Blog
07
04
2026

Start zum 10 km-Lauf mit in erster Reihe v.l. Hannes Burger (St.Nr. 2), Christoph Schrick (3) und Kefyalew Kifle (St.Nr.1) - Foto: Wilfried Raatz, wus-media --

Restlos ausverkauft! Der älteste deutsche Straßenlauf ist weiterhin auf Rekordkurs: 15.070 Teilnehmer wollten bei der 78. Auflage des Paderborner Osterlaufes dabei sein – Wilfried Raatz berichtet

By GRR 0

Glanzstücke beim 10 km-Lauf durch Sheila Chepkirui und Kefyalew Kifle

„Dass die klassischen Distanzen über 5 und 10 Kilometer und der Halbmarathon bereits im Vorfeld restlos ausgebucht sind, ist ein starkes Signal“, so Paderborns neuer Bürgermeister Stefan-Oliver Strate zur Begrüßung der Teilnehmer. „Der Osterlauf begeistert und das weit über die Grenzen Paderborns und unserer Region hinaus… und macht unsere Stadt am Karsamstag zu einem wahren Schauplatz des Laufsports!“

Und macht der Organisation des Paderborner Osterlaufes ein außergewöhnliches Lob: „Der Paderborner Osterlauf ist weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf. Es ist ein fester Bestandteil unseres städtischen Lebens und ein unverkennbares Zeichen für Gemeinschaft, Begeisterung und gelebte Tradition!“

In der Tat, es ist begeisternd, was die Crew um den Grün-Weiß-Präsidenten Martin Kaiser, Organisationschef Christian Stork, die Manager Mathias Vetter und Mareen Walbaum und Sportamtsleiter Dirk Happe einmal mehr auf die Beine gestellt hat. Die 78. Auflage des älte4sten deutschen Straßenlaufs hat ein weiteres Mal eine neue Rekordmarke aufgestellt, denn noch nie waren nahezu alle Wettbewerbe frühzeitig ausgebucht und mit einem Sprung auf 15.070 Teilnehmer eine weitere Höchstmarke erreicht.

Dieses war zweifellos nur deshalb möglich, weil die Organisatoren an einigen Stellschrauben nach sorgfältiger Prüfung gedreht haben und zum Beispiel den 10 km-Lauf, der in offizieller Lesart „Hotel Vivendi 10 km Lauf“ heißt, in sechs Blockstarts auf die zehn Kilometer geschickt. Nur deshalb konnten 5.097 Startwillige auf die Reise rund um den Sportzentrum Maspernplatz geschickt werden.

Und hier gab es die mit Abstand schnellsten Endzeiten. So stürmte Sheila Chepkirui bei ihrem zweiten Start außerhalb Kenias mit 30:41 Minuten zu einer außergewöhnlichen Siegerzeit, die nur 12 Sekunden über dem 2023 von Tsigie Gebreselama Gebrerufal aufgestellten Rekord liegt. Dass die Favoritin des Rennens bezeichnender Weise die Startnummer F7 trug, ist zudem ein Garant für eine zu erwartende Höchstleistung für die Athletin des Athletenmanagers Philipp Kopp, obgleich ihre Bestmarke im 32er Bereich anzusiedeln war.

Mit Christine Komen (31:58), Sheila Jeruto (32:22) und Rency Kogo (32:30) folgten ihr gleich drei Landsfrauen auf den nächsten Rängen, ehe die „europäische Fraktion“ von der Belgierin Eline Dalemans (32:51), der Polin Sabina Jarzabek (33:37) und der Berlinerin Rabea Schöneborn (33:49) angeführt wurde. Rabea musste sich allerdings kräftig strecken, um die für die Running Crew Münster startende Frieda Breitkopf mit 33:52 auf Rang acht zu verweisen.

…  auch das gibt es in Paderborn: Foto: Wilfried Raatz, wus-media

Zeitweise deutlich unter 28 Minuten unterwegs war der für den hessischen Sportverein Fun-Ball Dortelweil startende gebürtige Äthiopier Kefyalew Kifle, der allerdings auf der zweiten Streckenhälfte dem störenden Wind und seinem angeschlagenen Tempo Tribut zollen musste, mit 28:12 Minuten dennoch einen starken Auftritt auf die schnelle Paderborner Strecke legte. Und dabei seinen Hausrekord aus dem Vorjahr um eine „läppische“ Sekunde verpasste. „Für mich ist dies ein toller Erfolg, nachdem ich im vergangenen Jahr hier Vierter geworden war“, so der schon über drei Jahre nahe Frankfurt lebende Äthiopier in gutem Deutsch.

Es spricht für den sympathischen Athleten, der in Frankfurt von Benjamin Stalf betreut wird, als er nach seinen Zielen angesprochen wurde und das zur Antwort gab: „Ich möchte einen Ausbildungsplatz haben, der mir ein Einkommen sichert. Sportlich kann ich mir eine 13:10 bis 13:20 über 5000 m, über 10.000 m sub 28 Minuten vorstellen!“

Dicht hinter Stanley Kipchirchir Rutto (28:53) folgte mit Hannes Burger im Trikot von Düsseldorf Athletics der schnellste deutsche Läufer, der gerne wie in Uelzen unter der 29 Minuten-Marke geblieben wäre, aber letztlich mit 29:04 als Dritter auf dem Siegerpodest stand. „Es lief heute recht zäh, mir hat der Wind doch etwas zu schaffen gemacht“. Diesen Platz hätte gerne auch Christoph Schricki gerne erreicht, doch dem Schützling von Wolfgang Heinig fehlte im Schlussdrittel das nötige Stehvermögen, um mehr als eine 29:43 zu erreichen. Übrigens wird man den letztjährigen R5K-Sieger der U23 beim Hannover-Marathon sehen, dies allerdings als geplanter Tempomacher für Fabienne Königstein.

Bleibt noch ein Blick auf die Halbmarathondistanz, die ein Jahr nach den integrierten Deutschen Meisterschaften, vor allem mit 3405 Teilnehmern punktete. Wie schon über 10 km fehlten deutsche Leistungsträger, die einfach aufgrund des dramatisch engen Terminkalenders mit dichter Folge von deutschen Meisterschaften über 10 km, Halbmarathon und Marathon und zudem dem Berliner Halbmarathon, andere Prioritäten setzen mussten.

Dies freilich hat der guten Stimmung entlang der Strecke keinen Abbruch getan. Partyzone überall, das durften per Fahrrad Organisationschef Christian Stork und Bürgermeister Stefan-Oliver Strate live und vor allem bei frühlingshaften Temperaturen in Farbe erleben.

Im Alleingang kam dabei der Belgier Vinnie van Puyvelde in 1:08:01 Stunden zum Sieg vor Erik Peters (1:10:15) und Dustin Karsch (1:11:48) und freut sich nach seiner gelungenen Generalprobe nun auf seinen Marathonstart in Riga.

Bei den Frauen gewann die aus Osnabrück stammende Marlena Götza in 1:19:52 vor Reikja Krause (1:20:28) und Charlene Warnhoff (1:24:06).

Wilfried Raatz

author: GRR