China-Kritikerin Imke Duplitzer „Das IOC kommt nicht ohne Gesichtsverlust raus“ – Michael Reinsch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Duplitzer: "Wenn ich nicht zu den Olympischen Spielen reisen dürfte, wäre ich beruflich erledigt"
Duplitzer: "Wenn ich nicht zu den Olympischen Spielen reisen dürfte, wäre ich beruflich erledigt"
Eine „Reise der Harmonie“ – so nennt China den Weg des olympischen Feuers. Doch er wird von Protesten gesäumt sein. Welche Bedeutung hat der Fackellauf angesichts der Lage in Tibet?
Es ist falsch, dass das IOC in der Tibet-Frage jegliche Boykottdrohung ablehnt, weil es sich nicht politisch vereinnahmen lassen will. Mit den Mitteln der Diplomatie könnte gehörig Druck auf China ausgeübt werden - das in diesen Zeiten weich und verletzlich ist wie selten.
Eines hat er allerdings für sich entschieden: "Ich will keinen Boykott der Spiele, die Athleten können ja nichts dafür." Mit der Frage des Boykotts befassen sich gerade auch viele andere im Exil lebende Tibeter.
Die Kraft des Sports kann viel Gutes bewirken, aber unter falscher Regie erwächst aus ihr auch eine Gefahr. Der Streit um die Olympia-Hoheit zwischen Markt und Moral vor tibetischer Kulisse zeugt von diesem Risiko und weist über Pekings Spiele hinaus.