Foto: Theo Kiefner
Wettkämpfe – Aufgaben sind wichtiger Teil der Ausbildung – Lothar Pöhlitz*
Das heißt dass viele, eigentlich die Mehrzahl der Rennen der Überprüfung des Ausbildungsstandes in der jeweiligen Ausbildungsetappe, als Test – oder „100% Intensität“ der entsprechenden aktuellen Inhalte genutzt werden sollten.
Dabei ist wichtig Schülern- oder Jugendlichen nur schon machbare Aufgaben mitzugeben, sie aber auch nicht in Rennen zu schicken (z.B. Konkurrenzsituation), in denen für sie die Enttäuschung vorprogrammiert ist.
Kleinere Wettkämpfe mit Erfolgsaussichten, vor allem Siege erhöhen die Motivation für die folgenden Trainingswochen. Unter diesen Gesichtspunkt ist die Organisation der Wettkampfleistungen im umfassenden Sinne nicht nur alters- sondern vor allem leistungsabhängig zu gestalten, das ist Lehrauftrag.
Trainer sollten auch bedenken das junge, aber auch ältere Läufer weniger zwischen wichtigen und weniger wichtigen Wettkämpfen unterscheiden wie sie selbst, sie wollen einfach gut sein und sollen Aufgaben erfüllen, d.h. üben dürfen. Deshalb sind Wettkämpfe nicht nur Teil der Trainingslehre, sondern auch psychophysische Aufgabenbewältigung, die von den Sportlern möglichst selbstständig vor- aber auch nachzubereiten sind. Das bedeutet auch, das Freunde und Familien im Laufe der Entwicklung immer weniger oft auf den Einlaufplatz gehören.
Dazu gehört auch das unerwartet negative Ergebnisse, Enttäuschungen, zuerst überschlafen werden sollten und sie erst beim nächsten Training – wenn sich die Rauchwolken verzogen haben – mit dem Sportler so zu besprechen das er/sie zum nächsten Rennen besser vorbereitet zurückkommen kann.
Die Wettkämpfe dienen dem sportlichen Formaufbau
Läufer deren Saison Rennen bis Ende August / Anfang September einschließen, sollten ihre Wettkampfperiode besser erst Anfang Juni beginnen und Zwischenwettkampfphasen einplanen. Auch Unterdistanz- oder Überdistanzrennen nahe an der Wettkampfstreckenlänge unterstützen den Formaufbau. Dabei sollten die anderen „Neben-Ausbildungsaufgaben“ nicht übersehen werden und die Ganzkörper-Stabilität im Jahr gesichert werden.
Nicht selten sieht man, vor allem von den Weltbesten, wie der eine oder die andere nach solchen „Trainingswettkämpfen“ auf dem Nebenplatz noch ein mittleres Intervallprogramm, einen kurzen schnellen Dauerlauf oder ein Fahrtspiel oder 12 Rasendiagonalen anschließen. Scheinbar weniger wichtige Rennen sind individuelle Trainingsrennen (Stärken, Schwächen, Spurts) die schon offensiv, aber auch nicht immer mit einer Zielzeit verbunden zu gestalten sind. Die Überprüfung der neuen Taktik, eines langen oder kurzen Spurts, des Tempogefühls für eine längere Strecke oder einer Tempowechsel-Taktik für das nächste wichtige Rennen sind wichtige Ausbildungs-Aufgaben im Aufbau einer Karriere.
Für wichtige Wettkämpfe gibt es diese Zusatzaufgaben
* die klimatischen Bedingungen beim Jahreshöhepunkt (EM, WM, OS) (Hitzeakklimatisation / Kleidung für Kälte oder Regen)
* die Zeitzonen zu berücksichtigen, auf Zeitdifferenzen vorbereiten
* die Höhenlage des Wettkampfortes zu berücksichtigen
* besondere Startzeiten (z.B. morgens) rechtzeitig zu simulieren
* auf Wettkampfserien (VL, ZL, HF, F) vorbereiten
auf mögliche besondere Callroom – Situationen einstellen
Informationen vor Ort über die organisatorischen Bedingungen
z.B. Fahrzeiten, Fußwege zum Einlaufplatz, ohne Heimtrainer
* Vorbereitung auf mögliche Dopingkontrollen nach Wettkämpfen
* auf die Klimaanlagen bei langen Flügen vorbereiten
Für jeden Wettkampf ist ein Plan zu erstellen, der situationsbedingt (Wette,r Bodenbedingungen z.B. beim Cross, Taktik der Gegner) zu ändern ist (Spikes, Startzeit, Mahlzeiten, Startnummer, Bekleidung usw.)
Weniger Wettbewerb führt zu leichteren Siegen oder guten Platzierungen auf einem niedrigeren Niveau. Leichtere Siege führen zu abnehmenden Anstrengungen im Training.
„Aufbauwettkämpfe haben eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der wettkampfspezifischen Leistungsfähigkeit. Sie sind aber so vor- und nachzubereiten, zu organisieren, dass das „Trainingsziel hohe Qualität“ auch realisierbar ist.
Innerhalb der Woche ersetzen sie dann eine Trainingseinheit entsprechender Qualität.“
Lothar Pöhlitz 1985
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*Lothar Pöhlitz – Dipl.- Sportlehrer für Leistungssport / Sportwissenschaftler / 1971 – 1979 Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums Lauf / Gehen der DDR / DLV-Bundestrainer 1980 – 1998/ 3x Olympia-Trainer für Deutschland / Langjährig Dozent an der Trainerakademie und DLV-Trainerschule
Spass und gute Stimmung für „Mehrbewegung“ im Training der Jüngsten – Lothar Pöhlitz*
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