Joshua Holtmann und Simone Raatz - Foto: Vetanstalter
Deutscher Doppelsieg beim Eismarathon in Norwegen Simone Raatz gewann nach ihrem Erfolg über die Halbmarathondistanz nun auch den Marathon-Wettbewerb und verpasste den Streckenrekord um 43 Sekunden – von Ludwig Reiser
Bei den Männern setzte sich bei seiner Premiere Joshua Holdmann überlegen durch
Eine Woche nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft über die Halbmarathondistanz in der W50-Klasse in Frankfurt setzte Simone Raatz ein weiteres Ausrufezeichen. Die 50jährige Langstrecklerin gewann den Frozen Lake Marathon auf dem zugefrorenen Tisleifjorden im Nordwesten Norwegens in überlegener Manier nach 3:21:27 Stunden vor der Ungarin Eva Tolnai (3:33:26) und der einheimischen Lisabeth Saeterbo (3:35:23).
Im der Gesamtwertung der von 500 Läufern aus 36 Nationen besetzten außergewöhnlichen Laufspektakels lief Simone als Zweite hinter dem ebenfalls aus Deutschland kommenden Joshua Holdmann (3:19:17) ins Ziel. „Schade, dass ich Joshua nach 33 Kilometern weglaufen lassen musste, denn bis dahin konnten wir sehr gut zusammenarbeiten und gemeinsam an der Spitze mehr und mehr die Konkurrenz abschütteln!“ gestand die Darmstädterin im Ziel.

Podium – Foto: Veranstalter
Der Tagesschnellste Joshua Holdmann konnte sein Glück kaum fassen, denn der eigentliche Triathlet aus Bielefeld hatte noch nie einen Wettbewerb dieser Größenordnung gewonnen. „Das Rennen hat mir unheimlich Spaß gemacht, vor allem wenn man alleine vorweg laufen kann und einen beruhigenden Vorsprung hat. Gegen Ende war es allerdings schon sehr hart“, so der Bielefelder. Zehn Minuten betrug der Vorsprung des 31jährigen auf den Zweitplatzierten Petter Bjombakk, auf Rang drei rundete mit Tom Lorenz (3:41:23) ein weiterer deutscher Starter das Podium ab.
Ungewöhnlich dabei, dass die Strecke auf dem 80 Zentimeter tief gefrorenen See nur mit Spikes oder Laufschuhen mit Nägeleinsätzen gelaufen werden konnte. Bei Temperaturen von wenigen Minusgraden schien zwar durchweg die Sonne, aber ein starker Wind ließ die Teilnehmer doch merklich auskühlen. „Mit der Zeit bin ich natürlich sehr zufrieden. Bei einem Straßenmarathon dürfte diese Zeit eine Endzeit von knapp unter drei Stunden wert sein!“
Den seit 2019 von der Britin Jackie Stretton mit 3:20:44 gehaltenen Streckenrekord verpasste die ASC-Läuferin dabei um lediglich 43 Sekunden mit der zweitschnellsten jemals auf dem Tisleifjorden gelaufenen Endzeit. Vor zwei Jahren war die Darmstädterin schon einmal am Start und gewann die Halbmarathon-Distanz.
Ludwig Reiser
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