v.l.: Hans-Peter und Manuel Innerhofer, Maximilan Meusburger und Johannes Nussbaumer. -Foto: © ÖLV / Michael Geisler
ÖLV – Off-Road EM 2026: Manuel Innerhofer 8. im Up & Down Mountain Race, Platz 5 in der Nationenwertung für das ÖLV-Team – 4x400m-Staffeln verbessern EM-Chancen enorm
Bereits zum vierten Mal gehört Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau) zu den besten Zehn bei Berglauf-Europameisterschaften.
Der 30-jährige Salzburger belegte beim heutigen Up & Down Mountain Race am Finaltag der European Off-Road Running Championships im slowenischen Kamnik den achten Rang und führte ein starkes österreichisches Team zu Platz fünf in der Nationenwertung. Hans-Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau) und Maximilan Meusburger (Im Wald läuft’s) liefen auf den Positionen 20 und 21 hintereinander ins Ziel.
Mit 49 Platzierungspunkten fehlten elf Zähler zum Medaillentraum in der Nationenwertung. Bei den Frauen erzielte Isabell Speer (LAC Salzburg) Rang 20. Im Juniorenrennen führte Ben Balik (ProTeam Vienna) mit Platz 24 in der Einzelwertung das österreichische Team zu Platz acht in der Nationenwertung.
v.l.: Hans-Peter und Manuel Innerhofer, Maximilan Meusburger und Johannes Nussbaumer. -Foto: © ÖLV / Michael Geisler
Alle vier in den Top-30
Sein Zwillingsbruder Hans-Peter verlor in der mittleren Wettkampfphase einige Positionen, hielt sich aber bis zur Schlussphase in den Top-20 und beendete den Wettkampf nach 1:04:29 Stunden. Konträr zur Renntaktik der Innerhofer-Brüder gestaltete Maximilian Meusburger, als einziger ÖLV-Teilnehmer bereits mit seinem zweiten Einsatz an diesem Wochenende, seinen Wettkampf. Er ging konservativ ins Rennen und holte in der zweiten Rennhälfte deutlich auf. Nach 1:04:32 Stunden überquerte er die Ziellinie auf Platz 21.
Lange Zeit war Johannes Nussbaumer (EXCITINGFIT RUNNINGTEAM) der drittbeste Österreicher im Wettkampf und hielt sich konstant in den Rängen 25 bis 30. Die Ziellinie erreichte er als 30. in einer Zeit von 1:06:08 Stunden, nur wenige Sekunden hinter dem Franzosen Theodore Klein und dem Deutschen Lukas Ehrle, die vor zwei Jahren noch auf dem Stockerl gestanden haben.
Eine Gratwanderung
Manuel Innerhofer war mit seiner Platzierung „im Großen und Ganzen megahappy“. „Ich war bergauf sicherlich der Stärkste in der Verfolgergruppe und konnte ziemlich puschen!“ Auch mit seiner Renneinteilung war der Pinzgauer recht zufrieden: „Am Start gilt nur eine Devise: alles oder nichts! Man muss ein gewisses Risiko eingehen, denn die Spitze läuft schnell weg und man muss in einer guten Position in den ersten Anstieg hineinlaufen, sonst steckt man hinten fest und verliert zu viel Zeit.“
Ein Up & Down Mountain Race sei immer eine Gratwanderung: „Es geht darum, so viel zu investieren, dass man schnellstmöglich ist, ohne zu früh zu überpacen. Letztendlich war ich etwas erstaunt, wie gut meine Konkurrenten heute im Downhill waren und wie viele Reserven sie auf den letzten flachen Passagen im Ort noch hatten“, gab der 30-Jährige zu.
