Manfred Steffny beim Literaturmarathon im "Schlot" - Foto: Horst Milde
Düsseldorfer Sportjournalist Manfred Steffny wird 85 Jahre alt – Olympia-Teilnehmer im Marathon und Horst-Milde-Award-Preisträger – Prof. Dr. Detlef Kuhlmann
Manfred Steffny, Sportjournalist und zweimaliger Olympiateilnehmer im Marathonlauf in Mexiko 1968 und in München 1972, vollendet am Freitag, dem 14. August 2026, sein 85. Lebensjahr.
Der gebürtige Trierer mit vier Geschwistern ist seit über 50 Jahren Verleger und Chefredakteur des Laufmagazins „Spiridon“ und blickt auf eine lange sportliche Karriere zurück, die im Jahre 1955 als Kreismeister im Waldlauf in der Altersklasse „Schüler A“ begann.
Später lief Manfred Steffny Spitzenzeiten u.a. über 5.000 m (14:03 min), 10.000 m (29:06 min) und im Marathon (2:16:45 Std.), anschließend wurde er Deutscher Senioren-Vize-Meister im 10-km-Straßenlauf. Als Trainer führte er u.a. die frühere Marathon-Weltrekordlerin Christa Vahlensieck (geb. 1949) und seinen jüngeren Bruder Herbert Steffny (geb. 1953) zur Weltspitze im Langstreckenlauf.
Manfred Steffny hatte im Dezember 1974 zusammen mit dem Arzt und Laufsportpionier Dr. Ernst van Aaken (1910-1984) das Laufmagazin „Spiridon“ in Düsseldorf gegründet.
Das war damals die erste monatlich erscheinende Fachzeitschrift im deutschsprachigen Raum, die den Laufsport hierzulande popularisiert hat. Davor war Steffny beruflich u.a. als Sportjournalist beim General-Anzeiger Wuppertal, bei der Neuen Rhein Zeitung (NRZ) und dem Sportinformationsdienst (sid) beschäftigt. Wer mehr über seine Lebens-Stationen wissen möchte, kann inzwischen auf die von Steffny selbst verfasste Biografie zurückgreifen: „Nicht immer leichtfüßig. Mein erstes Leben“ (Erkrath: spiridon 2021) lautet denn der „schwere“ Titel ….
Dabei hatte sich Manfred Steffny schon viel früher einen Namen als erfolgreicher und vielseitiger Buchautor gemacht: Seine 1974 erstellte Schrift „Lauf mit“, die später im renommierten Fischer Taschenbuch Verlag erschien, ist das erste „richtige“ Laufbuch in der Bundesrepublik, das sich direkt an Läufer und nicht nur an Trainer wendet. Sein auch international erfolgreiches „Marathontraining“ von 1977 ist längst ein heute immer wieder gern gelesener Klassiker. Neben den Sachbüchern hat er u.a. den Roman „Laufbahn am Limit“ verfasst und einen Lauf-Lyrik-Band herausgegeben. Im Jahre 2004 hat Steffny das erste deutsche Lauf-Lexikon („Von Anfänger über Kniebeschwerden bis Zugläufer“) geschrieben. Insgesamt liegen rund ein Dutzend Buchpublikationen von ihm vor, darunter sogar ein Ganzjahrestagebuch mit dem Titel: „Als 2000-Füßler durch fünf Kontinente“.
Insofern war es geradezu naheliegend, dass Manfred Steffny bei der Premiere des Berliner Literatur-Marathon 1990 dabei war und in der Folge immer wieder dort eingeladen wurde, um aus seinen eigenen neuen Werken vorzutragen. Für seine journalistischen Verdienste wurde Steffny vielfach ausgezeichnet. Für sein Lebenswerk hat er nach Werner Sonntag (1926-2021) im Jahre 2016 in Berlin den Horst-Milde-Award erhalten:
„Ich bewundere Manfred Steffny für seine Lebensleistung in sportlicher und in journalistischer Hinsicht. Ich wünsche ihm für das neue Lebensjahr alles Gute – viel Gesundheit und viel Schaffenskraft bei all seinen ausdauernden Unternehmungen am Schreibtisch und auf der Laufbahn: Manfred Steffny ist und bleibt ein Vorläufer in und für Laufdeutschland“, gratuliert Horst Milde (87), der Begründer des Berlin-Marathons und „pensionierte“ Ehren-Race-Direktor, der selbst einst als zweifacher Deutscher Meister mit der 3×1.000 m-Staffel für den SCC Berlin unterwegs war.
Prof. Dr. Detlef Kuhlmann
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