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02
07
2026

Der 1. GutsMuths-Rennsteiglauf fand 1973 statt. Hier Jens Wötzel, Wolf-Dieter Wolfram, Hans-Georg Kremer und Hans-Joachim Römhild (von links) - Foto: Privatarchiv Kremer

Nach 50 Rennsteiglauf-Jahren gleich noch ein Jubiläum. Mitbegründer Hans-Georg Kremer wird 80. Klaus Weidt sprach mit ihm

By GRR 0

Dr. Hans-Georg Kremer ist unermüdlich. Im wahrsten Sinne immer auf dem Laufenden.

Sowohl, was seine eigene Kondition betrifft, als auch das unermüdliche Sammeln und Archivieren historischer Materialien und Dokumenten. Vor allem natürlich jene vom Thüringer Rennsteiglauf. Mit ihm ein Rennsteiglauf-Museum zu eröffnen, dürfte da jederzeit möglich sein. Das aber ist längst nicht alles.

Er ist u.a. Initiator und langjähriger Org.-Chef des Jenaer Kernberglaufs und des Spitzberglaufs. Auch den Geraer Silvesterlauf hat er geprägt.

Zufälligerweise ergaben sich in diesem Jahr gleich zwei miteinander verbundene Jubiläen. Der erste große Rennsteiglauf wurde 50 Jahre alt – und einer seiner vier Väter, Hans-Georg Kremer, feiert am 3. Juli sein 80. Lebensjahr.

Klaus Weidt stellte ihm einige neugierige Fragen:

Kommen wir gleich zur Geburt des inzwischen legendären Rennsteiglaufs. Wie ist der im Thüringer Wald entstanden? War er von euch geplant?

Die Idee war eigentlich, einen Mehrtage-Orientierungslauf nach schwedischem Vorbild zu entwickeln. Die Tests 1971 und 1972 zeigten, dass dieses nicht realisierbar war. Da wir vier Gründungsläufer teilweise auch in der DDR-Laufszene unterwegs waren, kam uns dann die Idee, eine möglichst lange Strecke auf dem Rennsteig zu laufen. Uns schwebte eine Länge von 100 Kilometern vor. Das schafften wir am Ende nicht ganz, aber über 80 waren es immerhin, womit der 1. Rennsteiglauf im Jahr 1973 seinen Ursprung bekam. Erst im Nachgang, 1974, haben wir diesen in die Zählung aufgenommen.

15.09.2018, International-Club, Berlin – Horst-Milde-Award: Dr. Hans-Georg Kremer (r) und Horst Milde  – Foto Juergen Engler

Eine interessante Geschichte. Hast du alle 50 Rennsteigläufe von da an selbst bestritten?

Natürlich. Und wenn ich unsere zwei Testläufe noch hinzufüge, sind es sogar 53, an denen ich beteiligt war. Würde ich alle Sonderveranstaltungen auf dem Rennsteig mitzählen, dürften es über 70 sein,

An welchen Lauf erinnerst du dich besonders – und warum?

An den ersten natürlich, das ist klar. Aber auch an 1977, den Rennsteiglauf mit dem schlechtesten Wetter, Regen von Start bis Ziel und Temperaturen nicht über 5 Grad. Und 2001 bin ich früh den „Halben“ mitgelaufen und am frühen Abend dann noch den 100-km-Gruppenlauf von Schmiedefeld nach Blankenstein. Den hatte ich organisiert. Unter die Haut ging auch mir der 1. Gesamtdeutschen Rennsteiglauf 1990, als wir über mehr als 50 Kilometer die teilweise noch intakten Grenzanlagen passierten.

Aktiv mit seiner Frau Gunda beim Rennsteiglauf – Foto: Privatarchiv Kremer

 

Hattest du Hobbies noch vor deinem unermüdlichen Laufengagement?

In früheren Jahren war ich sowohl als Töpfer als auch als Drechsler recht aktiv.

Hans-Georg Kremer (ganz rechts) beim Lauf über den Rennsteig. Er bestritt bisher alle 50 – Foto: Privatarchiv Kremer

 

Auch weltweit hattest du Starts gehabt. Welche sind dir unvergesslich?

Von den Auslandstarts die 100 km von Biel, aber auch einige Rotwein-Marathons wie die in Beausjalaise oder Cahbore. Gern denke ich auch an den Medoc-Marathon bei Bordeaux, wo man sich verkleiden kann.

Du hattest mehrere Laufgruppen und Läufe selbst gegründet und geformt…

Ja, an der Uni Jena 1975 und an den Betriebssportgemeinschaften Chemie Schwarza 1977 und Wismut Gera 1979. Dazu in Jena den Kernberglauf, in Schwarza den Schwarzatallauf, in Gera einen Silvesterlauf und noch einen Städtelauf Jena-Gera.

Kremer mal anders – In diesem Kostüm lief Hans-Georg Kremer sowohl den Medoc-Marathon als auch den 2. Jenaer Weinmarathon – Foto: Privatarchiv Kremer

 

Was wird dich nun mit 80+ noch so beschäftigen? Gibt es Wünsche?

Gesundheit und viel Zeit mit Frau, Kindern und Enkeln. Beschäftigen wird mich auch der von mir gegründete Wander- und Sportverein “ProSeniores“ in Jena und natürlich die Fortführung meiner sporthistorischen Forschungen.

In diesem Sinne, lieber Hans-Georg, alles Gute zu Deinem Ehrentag.

Klaus Weidt

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