Uli Röder mit seiner Jutta vor dem Vereinstreff in Schmiedefeld. - Foto H. Scheler.
Rennsteig-Etappenlauf-Vater Uli Röder verstorben – Dr. Hans-Georg Kremer
Das Jahr 2026 beginnt mit einer traurigen Nachricht: Uli Röder (Jg. 1941) ist nach schwerer Krankheit am 15. Januar verstorben.
Ulli Röder gehörte zu den Urgesteinen unter den Rennsteiglauforganisatoren, die nicht in einem Ort nahe des Rennsteigs wohnhaft waren. Sein Namen ist besonders verbunden mit der „Erfindung“ und jahrzehntelangen Organisation der Rennsteigetappenläufe.
Der studierte Lehrer für Mathematik, Physik und Sport in Schwerin kam Mitte der 1960er Jahre als Freizeitsportler zum Ausdauerlauf, erst als Aktiver und dann als Lauftreffleiter. 1978 startete er erstmals beim GutsMuths-Rennsteiglauf auf der Marathonstrecke von Neuhaus nach Schmiedefeld, die er bis 1990 insgesamt zehn Mal absolvierte.
Vom Schuldienst wechselte Uli Röder ab 1979 zum Sport und wurde Geschäftsführer des Bezirksfachausschusses Leichtathletik, besuchte verschiedene Übungsleiter- und Trainer-Lehrgänge an der Zentralschule des DTSB in Bad Blankenburg und wurde zu einem wichtigen Organisator der Leichtathletik im Bezirk Schwerin, heute Mecklenburg-Vorpommern. So war er wesentlich an der Organisation von Meisterschaften und Spartakiade-Wettkämpfen beteiligt.
Auch der Laufbewegung blieb er treu. Er initiierte und organisierte die Ausdauerlauf-Rangliste des Bezirkes, gehörte 1985 zu den Mitbegründer des Schweriner Fünf-Seen-Laufs, auch Rennsteiglauf des Nordens genannt und nahm mit seiner Laufgruppe von der BSG Medizin Schwerin an vielen Veranstaltungen in der ganzen DDR teil.
Nach der politischen Wende war Uli Röder noch Laufwart (bis 1993) im Leichtathletik-Verband Mecklenburg-Vorpommern, Mitglied beim Schweriner Sportclub, Laufgruppenleiter und Betreuer von Aktiven u.a. von Birgit Schuckmann, der Rennsteiglaufsiegerin 1987 auf der Marathonstrecke.
1993 übernahm er die Gesamtleitung der Norddeutschen Leichtathletikmeisterschaften (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) in Schwerin.
Die Liebe zog ihn 1994 nach Gera, wo er sich sofort in die Organisation der örtlichen Laufbewegung einbrachte und den Geraer Laufcup mit jährlich 12 – 15 Läufen ins Leben rief und viele Jahre die Leitung dieser Laufserie als Vorsitzender des Stadtfachverbandes Leichtathletik Gera (bis 2012) innehatte.
Zu Gute kam dem damals arbeitslosen Uli Röder, dass der Gründungspräsident des GutsMuths-Rennsteiglaufvereins damals in Gera wohnte und dieser beim Arbeitsamt eine Stelle bekommen konnte, um eine Außen-Geschäftsstelle für den Verein damit zu besetzen. Anfangs war diese Geschäftsstelle in der Privatwohnung des Präsidenten, konnte aber bald in das Sportschuhgeschäft „Lauf und Condition“ des Rennsteigläufers Peter Carqueville umziehen.
Neben dieser Arbeit als Geschäftsstellenmitarbeiter übernahm Uli Röder auch Aufgaben für die Rennsteiglauforganisation in Schmiedefeld bis seine Stelle nicht mehr gefördert wurde (1999). Besonders lag ihm dabei auch die Entwicklung der Wanderstrecke über 50km über den östlichen Rennsteig, der ja seinem Wohnsitz nahe war, am Herzen.
Mit den Geraern Aldo Mertens, Uwe Grellmann und Olaf Ritter machte er sich 1996 zu einem Testlauf über vier Etappen von Hörschel nach Blankenstein auf den Weg, die die Vierergruppe, trotz Dauerregens an den ersten drei Tagen, in vier Tagen bewältigte. Dies war der Startschuss für die Rennsteigetappenläufe, die Uli Röder dann ab 1997 jährlich zwei Mal mit seiner Lebensgefährtin Jutta Büchle und den Rennsteiglauforganisatoren vor Ort organisierte. Dabei gab es ein Komplettangebot für die Teilnehmer, das von der Hotelübernachtung, der Streckenbetreuung bis zur feierlichen Siegerehrung am Ende reichte. Die Serie kam so gut an, dass es sich etliche Starterinnen und Starter nicht nehmen ließen, wiederholt an den Start zu gehen.
Uli Röder selber kommentierte die Zielstellung seiner Etappenläufe wie folgt: „Beim Rennsteiglauf schaut keiner nach rechts und links, alle wollen sie nur schnell ins Ziel. Das sollte beim Etappenlauf über 170 Kilometer anders sein. Mein Anliegen war es, den Läufern den Rennsteig, die Schönheit der Landschaft, Kultur und Geschichte Thüringens näher zu bringen und auch was für den Tourismus in der Region zu tun“, erzählte Sieghard Zitzmann, der nach der 50. Auflage schrittweise die Organisation der Etappenläufe übernahm.
Für seine Verdienste um die Entwicklung und Organisation für den GutsMuths Rennsteiglaufvereins wurde Uli Röder mit der GutsMuths-Ehrenmedaille in Silber ausgezeichnet
Dr. Hans-Georg Kremer
Ziegenhainer Str. 77
07749 Jena
Tel.: 03641-363094
EN