Isabelle Baumann (r.) mit Frederik Ruppert. - Foto: DLV/Jam Papenfuß
DLV-Spitzensporttagung – Isabelle Baumann zur „Trainerin des Jahres 2026“ gekürt
Im Rahmen der DLV-Spitzensporttagung in Darmstadt ist am Samstag Isabelle Baumann als „Trainerin des Jahres 2026“ ausgezeichnet worden. Die Bundestrainerin Lauf führte Frederik Ruppert, der die Laudatio hielt, über 3.000 Meter Hindernis zum Europarekord und EM-Titel.
„Nachwuchstrainer des Jahres“ wurde der baden-württembergische Landestrainer für Kugelstoß und Diskuswurf Artur Hoppe. Darüber hinaus wurden bei den „Coach Awards“ verdiente Trainer verabschiedet.
Anlässlich der DLV-Spitzensporttagung kommen an diesem Wochenende zahlreiche führende Trainerinnen und Trainer in Darmstadt zusammen. Bei den „Coach Awards“ am Samstagabend wurde Lauf-Bundestrainerin Isabelle Baumann zur „Trainerin des Jahres 2026“ gekürt. Hindernis-Europameister und -Europarekordler Frederik Ruppert (LAV Stadtwerke Tübingen), der vom Bundeswehr-Lehrgang angereist war, überraschte seine Trainerin auf der Bühne mit einer emotionalen Laudatio.
„Einfühlungsvermögen, Verständnis und gutes Fingerspitzengefühl – all das besitzt du“, so der 29-Jährige. „Du bist immer für neuen Input zu haben und im Austausch mit den Athleten auf Augenhöhe.“ Nachdem Frederik Ruppert Ende Mai in Rabat (Marokko) den Europarekord über 3.000 Meter Hindernis auf 7:57,80 Minuten geschraubt hatte, musste er krankheitsbedingt ein paar Wochen kürzertreten. „Du hast auch in dieser Phase die Ruhe bewahrt, mich mental aufgebaut und die Trainingsbelastung und -intensität so gesteuert, dass wir zum Höhepunkt voll da waren. Das macht den Unterschied zwischen einer guten Trainerin und einer Top-Trainerin aus.“
Für Isabelle Baumann kam die Auszeichnung überraschend.
„Ich bin in meinem 35. Jahr als Trainerin – und es gibt immer wieder Momente, in denen man denkt, das kann man nicht mehr toppen – auch heute noch. Was wir bei der EM erreicht haben, war etwas ganz Besonderes, vor allem die Stimmung im Team war unvergleichlich.“
1992 führte sie ihren späteren Ehemann Dieter Baumann in Barcelona (Spanien) zum Olympiasieg. Zu ihren weiteren erfolgreichen Schützlingen zählen die 3.000-Meter-Hallen-Europameisterin von 2023 Hanna Klein, die EM-Starterinnen Lisa Merkel und Eva Dieterich sowie der frühere EM- und WM-Teilnehmer Maximilian Thorwirth (alle LAV Stadtwerke Tübingen), die über die Mittel- und Langstrecken aktiv sind oder waren.
Artur Hoppe ist „Nachwuchstrainer des Jahres 2026“
Als „Nachwuchstrainer des Jahres 2026“ wurde Artur Hoppe geehrt. Der baden-württembergische Landestrainer im Kugelstoß und Diskuswurf leitet in Stuttgart eine starke Trainingsgruppe, der unter anderem der U18-Europameister im Kugelstoß Clesio de Carvalho (LG Steinlach-Zollern), U23-Europameister Tizian Lauria und EM-Starter Eric Maihöfer (beide VfL Sindelfingen) angehören. Zudem zählt er zum Trainerteam der Olympiasiegerin und EM-Dritten Yemisi Mabry (MTG Mannheim).
„Es ist nicht nur die Leistung wichtig, sondern die Menschen dahinter. Gerade junge Athletinnen und Athleten begleitet man auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung“, berichtete der Wurf-Coach, der als EYOF-Zweiter im Diskuswurf 2005 auch Erfolge als Athlet gefeiert hat. „Das macht unseren Beruf aus, und das schätze ich sehr.“ Der Leitende Bundestrainer Wurf/Stoß Sven Lang würdigte das Engagement von Artur Hoppe in allen Altersklassen.
Volker Beck und Alexander Seeger verabschiedet
Darüber hinaus wurden bei den „Coach Awards“ zwei Trainer mit Standing Ovations verabschiedet, die über viele Jahre die deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft als Bundestrainer begleitet haben: Volker Beck, zuletzt Bundestrainer Langsprint, Langhürde und 4×400 Meter, sowie Alexander Seeger, Nachwuchs-Bundestrainer für den Sprint.
Seine langjährigen Weggefährten Christian Kupper, Bundesstützpunkttrainer Langsprint/Langhürde in Frankfurt, und Sven Buggel, Bundesstützpunkttrainer Nachwuchs Sprint in Berlin, ließen mit Anekdoten aus ihrer gemeinsamen Schaffenszeit die Trainerkarriere von Volker Beck Revue passieren. „35 Jahre beim DLV – dafür bin ich sehr, sehr dankbar“, sagte Volker Beck. „Ich habe durch den Sport die Welt kennengelernt und unglaublich viele wertvolle Menschen. Es gibt Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen. Wichtig ist, an sich zu glauben und sich als Trainer stets weiterzubilden“, gab der 400-Meter-Hürden-Olympiasieger von 1980 seinen Trainerkolleginnen und -kollegen mit auf den Weg.
Auch Alexander Seeger blickte mit Dankbarkeit auf seine lange Trainerlaufbahn zurück. „Was ich 28 Jahre lang erleben durfte, war unbeschreiblich schön. Ich möchte keine Minute missen“, sagte der Sprint-Coach aus Gomaringen, der 2023 als „Nachwuchstrainer des Jahres“ ausgezeichnet worden war. Chef-Bundestrainerin U18 Elke Bartschat nannte den 60-Jährigen in ihrer Laudatio einen „Talentbegleiter und Wegbereiter“ – von Sprinterinnen wie den späteren Olympia-Medaillengewinnerinnen Gina Lückenkemper (SCC Berlin), Sophia Junk (LG Rhein-Wied) und den mittlerweile zurückgetretenen Lisa Mayer und Alexandra Burghardt.
Zudem wurden am Samstagabend alle Trainerinnen und Trainer der diesjährigen Medaillengewinner:innen von den U18-Europameisterschaften in Rieti (Italien) über die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) bis zu den Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien) mit einem tosenden Applaus gewürdigt.
Ein Dankeschön gab es auch für das medizinische Team, das die DLV-Nationalmannschaften durch das Jahr begleitet hat.
Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV)
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