Meusburger mit zweitem guten EM-Rennen
Sein Bruder hielt bis zur ersten Zwischenzeit nach 2,5 Kilometern am Ende des ersten steilen Stücks gut mit und war Teil der Spitzengruppe. Diese verkleinerte sich im darauffolgenden Bergabstück rasant und Hans-Peter Innerhofer fiel deutlich aus den Top-Ten. „Ich war schon verwundert, wie wild manche, vor allen Dingen die Jungen, heute die Downhills hinuntergerast sind“, schilderte er. Mit Platz 20 war der Pinzgauer zufrieden, besonders in den ansteigenden Teilstücken fühlte er sich wohl. „Ich war im Ziel komplett am Ende und auch muskulär am Limit. Das zeigt: Ich habe alles aus mir herausgeholt!“
Nur drei Sekunden später überquerte Maximilian Meusberger die Ziellinie. Nachdem er selbst bereits einige negative Erfahrungen mit zu schnellen Anfangsphasen gemacht hat, hielt er sich auf dem ersten Kilometer etwas zurück und fand auf diese Weise gut ins Rennen. „Ich habe sukzessive Leute überholt, sowohl bergauf als auch bergab. Die Renneinteilung ist mir sehr gut gelungen, ich war bis auf dem letzten Meter konkurrenzfähig“, sagte der 21-Jährige, der erstmals bei Europameisterschaften in der Allgemeinen Klasse teilnahm. „Das Level in Europa ist schon sehr hoch“, ordnete der Vorarlberger ein. „Aber ich kann von solchen EM-Rennen sehr viel lernen und will mich weiter steigern!“
Rang fünf in der Nationenwertung
Als vierter der rot-weiß-roten Athleten im Feld erreichte Johannes Nussbaumer, der nicht seine beste Tagesverfassung erwischte, das Ziel auf Platz 30 – und damit auch deutlich in der ersten Hälfte bei 76 Athleten, die in die Wertung kamen. Nur die Teams aus Italien und Deutschland hatten ihren viertbesten Athleten früher im Ziel als das rot-weiß-rote Nationalteam.
Für die Nationenwertung wurden die Top-Drei-Resultate herbeigezogen. Die Summe der österreichischen Platzierungen ergab 49 Punkte und Platz fünf hinter dem sehr kompakt agierenden italienischen Team (20), den Schweizern (26), dem Team des neuen Europameisters Jan Torrella aus Spanien (38), sowie dem belgischen Team (47). „Ich freue mich sehr über das gute Abschneiden in der Nationenwertung, das bringt eine hervorragende Stimmung ins ganze Team“, schilderte Manuel Innerhofer. Auch wenn der Traum von der Medaille nicht in Erfüllung ging: Seit die beiden Innerhofer-Zwillinge die Zugpferde des heimischen Berglauf-Nationalteams bei den Männern sind, gelang bei Europameisterschaften nie ein besseres Abschneiden. „Unser Team hat sich sehr gut geschlagen. Das Niveau ist brutal hoch, das hat man heute klar gesehen“, lobte Delegationsleiter Michael Geisler und bewertete den fünften Platz trotz des verpassten Medaillentraums ebenfalls positiv.
Nach einer beachtlichen Dominanz in der zweiten Rennhälfte holte sich Jan Torrella in einer Zeit von 1:00:09 Stunden die Goldmedaille mit fast einer Minute Vorsprung auf den in der ersten Rennhälfte führenden Schweizer Dominik Rolli (1:01:03). Petter Engdahl aus Schweden fügte der Silbermedaille vom Freitag in einer Laufzeit von 1:01:48 Stunden eine Bronzemedaille hinzu.
Rang 20 für Speer im Frauenrennen
Ein gutes Rennen gelang Isabell Speer im Up & Down Mountain Race der Frauen, das zur Mittagszeit bei immer sommerlicheren Temperaturen auf derselben Strecke ausgetragen wurde wie das Männerrennen. Die Salzburgerin erreichte das Ziel nach 1:17:26 Stunden und blieb im vorderen Drittel des Feldes. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung, schließlich ist meine Paradedisziplin eher die längere Strecke“, sagte die 33-Jährige. „Ich bin vom Start weg in meinem Rhythmus geblieben und hab darauf geachtet, nicht zu überziehen. In den schlammigen Downhill-Passagen konnte ich meine Stärken ausspielen. Zum Schluss war ich sehr motiviert, noch in die Top-20 zu kommen.“
Den EM-Titel sicherte sich die Deutsche Hanna Gröber, die in großer Überlegenheit zum Sieg in einer Zeit von 1:09:41 Stunden lief. Nancy Scott aus Großbritannien (1:11:07) und Nélie Clément (1:11:14), bereits am Freitag Bronzemedaillengewinnerin, hatten im Ziel rund eineinhalb Minuten Verspätung. Das Schweizer Team freute sich mit 27 Platzierungspunkten über die Goldmedaille in der Nationenwertung hauchdünn vor Spanien (27) und Großbritannien (29).
