Challa Gossa winner of the Cali Mararthon - Photo_ 2026 Cali Marathon Cali, Colombia May 3, 2026- Photo: Victah Sailer@PhotoRun #victahsailer,
CALI-MARATHON IN KOLUMBIEN: Challa Gossa and Stacy Ndiwa siegen in Cali vor den Titelverteidigern – Jörg Wenig
Challa Gossa und Stacy Ndiwa haben am Sonntag den Cali-Marathon gewonnen und damit eine doppelte Titel-Verteidigung verhindert.
Der Äthiopier lief in Kolumbien nach 2:11:49 Stunden ins Ziel, die Kenianerin siegte mit 2:29:55. Die kenianischen Titelverteidiger Evans Mayaka und Emmah Ndiwa, die nicht mit der Siegerin verwandt ist, mussten jeweils mit zweiten Plätzen vorlieb nehmen.
Das Rennen in Kolumbien ist der am hochklassigsten besetzte Marathon Südamerikas. Allerdings ist der Cali-Marathon nicht der schnellste Lauf auf dem Kontinent über die klassische Distanz. Warme Temperaturen von etwas über 20 Grad Celsius, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und eine leistungsmindernde Höhenlage von rund 1.000 Metern verhinderten schnelle Zeiten und Streckenrekorde.
Trotz zweier Steigungen im ersten Teil des Rennens war das Tempo nach dem Start hoch und lag deutlich unter dem Streckenrekord von 2:11:04, den Evans Mayaka im vergangenen Jahr aufgestellt hatte. Eine zehnköpfige Gruppe passierte die 10-km-Marke in schnellen 30:23 Minuten. Als nach 65:00 die erste Hälfte gelaufen war, setzte sich die Spitzengruppe aus sechs Läufern und zwei Tempomachern zusammen: Evans Mayaka, Ezra Tanui, Ezra Kering (alle Kenia), Martin Musau (Uganda), Habtamu Birlew und Challa Gossa (beide Äthiopien) liefen hinter den Tempomachern Brian Kwemoi (Kenia) und Mayko Geay, dem jüngeren Bruder des tansanischen Landesrekordhalters Gabriel Geay (2:03:00). Tanui fiel vor der 30-km-Marke zurück, und als diese nach 1:34:16 Stunden erreicht war, schien ein Streckenrekord bereits unwahrscheinlich.
Das Tempo hatte sich bei den feuchten Bedingungen verlangsamt. Nachdem Geay ausgestiegen war, ging auch Kwemoi nach gut 30 km aus dem Rennen. Die fünfköpfige Spitzengruppe blieb jedoch bis zur 40-km-Marke zusammen. Titelverteidiger Mayaka setzte dann zum Sprint an und Kering verlor an Boden. Doch der Streckenrekordhalter konnte die anderen drei Konkurrenten nicht abschütteln. Es war dann Challa Gossa, der ihn auf der Zielgeraden noch überholte und in 2:11:49 gewann. Hinter Evans Mayaka (2:11:54) folgten Habtamu Birlew (2:11:56) und Martin Musau (2:11:59) auf den Plätzen drei und vier.
„Die Bedingungen waren sehr schwierig, deshalb habe ich mich entschieden, in der Gruppe zu bleiben und auf meinen Schlussspurt zu setzen. Als ich die Ziellinie sah, habe ich noch einmal alles gegeben und gemerkt, dass Evans nicht mehr gegenhalten konnte“, sagte der 25-jährige Challa Gossa, der in Cali seinen ersten Marathon-Sieg feierte. Der Äthiopier war 2024 in Frankfurt Zweiter und hat eine Bestzeit von 2:07:32.
Im Rennen der Frauen bildeten die Kenianerinnen Stacy Ndiwa, Gladys Chesir und Emmah Ndiwa sowie Nazret Weldu (Eritrea) und Sadiya Awel (Äthiopien) frühzeitig eine Spitzengruppe. Nachdem sie die 10-km-Marke in 34:35 passiert hatten, wurde das Tempo erhöht. Während Chesir und Weldu zurückfielen, erreichten die anderen drei die Halbmarathon-Marke nach 73:18. Doch wie im Rennen der Männer war die zweite Rennhälfte aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit deutlich langsamer.
Als Sadiya Awel bei Kilometer 25 an einem Verpflegungstisch stoppte, um nach ihrer Trinkflasche zu schauen, verlor sie rund 20 Meter. Mit einem Spurt schloss sie zwar wieder auf, doch dieser kostete offenbar zu viel Kraft. Kurz danach verlor die Äthiopierin endgültig den Kontakt zur Spitze.
Das Duell zwischen den beiden Ndiwas wurde rund acht Kilometer vor dem Ziel entschieden. Titelverteidigerin Emmah Ndiwa konnte nicht mehr mithalten und verlor an Boden, während Stacy Ndiwa weiterhin dem Tempomacher folgte. „Ich hatte gut trainiert, daher war ich zuversichtlich. Ich hatte auf eine Zeit von etwa 2:26 Stunde gehofft. Aber ich wurde müde, so dass wir das Tempo drosseln mussten“, sagte die 33-jährige Stacy Ndiwa, die im vergangenen Jahr in Boston mit ihrer persönlichen Bestzeit von 2:23:29 den neunten Platz belegt hatte.
„Nach 35 km spürte ich, dass Emmah Mühe hatte, mitzuhalten. Ich habe dann etwas zugelegt, konnte mich absetzen und meinen Vorsprung halten“, sagte Stacy Ndiwa, die in 2:29:55 deutlich vor Emmah Ndiwa gewann, die nach 2:31:01 im Ziel war. Auf den Plätzen drei und vier folgten Gladys Chesir (2:33:59) und Sadiya Awel (2:34:25).
Weitere Informationen unter: https://maratondecali.co/en
Jörg Wenig
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