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2026

50. Berliner Silvesterlauf - Start auf dem Parkplatz gegenüber dem Mommsenstadion - die Spitzen Gruppe - Horst Milde

Der 50. Berliner Silvesterlauf 2025 ein Lauf mit langer Tradition – Ein unvergesslicher Jahresausklang mit Schnee und ohne Drachenfliegerberg – Horst Milde berichtet

By GRR 0

Zum Jahreswechsel 2025/2026 ist die Berliner Laufszene auf zwei Klassiker fokussiert: Den 50. Berliner Silvesterlauf (seit 1977) und den 54. Berliner Neujahrslauf als sport- und welthistorische Einmaligkeit (seit 1990).

Beide Veranstaltungen gehören seit Jahrzehnten für die Berliner Bevölkerung zur Tradition des Jahresabschlusses, zumal beide Läufe die bewegte Geschichte (Ost- und West-) Berlins widerspiegeln.

Der 50. Berliner Silvesterlauf begann seine lange Geschichte 1977 als Berglauf (über den Teufelsberg) und wurde sogleich wieder abgesagt, da Straßen und Wege durch Eis und Schnee für die Teilnehmer unpassierbar waren.

Gleich nach dem Start in die Harbigstrasse und ab in den Grunewald – Foto: Horst Milde 

Eine Absage gab es 2025 beim 50. Berliner Silvesterlauf NICHT – aber beinahe. Start und Ziel am Mommsenstadion waren mit Schnee bedeckt und langsam am Abtauen und hatte man hatte Schwierigkeiten richtig „Fuss zu fassen“. Aus Sicherheitsgründen für die Teilnehmer wurden aber die Passagen über den Drachenfliegerberg des Teufelsberges herausgenommen. Es fehlte damit zwar der „Höhepunkt“ des Laufes, das „Salz in der Suppe“ und der Panoramablick über Berlin, aber der Lauf wurde wenigstens nicht abgesagt wie 1977.

Die Ausschreibung zum 1. Berliner Berglauf am 23. Januar 1977 – Foto: Horst Milde  

Der Berliner Silvesterlauf als Highlight der Laufszene

In den frühen Morgenstunden des Veranstaltungstags schüttelte Frau Holle kräftig ihre Betten aus und hüllte Berlin in eine geschlossene Schneedecke. Doch nicht nur die Hauptstadt, sondern weite Teile Norddeutschlands waren von starkem Schneefall betroffen. Während in Niedersachsen Laufveranstaltungen aufgrund der aktuellen Wetterlage abgesagt werden mussten,  dieses Schicksal ersparte man der Veranstaltung ein zweites Mal. Mit diesen „entschärften“ Kursen konnte die Veranstaltung schließlich planmäßig starten.

Die zweite Runde beginnt – mit Rückkehr in die Harbigstrasse – Foto: Horst Milde 

Insgesamt waren über alle Distanzen verteilt etwa 3.500 Sportler:innen am Start vor dem Mommsenstadion in Berlin-Charlottenburg. Vom 4-Kilometer-Lauf für die Jüngeren und Einsteiger:innen bis zum Hauptlauf über rund 10 Kilometer. Mit  diesen Teilnehmendenzahl zählt das Event in Deutschland zu den größeren seiner Art.

Nordic Walkerin (r.) im Gegenverkehr – Foto: Horst Milde 

Start und Ziel befanden sich auf dem räumlich dezimierten Parkplatz gegenüber dem Mommsenstadion. Der Start des Hauptlaufes dauerte weit über 20 Minuten, da die Startpassage sehr eng war. Die Strecke verlief über die Harbigstrasse in den Grunewald, vorbei an der Försterei Eichkamp und der ehemaligen Kiesgrube zurück auf die Teufelsseechaussee zur Waldschulallee – am Start vorbei in die zweite Runde

Beim Berliner Silvesterlauf gehört es für viele Läufer:innen dazu, sich zu verkleiden. Erster Treffpunkt ist die Fotowand. © SCC EVENTS / Tilo Wiedensohler

Schon der Start vor dem Mommsenstadion sorgte für Gänsehautstimmung: Läufer:innen in fantasievollen Kostümen, von leuchtenden Superheld:innen, über eine Seifenblasendose bis hin zu skurrilen Tier-Outfits sowie Nasa-Astronauten, liefen um die Wette und setzten dabei ein buntes, fröhliches Zeichen gegen den grauen Winter. Der Tummelplatz für unendlich viele verkleidete Teilnehmende war die aufgestellte Fotowand.

