Olivia Gürth, deutsche Meisterin - Foto: Silvesterlauf Trier
EM-Träume von Olivia und Samu in Trier
Der Himmel über Trier hätte sich passenderweise freundlicher präsentieren müssen angesichts der glänzenden Perspektiven, die sich den Protagonisten des Vereins Silvesterlauf Trier eröffnen.
Olivia Gürth und Samuel Fitwi an Bord des Moselschiffes Princesse Marie-Astrid vor der Kulisse ihrer sportlichen Heimat in Szene zu setzen bei grauem Himmel und Regen: Das war keine leichte Aufgabe für Holger Teusch. Im Anblick von Zurlauben und der Mariensäule gab der Sportreporter des Trierischen Volksfreundes sein Bestes.
Noch ergiebiger als der Niederschlag ist dieser Tage die Nachrichtenlage beim rheinland-pfälzischen Leichtathletik-Spitzenverein von der Mosel, dessen Topathleten auf dem Weg zu Olympia 2028 auf die Unterstützung der Trierer Hafengesellschaft bauen dürfen: Auf der “Marie-Astrid” unterzeichnete Hafen Trier-Geschäftsführer Volker Klassen zwei Verträge.
Die Zusammenarbeit mit U23-Europameisterin Olivia Gürth wird bis zu den Spielen in Los Angeles verlängert. Neu an Bord ist Marathon-Ass Samuel Fitwi. “Wir unterstützen ganz bewusst den Spitzensport in Rheinland-Pfalz und der Trierer Region”, betonte Klassen. Parallel geht die Kampagne #HafenFan 2027 in ihr viertes Jahr. Weiterhin im Boot bleiben Hindernis-Queen Gesa Krause und Vanessa Mikitenko.
Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham (10.-16. August) sind der Jahreshöhepunkt 2026 sowohl für Olivia Gürth als auch für Samuel Fitwi. Daran lassen beide keine Zweifel. „Ich freue mich schon seit langem auf diese EM, weil die Briten bekanntlich eine unglaubliche Sportbegeisterung haben und die Stimmung entsprechend gut sein wird“, sagte Olivia Gürth am Dienstag bei der Medienrunde auf der Princesse Marie Astrid, zu der Hafen Trier und der Silvesterlauf-Verein gemeinsam eingeladen hatten. Läuft bis zu den kontinentalen Titelkämpfen alles perfekt für die am 31. Mai 24 Jahre alt werdende Hindernislauf-Spezialistin, dann ist ihr sogar eine Medaille zuzutrauen. Zu den härtesten Konkurrentinnen zählt ihre Klubkollegin, die zweimalige Europameisterin Gesa Krause. Auf Nachwuchsebene hat Gürth bereits zweimal den Titel gewonnen, in der U20 und in der U23. Nun rückt sie ihre zehn Jahre älteren Vereinspartnerin auf die Pelle.
Samuel Fitwi surft gut eine Woche nach seinem grandiosen Hamburg-Marathon (Zweiter in persönlicher Bestzeit und RLP-Rekord von 2:04:45 Stunden) auf einer Euphoriewelle. „Ich will bei der EM auf die Jagd nach einer Medaille gehen“, kündigte der Dreißigjährige an. Als EM-Generalprobe bestreitet Samu am 28. Juni beim HAFEN TRIER-Halbmarathon ein Heimspiel. „Vom Silvesterlauf kenne ich ja die Begeisterungsfähigkeit der Trierer“, bemerkte Fitwi, „deshalb hoffe ich, dass sie mich bei meinem Halbmarathon-Debüt ähnlich anfeuern“. Das Rennen über die 21,0975-km-Distanz soll ihm wertvolle Erkenntnisse über seine Form sechs Wochen vor dem Saisonhöhepunkt liefern. Und Selbstvertrauen geben. Vor 40 Jahren gewann der gebürtige Trierer Herbert Steffny in 63:39 Minuten das Rennen in seiner Heimatstadt. Wenig später holte er EM-Bronze. Das wertet Silvesterläufer Fitwi als ein gutes Omen.
Für Olivia Gürth gibt es bereits Mitte der kommenden Woche nach China. In Shanghai und der Trierer Partnerstadt Xiamen startet jeweils bei Diamond League Meetings über ihre Spezialdisziplin 3000 m Hindernis. „Dabei möchte ich frühzeitig die Norm für Birmingham abhaken“, sagte sie. Ein wichtiger Schritt, denn die Konkurrenz in Deutschland ist bärenstark: Neben Gesa Krause und Lea Meyer (Leverkusen) zählen auch Alia Budde (Tübingen) und Jolanda Kallabis (Freiburg) zu den Aspirantinnen auf einen EM-Startplatz.
Im Rahmen der Ausbildungsmesse, die Hafen Trier auf dem Schiff mit einer Fahrt entlang der Kulisse der Moselmetropole ausrichtete, wurden jede Menge Fotos von den mehr als 200 Messebesuchern mit den beiden sportlichen Aushängeschildern Triers geschossen. Olivia und Samuel beantworteten zahlreiche Fragen der Jugendlichen.
Beide taugen als Vorbilder über den Sport hinaus. Durchhaltevermögen ist schließlich auch in der Berufsausbildung notwendig. Ohne diese wären die beiden nicht dort, wo sie angelangt sind: ziemlich weit oben im Sport.
Nico Klein
Vorstandsbeauftragter
(Organisation / Marketing / Sponsoring)
EN