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2026

Der Berliner Neujahrslauf am 1. Januar 2026 - kurz vor dem Start - Foto: Horst Milde

54. Berliner Neujahrslauf eröffnet die Saison 2026 im Laufschritt – hohe Beteiligung und fröhliche Stimmung bei Kälte – Horst Milde berichtet

By GRR 0

Der Erste Gesamt-Berliner Neujahrslauf am 1.1.1990 hatte „historische Dimensionen“ – national, als auch international – wenige Tage nach dem Mauerfall am 9. November 1989, daß ein Lauf nach fast 30 Jahren der Trennung zwischen Ost- und West-Berlin zum ersten Mal wieder durch beide Teile Berlins und durch das Brandenburger Tor verlaufen konnte.  

Die Frontläufer des Neujahrslaufes nach dem Start auf dem Boulevard „Unter den Linden“ – Foto: Horst Milde 

Die Idee zum Berliner Neujahrslauf kam von Michael Coleman, der mich am 10. November 1989 etwa um 9.00 früh aus London anrief – er kam seit Jahren als Times-Journalist zum BERLIN-MARATHON nach Berlin – und erklärte mir am Telefon, ich müsste unbedingt einen Neujahrslauf am 1.1.1990 vom Olympiastadion zum Roten Rathaus organisieren.

Edelhelfer Oliver  Bach kurz nach dem Start am Adlon – Foto: Horst milde

Auftakt ins Jahr 2026

Die Startnummer für den Neujahrslaud 2026 – F oto: Horst Milde 

Die 54. Auflage des Berliner Neujahrslaufs hielt wieder die besonderen Momente für die Teilnehmenden aus vielen Nationen bereit. Ganz egal, ob bis kurz vor dem Start noch gefeiert wurde oder ob am Vortag noch laufend aktiv beim Berliner Silvesterlauf – die 4.300 Aktiven am Neujahrstag hatten eines gemeinsam: Kühler Asphalt statt warmes Bett war ihre erste Wahl.

Überraschend war die hohe Zahl der Teilnehmenden. Es waren viele Kinder dabei, Eltern mit Kinderwagen, viele ältere Mitbürger, die es genossen auf dem Boulevard „Unter den Linden“ – ohne Autos – mit einer Startnummer gemächlich an einer Sportveranstaltung teilzunehmen.

Gemächlich beim Berliner Neujahrslauf – Foto: Horst Milde 

Es war ein Grad kalt – gefühlt minus 7 Grad –  da ein scharfer Wind wehte. Nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die vielen freiwilligen Helfer:innen an den Strassenecken „froren sich was“ ab. Trotzdem herrschte eine fröhliche Stimmung vor. Zuschauer riefen  „Frohes Neues Jahr“ und bimmelten mit Glocken.

23 Stunden zwischen dem Berliner Silvesterlauf und dem Berliner Neujahrslauf

Eine Berliner Spezialität: Zwei Traditionsläufe so dicht beieinander. Weniger als 24 Stunden von der 50. Auflage des Silvesterlaufs am Teufelsberg im Grunewald zum Neujahrslauf Nummer 54 am Brandenburger Tor.

Verwundert rieben sich einige Doppelstarter:innen die Augen. Haben sich da einige Teilnehmende des Berliner Silvesterlaufs nicht umgezogen – und sind im selben Kostüm wie am Vortag am Start?
Beim letzten Lauf des Jahres vermeldete der Organisator SCC EVENTS bereits Tage vor dem Rennen: Ausgebucht! 3.277 Teilnehmende hatten sich im Vorfeld für den Berliner Silvesterlauf registriert – mehr als je zuvor!

Sie hatten schwer mit dem Wind zu kämpfen, die Mäuse –  hier an der Staatsoper – Foto: Horst Milde 

Am Brandenburger Tor hat man zuerst immer das Gefühl, dass man allein auf den Start wartet – aber im letzten Ausgenblick füllt sich der Pariser Platz. Trotz der Silvesterfeier am Vortag hatte die Stadtrenigung (BSR) ganze Arbeit geleistet und das ganze Startgelände war in bester Ordnung.

Sprecher Karsten Holland motivierte mit flotter Musik, begrüsste die Teilnehmer zum Neuen Jahr 2026 und rief zum Geldspenden auf.