„Edelhelfer“ seit Jahrzehnten: Olli (Oliver) BACH – Foto: Horst Milde 

Auch der ehemalige Radrennprofi Jens Voigt war, wie im vergangenen Jahr, mit von der Partie. Svea Schnee, als Drittplatzierte bei den Jugendlichen, schien sich heute nach dem Motto nomen est omen besonders wohl gefühlt zu haben.

Naturerlebnis Grunewald: Panorama, Höhenmeter und Medaille

 Jeder Schritt, jede Anstrengung wurde belohnt, und im Ziel warteten die beliebten Finisher-Medaillen, erstmals in Pfannkuchenform, sowie duftende Pfannkuchen, warmer Tee und alkoholfreier Sekt als süßer Lohn für die körperlichen Mühen.

Folgende Läufer:innen der Zehn-Kilometer-Distanz durften hierbei zuallererst zubeißen:
1. Lisa Felicitas Rihm (Berlin Track Club), 2. Katja Fischer (Marathon Team Berlin), 3. Anja Krüger und bei den Herren 1. Tim Mogilka (Berlin Track Club), 2. Laurids Koster (SCC BERLIN), 3. Lucas Hermann (SCC BERLIN).

Kompaktes Mittelfeld – Foto: Horst Milde 

Aufgrund der Witterungsbedingungen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, das Zehn-Kilometer-Rennen nach einer Runde (4,9 km) zu beenden oder die komplette Distanz zu absolvieren. Infolge der Kurzfristigkeit der Umstände erfolgte keine Zwischenzeitnahme.

Daher gibt es nur eine alphabetische Auflistung der Zeiten und kein Ranking – weitere Infos und Ergebnisse hier.

Die spannende Historie des Berliner Silvesterlaufes ist unten als separater Anhang zu lesen.

Im Ziel wartete in diesem Jahr eine neu gestaltete Medaille in Pfannkuchenform, natürlich gab es den Namensgeber auch in echt.  © SCC EVENTS / Tilo Wiedensohler

Nachhaltiger Silvesterlauf in Berlin: Mehrwegbecher und innovative Ökotoiletten

Besonders hervorzuheben ist die konsequente Nachhaltigkeit des Events: Die Versorgung erfolgte ausschließlich über Mehrwegbecher, ein wichtiger Schritt, um Sport und Umweltbewusstsein zu vereinen. Zum ersten Mal in der Historie der Veranstaltung wurden Ökotoiletten eingesetzt. Die Trocken- bzw. Trenntoiletten funktionieren mit Streuspülung und Urintrennung – komplett ohne Wasser! Anschließend werden die gesammelten Nährstoffe durch einen Abhol- und Recyclingservice in hochwertigen Superdünger umgewandelt. Die Toiletten sind hygienisch, sauber und geruchsneutral. Näheres dazu findet sich hier.

Gemeinschaft, Emotionen und Ausblick: Warum der Berliner Silvesterlauf begeistert

Der Berliner Silvesterlauf 2025 zeigte einmal mehr, dass Sport Menschen verbindet, dass Kreativität keine Grenzen kennt und dass ein Jahreswechsel auch ohne Feuerwerk richtig bunt, wild und emotional sein kann.

In der Unterzeile heisst der Berliner Silvesterlauf – entsprechend seiner Geschichte auch „Pfannkuchenlauf“. Den Pfannkuchen bekam man traditionell im Ziel überreicht, aber NEU in diesem Jahr, es gab die Erinnerungsmedaille in der Form des „Pfannkuchens“.

Pfannkuchen-Medaille mit Drachenfliegerberg – Foto: Wilfried Köhnke

Pfannkuchen-Medaille mit  dem Cross-Country-Wildschweinsymbol von 1964 und Sektflasche – Foto: Wilfried Köhnke

Die Umsicht und Rücksicht aller Teilnehmenden sowie die Flexibilität des Organisators sorgten für sichere Rennen, bei denen nicht die Jagd nach Zeiten, sondern Spaß und Sicherheit im Vordergrund standen.

Wer dabei war, nahm neben Medaillen und Pfannkuchen vor allem unvergessliche Erinnerungen an einen Lauf voller Leidenschaft und Gemeinschaft mit nach Hause. Bilder der glücklichen Gesichter in der Fotogalerie belegen das.

Horst Milde – mit Material von SCC Events

Wie aus dem Berliner Berglauf der Berliner Silvesterlauf wurde – Absage bei der Premiere, dem 23. Januar 1977 – jetzt ein Berliner Traditionslauf und Klassiker! Horst Milde berichtet

25. Berliner Gänsebraten verdauungslauf am Zweiten Weihnachtsfeiertag, Freitag, dem 26.12.2025 – Berliner Lauftradition mit Kultcharakter – Horst Milde berichtet

author: GRR