Die äthiopische Legende Haile Gebrselassie unterstützt Tigst Assefa – Foto: Marathon-Wochenende Berlin 2026 Berlin, Deutschland, 27. September 2026 Foto: Victah Sailer@PhotoRun
52. BMW BERLIN-MARATHON 2026: Trotz des Dramas sieht Berlins Zukunft rosig aus – Jörg Wenig
Ein weiteres dramatisches Kapitel wurde der glanzvollen Geschichte des BMW BERLIN-MARATHON hinzugefügt, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auch wenn dies ein Kapitel ist, auf das vor allem Tigst Assefa, aber auch die Organisatoren und alle anderen, die mit der Athletin und dem Rennen verbunden sind, gerne verzichtet hätten.
Doch Spitzensport kann grausam sein, und ein gewisses Maß an Drama gehörte schon immer zum Marathon dazu – mehr noch als bei fast jeder anderen Sportart.
Trotz des Schocks so kurz vor dem Ruhm und der Absage des kenianischen Superstars, Titelverteidigers und Weltrekordhalters Sabastian Sawe aufgrund einer Verletzung wenige Wochen vor dem Rennen wurde Berlin Zeuge eines weiteren grandiosen Marathons auf höchstem Niveau. Obwohl Tigst Assefa humpelnd über die Ziellinie lief, stellte sie dennoch einen Streckenrekord auf und erzielte mit 2:11:04 die drittschnellste Zeit, die jemals gelaufen wurde. Rechnet man die beeindruckende Siegerzeit von 2:02:50 des Äthiopiers Guye Adola hinzu, ergibt sich eine Gesamtzeit von 4:13:54. In dieser Rangliste war der 52. BMW BERLIN-MARATHON trotz aller Widrigkeiten der zweitschnellste Marathon aller Zeiten.
Wären weder Sabastian Sawe noch Tigst Assefa verletzt gewesen, hätte dieser BMW BERLIN-MARATHON ein unglaubliches Spektakel in Sachen Spitzensport werden können. Doch dazu sollte es in diesem Jahr nicht kommen. Eines wurde am Sonntag erneut deutlich: Berlin bietet die perfekte Bühne für außergewöhnliche Marathonleistungen.
Für Rennleiter Mark Milde, der in Berlin für das Elitefeld verantwortlich ist, waren es daher sehr gemischte Gefühle. „Das Leben geht weiter. Wir werden es nächstes Jahr erneut versuchen und uns sagen: Wir kommen stärker zurück“, sagte Mark Milde. „Es gab am Sonntag auch einige sehr starke Leistungen.“

Mark Milde – Berlin Marathon – Photo: Victah Sailer@PhotoRun victah1111@aol.com
Mark Milde kann sich sicherlich weiterhin auf die derzeit weltweit stärkste Marathon-Trainingsgruppe verlassen. Am Sonntag stammten die Siegerin Tigst Assefa, die Drittplatzierte Dera Dida, der Sieger bei den Männern, Guye Adola, sowie der Zweitplatzierte Gemechu Dida alle aus dieser Gruppe, die in Addis Abeba von Gemedu Dedefo trainiert wird.
Berlin ist hier in einer hervorragenden Position, da adidas nicht nur der traditionelle Sportsponsor von Deutschlands größtem Marathon ist, sondern auch Ausrüster und Sponsor der Managementgruppe unter der Leitung des Italieners Gianni Demadonna und seiner Partner Eric Lilot und Monica Pont Chafer. Die von diesen dreien betreuten Athleten sind auch diejenigen, die unter Gemedu Dedefo trainieren.
In Kenia wird das Trainingslager des Management-Trios in Kapsabet unterdessen von Claudio Berardelli geleitet. Zu den italienischen Trainern gehört unter anderem Sabastian Sawe.
Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass der BMW BERLIN-MARATHON weiterhin eine vielversprechende Zukunft hat – und dass ihm irgendwann auch wieder das nötige Quäntchen Glück zuteilwerden wird.
Weitere Informationen finden Sie online unter: http://www.berlin-marathon.com
race-news-service – Jörg Wenig
YouTube-Video von Prof. Helmut Winter mit Horst Milde über die Historie des BERLIN-MARATHON (1974) und des Crosslaufes am Teufelsberg (1964): https://www.youtube.com/watch?v=sEGve18Drf8
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