Zurück in die Historie

Ein Neujahrslauf war für die Läuferinnen und Läufer aus Ost-Berlin nichts Neues: Der Berliner Rundfunk mit dem bekannten DDR Journalisten Heinz-Florian Oertel an der Spitze organisierte schon seit Jahren (ab 1. Januar 1972) erfolgreich zusammen mit dem DTSB (Der Deutsche Turn- und Sportbund war die Zentrale für den Sport zuständige Massenorganisation der DDR) den (OST)-Berliner Neujahrslauf im Berliner Volkspark Friedrichshain, nach dem Muster des berühmten und tradtionellen Silvesterlaufes in Sao Paulo in Brasilien.

Läufer:innen mit verschiedenen Nationalflaggen in der Hand. Mittendrin Maskottchen Frido. Menorah im Hintergrund.
4.300 Läufer:innen starteten im lockeren Lauftempo beim Berliner Neujahrslauf 2025. – Foto: SCC Events

Laufen und spenden für die gute Sache – Spenden schon 1990 für UNICEF

Beim Berliner Neujahrslauf stehen traditionell nicht die schnellen Zeiten, sondern eher andere Dinge im Vordergrund. Die Teilnehmenden vereinen gleich zwei Dinge miteinander: Der erste gute Vorsatz für das neue Jahr – mehr Sport zu treiben – wird direkt umgesetzt und zudem tut man laufend Gutes. Beim Berliner Neujahrslauf verzichtet der Organisator SCC EVENTS seit jeher auf Teilnahmebeiträge und bittet stattdessen um Spenden, zum ersten Mal wurde überhaupt 1990 zum Spenden aufgerufen – für UNICEF!

Läufer wirft Bargeld in die Spendenbox einer Helferin.

Spenden für die Gute Sache in die Box – Foto: SCC Events

In den letzten 14 Jahren wurden Spenden in Höhe von über 60.000 Euro zugunsten der Björn Schulz Stiftung gesammelt. Die Stiftung begleitet Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit verschiedenen ambulanten Diensten in Berlin und Brandenburg, wie dem Hospiz Sonnenhof, steht man ihnen dort zur Seite.

Neben Bargeldzahlungen vor Ort spendeten die Teilnehmer:innen auch zahlreich mittels QR-Code auf den Startnummern und Urkunden über eine Online-Spendenplattform, die noch bis zum 27. Januar 2025 geöffnet ist.

Vom Rad in den Laufschuh: Doppelstarter und Ex-Radprofi Jens Voigt

Nachdem sich der 17-malige Tour-de-France-Starter Jens Voigt die verdiente Medaille beim Berliner Silvesterlauf über die 10-Kilometer-Strecke gesichert hatte, war der Ex-Radprofi auch beim Berliner Neujahrslauf aktiv – nicht ohne vorab seine Spende für die Björn Schulz Stiftung zu leisten. Neben ihm genossen die über 4.000 Teilnehmenden das lockere Lauftempo ohne Zeitdruck zum Jahresstart.

Der Schauspieler und Botschafter der Björn Schulz Stiftung, Falk Willy Wild, gab pünktlich um 12:00 Uhr das Startsignal für die Laufwilligen. Die vier Kilometer lange Strecke hielt auch für Sightseeing-Begeisterte wieder einiges bereit:

Die Erinerungs-Urkunde gab es im Ziel – Foto: Horst Milde 

Vom Pariser Platz vorbei am Hotel Adlon, der Staatsoper und dem Humboldtforum zum Berliner Dom bevor auf dem Rückweg die Neue Wache und die Humboldt-Universität passiert wurde. Die Teilnehmenden wurden am Brandenburger Tor von den Begeisterung verbreitenden Volunteers mit Urkunden, warmen Tee und Pfannkuchen empfangen.

Den vielen Volunteers – und den beteiligten Organisationen sei  – für ihren gelungenem Einsatz an diesem besonderem Tag – ganz besonders gedankt.

Horst Milde mit Material von SCC Events

Ergänzungen folgen noch 

Erster Gesamt-Berliner NEUJAHRSLAUF am 1. Januar 1990 um 14.00 Uhr – Start auf der Strasse des 17. Juni – Horst Milde berichtet

author: GRR