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22
09
2026

Werner Sonntag 100 im ARETE Verlag - - Cover: Redaktion

37. Literatur-Marathon mit Hommage für Werner Sonntag – und: Frieda Friedrich mit Idee für die Verwendung der Finisher-Medaillen …

By GRR 0

Mit dem 37. Literatur-Marathon wurde am vergangenen Sonntag in der Kunstfabrik „Schlot“ in Berlin-Mitte das kulturelle Rahmenprogramm beim diesjährigen BMW Berlin-Marathon eröffnet.

Die Lesung stand ganz im Zeichen des renommierten Laufpioniers und Laufliteraten Werner Sonntag aus Ostfildern bei Stuttgart, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Prof. Dr. Detlef Kuhlmann (l.) und Hausherr des Schlot John Kunkeler – Foto: Horst-Dieter Bellack

Aus diesem Anlass ist als eine Hommage das Buch „Werner Sonntag 100. Tagebuch einer Lauflegende“ (Arete 2026: Hildesheim) erschienen, aus dem mit Wolfgang W. Schüler (Wiesbaden) einer der beiden Herausgeber vortrug.

Herausgeber Wolfgang W. Schüler (l.) und Detlef Kuhlmann – Foto: Horst- Dieter Bellack

Werner Sonntag, der 2014 als erster mit dem Horst-Milde-Award für seine Lebensleistung im Laufsport ausgezeichnet wurde, hatte über viele Jahre u.a. ein Tagebuch im Internetportal „LaufReport“ verfasst. In seinen Texten berichtet er mal über Läufe, an denen er selbst teilgenommen hat, und mal macht er sich (kritische) Gedanken über Entwicklungen im Laufsport. Sogar der Berlin-Marathon, den Sonntag selbst elfmal gefinisht hat, kommt im Buch „lobend“ vor: „Es erfüllt mich mit tiefer Befriedigung, dass auch der unbedeutende Grunewaldmarathon (…) zum Weltstadtmarathon geworden ist. Schon deshalb muss ich hier laufen“.

Sonntag-Tagebuch-Herausgeber Wolfgang W. Schüler, im Hauptberuf einst als Sozialpädagoge im Jugendbereich tätig, hat als Lebensläufer seit über 40 Jahren u.a. die Lauftherapie in Deutschland vielschichtig entwickelt und beindruckte die Gäste (darunter „Mr. Berlin Marathon“ Horst Milde und die langjährige DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper) noch in zwei weiteren Vortragsrollen:

Publikum und Wolfgang Schüler im „Schlot“ – Foto: Horst-Dieter Bellack

Als Autor trug Wolfgang Schüler gleich zu Beginn eigene Laufgedichte aus seinem neuen Lyrik-Band „Durchgänge. Gedichte und Kurzgeschichten“ (trediton 2026: Ahrensburg) vor. Zum Schluss schlüpfte er in die Rolle als Übersetzer: Schüler hatte vor wenigen Monaten den amerikanischen Klassik-Bestseller „The Joy of Running“ aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen. Der Verfasser Dr. Thaddeus Kostrubala (1930-2020) war als Mediziner zum Protagonisten der Lauftherapie in den USA geworden. Das Werk liegt 50 Jahre nach der Originalausgabe endlich in deutscher Sprache vor: „Die Freude am Laufen“ (Ora Press: 2026, Santa Fe, New Mexico). Schüler skizzierte den Weg Kostrubalas vom Bewegungsmuffel zum Laufenthusiasten; beide hatten sich einst persönlich in den USA kennengelernt.

Und dann war da noch was mit Frieda Friedrich (Pseudonym) beim 37. Literatur-Marathon: Die unbekannte Autorin aus Ostwestfalen-Lippe hatte sich in ihrer Erzählung „Der Lorbeerbronzehund“ (BoD: 2026: Hamburg) Gedanken über die Verwendung der zahlreichen Finisher-Medaillen von Marathon-Läufer Karl-Ludwig gemacht. Der weiß nicht mehr, wohin mit all den Erinnerungsstücken. Moderator Detlef Kuhlmann trug die Erzählung in Auszügen vor, liess aber offen, was genau Karl-Ludwig damit am Ende gemacht hat … der Titel der Erzählung sollte aber ein Fingerzeig sein!

Race Director Mark Milde (l.) – mit Wolfgang Schüler und Detlef Kuhlmann – Foto: Horst-Dieter Bellack

Der Berliner Literatur-Marathon wurde unter dem Motto „Läufer lesen vor. Ein literarischer Marathon“ am Tag vor dem Berlin-Marathon 1990 in den Messehallen am Funkturm gestartet. Seit 2005 haben die Lesungen ihr Domizil in der Kunstfabrik „Schlot“.

Zuhörer im Schlot – Foto: Horst-Dieter Bellack

Vor genau 20 Jahren wurde hier „Berlin-Marathon. Eine Liebeserklärung“ (mit einem Nachwort von Horst Milde) von Berlins Lauflegende Bernd Hübner vorgestellt; inzwischen ist eine Anthologie mit dem Titel „Lit. Berlin-Marathon. Texte von der Strecke“ (Vorwort von Volker Schlöndorff) mit zahlreichen Autorinnen (u.a. Gesine Strempel, Susanne Mahlstedt) und Autoren (u.a. Manfred Steffny, Hajo Schumacher) erschienen, die alle schon beim Literatur-Marathon in Berlin zu Gast waren.

German Road Races (GRR)  – redaktion

Werner Sonntag und sein Lauftagebuch über den Literaturmarathon von Detlef Kuhlmann – Die Eintragung vom 17. September 2013 – Nachtrag!

Der 37. Literatur-Marathon BERLIN findet am Sonntag, dem 20. September 2026 um 17 Uhr in der Kunstfabrik „Schlot“ statt – Prof. Dr. Detlef Kuhlmann

author: GRR