – DBS
Das Heinz-Steyer-Stadion in Dresden erwies sich am Wochenende als heißes, aber gutes Pflaster für die Deutsche Meisterschaft in der Para Leichtathletik 2026, die nach der Absage der Europameisterschaften und der Junioren-Weltmeisterschaften zum Saisonhöhepunkt wurde.
Vor allem Kugelstoßer Niko Kappel glänzte, auch auf der Bahn gab es starke Leistungen.
Ein Kracher zum Einstieg: Mit 14,78 Meter zeigte der kleinwüchsige Kugelstoß-Weltmeister Niko Kappel sofort: heute geht was. 14,92 Meter und 14,91 Meter in den nächsten beiden Versuchen waren ebenfalls Weltklasse.
Auch die 11,16 Sekunden über 100 Meter von Marcel Böttger mit Guide Alexander Kosenkow waren international hochwertig, nur drei Hundertstel blieben beide über ihrem deutschen Rekord. Phil Grolla konnte seine 10,79 Sekunden von Mannheim nicht bestätigen, lieferte mit 10,92 Sekunden aber ebenfalls eine Top-Zeit ab. Spannend war auch das 400-Meter-Duell zwischen Nele Moos und Jule Roß, die beiden Leverkusenerinnen zeigten mit 61,10 Sekunden und 58,94 Sekunden schnelle Zeiten, Roß blieb zudem in 12,49 Sekunden über 100 Meter nur zwei Hundertstel über ihrem deutschen Rekord.
„Ich habe mich besonders gefreut, dass die Leistungen trotz der wirklich schlimmen Bedingungen mit der Hitze doch wirklich ganz gut waren“, sagte Bundestrainerin Marion Peters: „Die 61er-Zeit von Nele Moos fand ich sehr, sehr gut, auch Jule Roß hat total überzeugt und Niko Kappel sowieso mit seinen fast 15 Metern, das war eine tolle Show.“
Bemerkenswert fand Peters auch die 12,42 Sekunden und 12,48 Sekunden über 100 Meter von Kobe-Weltmeister Léon Schäfer. Lindy Ave kam nach ihrer starken Zeit in der Vorwoche auf 12,99 Sekunden über 100 Meter und Andreas Walser präsentierte sich in 11,15 Sekunden über 100 Meter und 52,39 Sekunden über 400 Meter auf einem guten Weg nach seiner Umschulung vom Weitspringer zum Sprinter.
Weltmeister Max Marzillier lieferte mit 50,70 Sekunden über 400 Meter eine gute Zeit ab, Francés Herrmann warf den Speer auf 17,03 Meter, Kim Vaske stieß 11,18 Meter und Katrin Müller-Rottgardt kam auf 4,94 Meter im Weitsprung.
Beim Nachwuchs stachen Linus Specht mit 1,88 Metern im Hochsprung, Rennrollstuhlfahrer Amos Donath, der alle Rennen alleine bestreiten musste und Julian Höhne mit deutschem Rekord über 100 Meter in 11,30 Sekunden hervor. „Zudem habe ich mich gefreut, dass Lise Petersen nach ihrer Schulterproblematik wieder werfen konnte, da fand ich die 35,96 Meter echt ganz gut“, sagte Bundestrainerin Marion Peters.
International gab es mit 9,23 Metern der niederländischen Kugelstoß-Paralympicssiegerin Lara Baars und 5,18 Metern der Schweizer Vize-Weltmeisterin Elena Kratter im Weitsprung ebenfalls herausragende Ergebnisse zu bestaunen. Nun hofft Peters, dass ihre Athletinnen und Athleten die Saison mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Juni 2027 im usbekischen Taschkent nutzen können, um sich weiter zu verbessern und zu empfehlen: „Die Deutsche Meisterschaft in Dresden war in jedem Fall ein großer Erfolg und auch ein Vorgeschmack auf Usbekistan, wo es vermutlich ähnlich heiß und trocken werden soll. Mein großer Dank gilt den Organisatoren und den Kampfrichtern, die diese Meisterschaften erst möglich gemacht haben.“
Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen.
Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.
Nico Feißt / D
Deutscher Behindertensportverband und
Nationales Paralympisches Komitee (DBS) e.V.
Im Hause der Gold-Kraemer-Stiftung
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