Am Rande: Jérome Clavier ist seit 2009 Stellvertretender Direktor der Nationalen Vereinigung des Schulsports in Créteil, daher hat er auch den Spielraum zu trainieren und dieser Posten erlaubt ihm, sich intensiver auf London (Olympia) vorzubereiten.
Cottbuser Springer-Meeting der VR Bank Lausitz eG am 26. Januar 2011 – Franzose mit Ehrgeiz und gesunder Lebensphilosophie
Franzose mit Ehrgeiz und gesunder Lebensphilosophie
Porträt: Jérome Clavier (Frankreich)
Zwei erfolgreiche Franzosen starten beim diesjährigen Cottbuser Springer-Meeting der VR Bank Lausitz eG am 26. Januar 2011. Neben dem Europameister im Stabhochsprung Renaud Lavillenie geht auch sein Landsmann Jerome Clavier an den Start. Er wurde Vierter bei der Hallen-WM 2008 und will in diesem Jahr als Lokalmatador natürlich in Paris bei der Hallen-EM eine Medaille gewinnen.
Der sympathische 27-jährige Stabartist arbeitet seit 3 Jahren als Sportlehrer, so wie sein Vater Christian. Im Kindergartenalter begann Jérome Sport zu treiben und erinnert sich, dass er mit 5 Jahren das erste Mal bei den Französischen Meisterschaften dabei war und zwar bei der Eröffnungszeremonie. Bis 12 Jahren probierte er alle Disziplinen der Leichtathletik, bis sein Sportlehrer ihn für den Stabhochsprung empfahl. Jeromes Vater trainierte ihn selbst ab der 6. Klasse, beide bestätigen: „Das schafft feste Verbindungen, wir haben viel gemeinsam erlebt.“
Jerome wurde aus zwei Gründen Sportlehrer, zum einen der guten Bezahlung wegen und zum anderen aus ganz persönlichen Gründen, die er mit anderen Athleten teilt. „Nicht beruflich tätig zu sein, kann für einen Athleten von Vorteil sein, so lange alles auf sportlichem Gebiet gut läuft.“
Wenn ihn allerdings die Zweifel zermürben, ist es dem Franzosen wichtig, ein Mittel zu haben, um den Druck abzulegen. Außerdem möchte er dem Sport zurückgeben, was der ihm selbst gebracht hat. Deshalb will Clavier seinen Schülern seine Leidenschaft für den Sport weitergeben, selbst, wenn es utopisch erscheint. Bemerkenswert ist, dass es bei ihm seit seinem beruflichen Einstieg, mit seiner Karriere bergauf ging und es noch nie so gut lief, wie jetzt, wie er selbst bestätigte.
Nach seinen Zielen gefragt, antwortet er schmunzelnd: „Verbesserung seiner Bestleistung (5,80m/2008), um seinen Trainer Baudouin zu schlagen und um einen Meter höher als sein Vater zu springen.“ Auf die Frage, ob er sich später auch als Trainer versuchen möchte, antwortet Jerome, der seit kurzem verheiratet ist: „Im Moment nicht. Wenn ich eines Tages Kinder mit seiner Frau habe, würde ich sie zum Großvater schicken.“ Denn er warte bereits auf eine Fortsetzung, nachdem er seinen Sohn so erfolgreich in die Spur geschickt hat.
Im letzten Jahr war Jérome die Nr. 4 in Frankreich und wurde deshalb nicht für die EM nominiert. Jetzt wartet er auf die Revanche und will natürlich bereits in der Hallensaison voll auftrumpfen. Wir dürfen also gespannt sein, was Clavier und Lavillenie am kommenden Mittwoch (26.01.) bei ihrer Premiere in der Cottbuser LausitzArena der Konkurrenz zu bieten haben. Weitere Infos unter www.springermeeting-cottbus.de
Am Rande: Jérome Clavier ist seit 2009 Stellvertretender Direktor der Nationalen Vereinigung des Schulsports in Créteil, daher hat er auch den Spielraum zu trainieren und dieser Posten erlaubt ihm, sich intensiver auf London (Olympia) vorzubereiten.
Jérome Clavier (*3.5.1983/1,76m 61 kg)
Ich mag: meine Frau, hart trainieren, meine Wohnung, meinen Job
Ich mag nicht: Eier, Heuchler, wenn der Stab bricht
Hobbies / Interessen: Sport allgemein, Kino, Kochen
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