Balik 24. im Juniorenbewerb
Im U20-Rennen mit 65 Teilnehmern überzeugte Ben Balik (ProTeam Vienna) als bester Österreicher mit Rang 24. Er absolvierte die 5,8 Kilometer lange Strecke mit Start und Ziel in Kamnik, auf der 375 Höhenmeter im Anstieg und Gefälle zu bewältigen waren, in einer Zeit von 27:03 Minuten und konnte in den finalen Downhill-Passagen noch einige Positionen wettmachen. Die Brüder Emilio und Fernando Freitag (beide LG Decker Itter) beendeten den Wettkampf auf den Positionen 45 (28:37) und 50 (29:26). „Leider sind alle drei am Start in einen Massensturz verwickelt gewesen“, berichtete Teamleiter Michael Geisler. „Alle drei sind sofort wieder auf die Beine gekommen und haben die Verfolgung aufgenommen. Unter diesem Gesichtspunkt ist Bens Platzierung hervorragend. Für Emilio und Fernando war es die erste EM-Erfahrung, von der sie viel für ihre Zukunft mitnehmen können.“
Die drei österreichischen Platzierungen summierten sich zu Rang acht in der Nationenwertung unter 14 platzierten Teams. Für alle drei heimischen Youngsters war es die Premiere bei Off-Road Europameisterschaften, Balik war bereits am Freitag im Einsatz und auch dort als 35. bester Österreicher im U20-Uphill-Rennen.
Junioren-EM-Gold ging an Basile Astier aus Frankreich, der sich in einer Zeit von 23:58 Minuten klar vor seinem Landsmann Yannick Memheld (24:37), Sieger am Freitag, und Ewan Busfield aus Großbritannien (24:55) durchsetzte. Frankreich sicherte sich mit 9 Platzierungspunkten die Goldmedaille in der Nationenwertung vor Italien (25) und Großbritannien (28).
Im U20-Rennen der Mädchen, das ohne österreichische Beteiligung über die Bühne ging, dominierte die am Freitag im Uphill drittplatzierte Julia Ehrle aus Deutschland in einer Zeit von 28:21 Minuten. Die weiteren Medaillen gingen an Agota Szabo aus Ungarn (29:09) und Sofia Rubio aus Spanien (29:16). In der Nationenwertung sicherte sich Frankreich mit 23 Punkten die Goldmedaille vor Spanien (34) und der Schweiz (38).
Stimmungsvolle Tage in Slowenien
Nach drei intensiven Wettkampftagen und vielen guten Platzierungen der österreichischen Athletinnen und Athleten zieht ÖLV-Trailrunning-Referent und Delgationsleiter Michael Geisler ein positives Fazit: „Wir sind mit der Entwicklung im heimischen Berglauf und Trailrunning sehr zufrieden. Sowohl die etablierten Routiniers als auch die Jungen haben gute Leistungen gezeigt. Aber die Off-Road EM 2026 hat gezeigt, dass die anderen Nationen durch gezielte Projekte und Förderungen große Schritte setzen. Das Niveau steigt von EM zu EM deutlich und es ist jedes Mal eine große Herausforderung, uns mit den anderen traditionsreichen Berglauf- und Trailrunningnationen in Europa zu messen.“
Überzeugt hat den Tiroler auch der Austragungsort: „Kamnik hat sich als laufbegeisterte Stadt präsentiert. Die Menschen hier haben toll mitgefiebert. Es war ein tolles Teamerlebnis mit dem österreichischen Trailrunning-Nationalteam – genauso der Austausch mit der europäischen Community “
Die heutigen Platzierungen des ÖLV-Teams
Up & Down Mountain Race der Männer
Platz 8 – Manuel Innerhofer – 1:02:28 Stunden
Platz 20 – Hans-Peter Innerhofer – 1:04:29 Stunden
Platz 21 – Maximilian Meusburger – 1:04:32 Stunden
Platz 30 – Johannes Nussbaumer – 1:06:08 Stunden
