Das Forschungsprojekt von Tobias Weiss, Miaomiao Sun und Maciej Bialasek behandelt, wie eine neuartige Makrophagen-basierte Zelltherapie Krebsmedikamente gezielt und sicher direkt zu Tumorzellen im Gehirn transportieren kann und eine Antitumor-Immunantwort auslöst. - Foto: Universität ürich - UZH
Onkologie Forschungspreis für neue Zelltherapie gegen den aggressivsten Hirntumor – Universität Zürich – UZH
Die UZH-Forschenden Miaomiao Sun und Tobias Weiss erhalten einen Pfizer Forschungspreis 2026. Ihr Projekt dreht sich um neue Behandlungen gegen das Glioblastom.
Das Glioblastom ist der häufigste bösartige hirneigene Tumor bei Erwachsenen. Die Überlebenschancen der Betroffenen sind nach wie vor gering. Ein Hauptgrund dafür ist, dass Medikamente den Tumor oft nicht ausreichend erreichen.
Ausserdem können Gliom-Tumorzellen gewisse Immunzellen – insbesondere Makrophagen – anlocken und mit ihnen so interagieren, dass eine tumorfördernde Mikroumgebung entsteht.
Der Neurologe Tobias Weiss und die Biologin Miaomiao Sun von der Universität Zürich und dem Universitätsspital Zürich machten sich diesen Tumormechanismus für einen neuen Behandlungsansatz zunutze: Gemeinsam mit Magdalena Krol und Maciej Bialasek, ihren Kooperationspartner des Biotechs Cellis und der Universität Warschau, setzten sie Makrophagen gezielt als Zelltherapie ein, um die Krebsmedikamente sicher und zielgerichtet zum Tumor zu transportieren. Für diese Forschung erhalten sie einen Pfizer Forschungspreis 2026.
Vielversprechende Ergebnisse
Die Wissenschaftler:innen modifizierten Makrophagen so, dass sie Medikamente transportieren können, und statteten sie mit dem Krebsmedikament MMAE aus. Anschliessend testeten sie diese Makrophagen-Medikamente-Komplexe in verschiedenen Maus- und humanen Glioblastom-Modellen. Die beladenen Makrophagen konnten den Wirkstoff gezielt an Tumorzellen im Gehirn abgeben und lösten gleichzeitig eine andauernde Antitumor-Immunantwort aus.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: In präklinischen Glioblastom-Modellen zeigte die getestete Therapie eine starke Antitumorwirkung, verlängerte das Überleben Tumor-tragender Mäuse und konnte bei einem Teil der Mäuse eine Immunantwort gegen die Tumore stimulieren, die zu langanhaltender Tumorkontrolle führte.
Durch die Kombination aus direkter Tumorzerstörung und Aktivierung des Immunsystems eröffnet der Ansatz eine vielversprechende neue therapeutische Perspektive für Patient:innen mit Glioblastom.
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