Evans Mayaka and Ezra Tanui - 2026 Cali Marathon Cali, Colombia May 3, 2026 Photo: Victah Sailer@PhotoRun Victah1111@aol.com #victahsailer,
CALI-MARATHON IN KOLUMBIEN AM SONNTAG: Starke Konkurrenz für Titelverteidiger Mayaka und Ndiwa beim Cali-Marathon – Jörg Wenig
Der in der Breite der Spitze am stärksten besetzte Marathon Südamerikas wird am Sonntag im kolumbianischen Cali gestartet.
Ronald Korir (Kenia) und Nazret Weldu (Eritrea) führen mit Bestzeiten von 2:04:22 beziehungsweise 2:20:29 die Startlisten an. Die kenianischen Vorjahressieger Evans Mayaka und Emmah Ndiwa sind wieder am Start, werden es angesichts der starken Konkurrenz jedoch schwer haben, ihre Titel zu verteidigen.
Bei dem Rennen, das erst zum zweiten Mal stattfindet und sich trotzdem schon derart etabliert hat, sind hochklassige Zeiten allerdings nicht zu erwarten. Dies liegt an der leistungsmindernden Höhenlage der Stadt Cali (rund 1.000 Meter) und dem voraussichtlich schwül-warmen Wetter mit Temperaturen um 20 Grad Celsius.
Evans Mayaka und Emmah Ndiwa liefen im vergangenen Jahr mit Siegzeiten von 2:11:04 beziehungsweise 2:29:26 Stunden bereits die schnellsten je in Kolumbien erzielten Marathonzeiten. „Es ist unser Ziel, diese Rekorde am Sonntag weiter zu verbessern“, sagte Luis Felipe Posso, der Race Direktor und Initiator des Rennens.
Bei den Männern stehen fünf Athleten mit persönlichen Bestzeiten von unter 2:06:00 auf der Startlisten. Titelverteidiger Evans Mayaka ist mit seiner PB von 2:10:00 die Nummer neun. Allerdings triumphierte er vor einem Jahr aus einer ähnlichen Ausgangslage heraus.
Ronald Korir, der mit einer Bestzeit von 2:04:44 der schnellste Läufer auf der Startliste ist, lief diese Zeit vor drei Jahren, als er in Berlin Vierter wurde. 2024 zeigte er in Deutschland erneut eine starke Leistung und belegte in Hamburg mit 2:05:41 ebenfalls den vierten Platz. „Die letzten zwei Jahre waren für mich aufgrund verschiedener Verletzungsprobleme schwierig. Das Training für Cali lief aber gut, daher hoffe ich, dass ich am Sonntag gewinnen kann“, sagte Ronald Korir, der 2025 keinen Marathon beenden konnte.
Im Gegensatz dazu hat sein kenianischer Landsmann Ezra Tanui bei seinen letzten Rennen eine hervorragende Form gezeigt. Im Jahr 2025 gewann er alle seine drei Marathonrennen: in Doha sowie bei den chinesischen Rennen in JiLin und am Yellow River. Der 28-Jährige hat seine starke Form auch zu Beginn dieses Jahres fortgesetzt, als er in Osaka mit einer persönlichen Bestzeit von 2:05:55 Dritter wurde. „Ich bin zuversichtlich, was meine Chancen am Sonntag angeht. Meine persönliche Bestzeit habe ich vor zwei Monaten in Osaka aufgestellt, und seitdem ist mein Training gut gelaufen. Ich strebe keine bestimmte Zeit an, aber ich vertraue auf meinen starken Schluss-Abschnitt“, sagte Ezra Tanui.

Stacy Ndiwa, Emmah Ndiwa und Fatima Gardadi – 2026 Cali Marathon – Cali, Colombia May 3, 2026 – Photo: Victah Sailer@PhotoRunm – Victah1111@aol.com
Im Rennen der Frauen zählt Fatima Gardadi zu den Favoritinnen. Die Marokkanerin steht mit einer Bestzeit von 2:24:06 zwar nur auf Platz fünf der Startliste, doch ein Rennen wie das in Cali könnte ihr liegen. Die 34-Jährige hat bei warmem Wetter bereits sehr gute Leistungen gezeigt: 2023 holte sie überraschend Bronze bei den Weltmeisterschaften in Budapest und ein Jahr später belegte sie beim olympischen Marathon in Paris den zehnten Platz.
Nazret Weldu aus Eritrea ist eine weitere Athletin, die bei Weltmeisterschaften sehr gut abgeschnitten hat. Die 35-Jährige wurde 2022 in Eugene Vierte und lief dabei ihre Bestzeit sowie einen Landesrekord von 2:20:29. Im Jahr 2024 gewann sie den Vienna City Marathon. „Am Sonntag werde ich mein erstes Rennen seit der Geburt meiner Tochter Annalisa im Mai letzten Jahres laufen. Ich habe kein bestimmtes Zeitziel vor Augen, aber ich möchte konkurrenzfähig sein und hoffe auf eine gute Platzierung“, sagte Nazret Weldu.
Stark eingeschätzt wird Stacy Ndiwa. Die Kenianerin ist die Siegerin des Los Angeles-Marathons 2024 und lief vor einem Jahr in Boston als Neunte ihre Bestzeit von 2:23:29. Sie ist nicht mit der Titelverteidigerin Emmah Ndiwa verwandt.
Die 30-Jährige, die eine Bestzeit von 2:25:15 vorweisen kann, zeigte im vergangenen Jahr eine dominante Leistung, als sie den Cali-Marathon mit 2:29:26 gewann. Mit ihrer Bestzeit gehört sie jedoch nicht zu den sieben Frauen auf der Startliste, die eine Zeit unter 2:25:00 gelaufen sind.
Weitere Informationen unter: https://maratondecali.co/en
Jörg Wenig
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