Hans Grodotzki bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 © MARATHONEUM
Zweifacher Olympischer Silber Medaillen Gewinner und GRR-Award-Preisträger Hans Grodotzki im Alter von 90 Jahren verstorben – Ein Nachruf von Wilfried Raatz
Bei der Jahrestagung von German Road Races (GRR) 2014 im Historischen Rathaus in Hamburg durfte der GRR-Vorstand Hans Grodotzki mit dem Award für das sportliche Lebenswerk ehren.
Der zweifache Silbermedaillengewinner der Olympischen Spielen 1960 in Rom hatte nämlich etwas geschafft, was keinem deutschen Läufer bislang gelingen sollte. Nämlich über 5000 m und 10.000 m zwei Langstrecken-Medaillen zu gewinnen.
Hans Grodotzki (l) – Alina Reh – Patrick Karl – Günter Scheefer (GRR-Trainerpreis) – Foto: Heinfried Maschmeyer
Vor wenigen Tagen ist Hans Grodotzki im Alter von 90 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Potsdam verstorben. „Ich hatte Hans immer wieder einmal in Potsdam besucht oder mit ihm von Zeit zu Zeit telefoniert “, so Horst Milde, der als GRR-Vorsitzender 2014 die Ehrung für den herausragenden Langstreckenläufer seiner Zeit, in Hamburg vornehmen durfte. „Ich hatte ihn in Rom laufen sehen, für uns als Laufbegeisterte war dies ein außergewöhnliches Erlebnis!“

Hans Grodotzki mit seiner eigenen Ruhmesstele im Sportpark Luftschiffhafen Potsdam – Foto: Horst Milde
Am 2. September 1960 gewann er als 24jähriger hinter dem Neuseeländer Murray Halberg in 13:44,6 Minuten ebenso Silber wie sieben Tage später über die doppelt so lange Distanz in 28:37,0 Minuten hinter dem Russen Pjotr Bolotnikow. Die Zeit sollte fünf Jahre als Deutscher Rekord Bestand haben und erst von Lutz Philipp (28:35,6 min) verbessert werden.
Gleich dreimal konnte Hans Grodotzki den Deutschen 10.000-Meter-Rekord verbessern, innerhalb von 14 Monten gelang ihm dabei eine Steigerung um 45 Sekunden, als erster deutscher Langstreckler blieb er in Oslo 1959 mit 28:57,8 Minuten unter der 29-Minuten-Marke.
Auch auf Unterdistanzen war Hans Grodotzki Spitze: Im Olympiajahr lief er mit 7:54,6 Minuten über 3000 m ebenfalls deutschen Rekord.
Im Alter von 20 Jahren wurde er nach Potsdam zu einer Außenstelle des ASK Vorwärts Potsdam delegiert und schaffte schon wenig später den Sprung in die DDR-Nationalmannschaft. Nach einem Achillessehnenriss 1962 kam er nicht wieder an sein bisheriges Leistungsniveau heran und beendete zwei Jahre später seine Karriere.
Beim ASK Vorwärts Potsdam erhielt er nach seinem Sportstudium eine Anstellung als Trainer, später setzte er seine Tätigkeit beim LAC Halensee Berlin fort.
Bei der GRR-Jahrestagung in Hamburg nutzten seinerzeit die als beste Nachwuchsläufer ausgezeichneten Alina Reh und Patrick Karl die besondere Gelegenheit, um sich mit der Langstrecken-Lauflegende aus Potsdam auszutauschen.
Wilfried Raatz
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