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18
02
2026

Studie zu Digitalen Medien im Sportunterricht - Foto: Deutsche Sporthochule Köln

Digitale Medien im Sportunterricht – Studie zeigt differenzierte Haltung bei Jugendlichen – Deutsche Sporthochschule Köln

By GRR 0

Köln, 18. Februar 2026 – Digitale Medien halten zunehmend Einzug in den Schulalltag – auch im Sportunterricht.

Doch wie stehen Jugendliche selbst dazu? Eine aktuelle Studie des Psychologischen Instituts der Deutschen Sporthochschule Köln zeigt: Die Akzeptanz digitaler Medien im Sportunterricht ist unter Schüler*innen gespalten.

Im Rahmen der Untersuchung befragten Juliane Mackenbrock und Prof. Dr. Jens Kleinert insgesamt 291 Jugendliche (153 Mädchen und 138 Jungen) im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ziel der Studie war es, sowohl die Zustimmung zu digitalen Medien als auch mögliche Vorbehalte systematisch zu erfassen.

Zwei Lager mit unterschiedlichen Perspektiven

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Die befragten Schüler*innen verteilen sich nahezu gleichmäßig auf zwei Gruppen – jene, die digitale Medien im Sportunterricht befürworten, und jene, die ihnen kritisch gegenüberstehen. Besonders deutlich wird, dass die Akzeptanz stark von der konkreten Einsatzform abhängt.

„Während Anwendungen im Bereich Entertainment, etwa Musik zur Bewegungsbegleitung, überwiegend positiv bewertet werden, stoßen andere Formen wie digitale Bewegungsinstruktionen oder Feedbacksysteme lediglich auf moderate Zustimmung“, erläutert Juliane Mackenbrock.

Freude und Nutzen fördern Akzeptanz

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Wahrgenommene Freude und Nützlichkeit wirken sich  positiv auf die Befürwortung digitaler Medien aus. Soziale Erwartungen hingegen – also das Gefühl, digitale Medien nutzen zu müssen, weil es andere erwarten – fördern eher Widerstand.

„Bemerkenswert ist zudem, dass rund die Hälfte der Befragten in offenen Antworten konkrete Gegenargumente formulierte. Viele Jugendliche betonten, dass der Sportunterricht in erster Linie der Bewegung diene und digitale Medien vom eigentlichen Ziel des Unterrichts ablenken könnten“, ordnet Prof. Jens Kleinert ein.

Kritische Medienkompetenz als positives Signal

Aus Sicht der Forschungsgruppe ist gerade diese differenzierte Haltung ein positives Ergebnis. Mackenbrock: „Die Studie zeigt, dass Jugendliche digitale Entwicklungen nicht unreflektiert übernehmen, sondern deren Sinnhaftigkeit kontextabhängig bewerten.“ Digitalisierung im Sportunterricht könne demnach nicht grundsätzlich als positiv vorausgesetzt werden, sondern solle stets didaktisch begründet und situationsangemessen eingesetzt werden, so die Wissenschaftler*innen.  Kleinert: „Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer reflektierten und wissenschaftlich begleiteten Integration digitaler Medien in schulische Bewegungsangebote.“

Die Studie ist Teil des Verbundprojektes ComeSport – ein Netzwerk aus insgesamt 11 Universitäten, das erforscht, wie digitale Innovationen sinnvoll und pädagogisch fundiert in die Sportlehrkräftebildung integriert werden können.

Weitere Infos:

Zur Studie

Projekt ComeSport

Kontakt Psychologisches Institut  – Juliane Mackenbrock – 0221/ 4982-5514

j.mackenbrock@dshs-koeln.de

Prof. Dr. Jens Kleinert – 0221/ 4982-5490 – kleinert@dshs-koeln.de

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