Up& Down Race der Männer, Team
Platz 5 – Österreich – 49 Punkte
Up & Down Race der Frauen
Platz 20 – Isabell Speer – 1:17:26 Stunden
Up & Down Mountain Race der Junioren (U20)
Platz 24 – Ben Balik – 27:03 Minuten
Platz 45 – Emilio Freitag – 28:37 Minuten
Platz 50 – Fernando Freitag – 29:26 Minuten
Up & Down Mountain Race der Junioren (U20), Team
Platz 8 – Österreich – 119 Punkte
Die Ergebnisse der European Off-Road Running Championships 2026
Fotos: © ÖLV / Michael Geisler
ÖLV – Thomas Kofler
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4x400m-Staffeln verbessern EM-Chancen enorm
EM-Startplatz rücken für beiden Staffeln in greifbare Nähe
Erst vor zwei Wochen hatte die Nationalstaffel der Frauen den Uralt-Rekord über 4x400m gebrochen, heute in Regensburg sollte er wenn möglich erneut verbessert werden. Eine Auswechslung gab es, statt Hürdenspezialistin Lena Pressler stand diesmal Viktoria Willhuber (SU Leibnitz) im Aufgebot, sie hatte erst gestern neue PB über die 400m aufgestellt. Die Reihenfolge lautete also Helene Vogel (DSG Wien) – Willhuber – Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) – Anja Dlauhy (ULC Riverside Mödling). Nach einem Solo-Rennen ohne wirkliche Konkurrenz überquerte das Quartett nach 3:33,17min als Sieger die Ziellinie und blieb damit nur um 0,46s über dem Rekord. Trotzdem ein wichtiger Schritt in Richtung EM im August, denn die ÖLV-Equipe schob sich damit auf Platz 16 im „Road-to-Birmingham-Ranking“ nach vorne, genau der letzte Startplatz mit dem man sich qualifiziert.
Das ÖLV-Quartett der Männer startete wenig später in der Besetzung Niklas Strohmayer-Dangl (LT Bgld Eisenstadt) – Raphael Briel (ULC Linz Oberbank) – Samuel Lengauer (TGW Zehnkampf-Union) – Michael Gantner (ULC Dornbirn). Nach einem sehr flüssigen Lauf konnten auch sie den Wettkampf gewinnen, stärkere Gegnerschaft hätte aber sicher eine noch bessere Zeit ermöglicht. Dennoch wurde es mit 3:06,09min die viertschnellste Zeit, die je ein ÖLV-Team erzielt hat. Wie die Frauen rangieren nun auch die ÖLV-Männer im Europa-Ranking auf Platz 16, der zur Qualifikation für die EM in Birmingham reichen würde.
Staffel-Coach Christian Taylor: „Es war heute ein sehr erfolgreicher Tag für unsere Staffel-Projekte. Bei den Frauen wollten wir den Startplatz für die EM absichern. Alle vier sind mit vollem Einsatz gelaufen und haben uns in eine gute Position für Birmingham gebracht. Auch die Männer haben abgeliefert, sie merken jetzt was alles möglich ist, das macht sie hungrig auf mehr. Das Staffel-Programm baut darauf auf, dass sich die Teilnehmer voll darauf einlassen und daran glauben mit den Besten in Europa mitlaufen zu können. Das passiert gerade, darauf bin ich sehr stolz. Hoffen wir, dass es sich für beide Staffeln ausgeht.“

Zweites U20-WM-Limit für Standfest
Lenia Standfest (ATSE Graz) doppelte heute nach. Gestern hatte die junge Steirerin bereits das U20-WM-Limit über 100m schon unterboten, heute erbrachte sie mit 24,29s (1,7) auch die Norm über 200m, die bei 24,35s steht. Alina Glasner (SU IGLA long life) verfehlte im selben Bewerb das U18-EM-Limit mit 25,03s (1,7) nur um 3/100s.
Fotos: © Klaus Angerer/ÖLV
ÖLV – Georg Franschitz
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