Start zum 11. Ulan-Bator-Marathon - Foto: Veranstalter
Im Land der Reiter wird gelaufen. Der Ulan-Bator-Marathon 2026 hatte eine Rekordzahl. Klaus Weidt berichtet.
Dschingis Khan, würde er noch leben, käme aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Der legendäre Begründer des mongolischen Reiches fegte durch sein Land bis hin nach Europa mit seinen Mannen auf den kleinen Mongolia-Pferden. Reiten wurde in seiner Heimat immer populärer, auch auf Grund der riesigen Weiten zur Notwendigkeit.
Laufen? Fast unmöglich. Ein Sprichwort machte einst die Runde: „Wer läuft statt reitet ist selbst schuld“.
Diese mongolische Weisheit hat sich laufend verändert. 2009 kam es bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin zu einem zufälligen Gespräch mit einer Tourismus-Agentur aus Ulan-Bator, die vom Berlin-Marathon und den vielen Berliner Laufenden angetan war. Auf die Nachfrage hin, on man nicht auch in ihrer Hauptstadt einen Marathon ins Leben rufen könnte, sagten wir kühn zu und wurden noch im selben Jahr in die Mongolei eingeladen. Zwar fanden wir nur eine kleine Laufsportgruppe vor, aber neben dem besagten Reiseunternehmen einen begeisterten Gouverneur, der jegliche Hilfe und finanzielle Unterstützung zusagte. Und tatsächlich begegneten wir einem, damals noch „einsamen“ Marathonläufer namens Ser-Od Batachir, der selbständig und mit eigenen Mitteln an internationalen Ereignissen teilnahm.
Das Ergebnis: Mit Hilfe von Stendaler Lauforganisatoren fand tatsächlich schon am 5. Juni 2010 das erste internationale Running-Event als „Mongolia-Marathon“ statt. Mit einem „Halben“, aber auch 5 und 1,5 Kilometer-Läufen, die von den Einheimischen zaghaft, aber gern angenommen wurden. 13 Länder konnten sogar begrüßt werden und insgesamt 60 Marathonis. „Ein guter Start“, freute sich der Gouverneur und wünschte sich eine möglichst alljährliche Fortsetzung. Diese fand dann tatsächlich auch statt, nicht zuletzt dank einheimischer Enthusiasten.
2011 benannte man dieses Ereignis noch einmal unter der Bezeichnung „Mongolia“, ehe der Name in „Ulaanbaatar Marathon“ (Ulan-Bator-Marathon) umgewandelt wurde. Schließlich war es die Hauptstadt, die mit ihren Mitteln diese inzwischen immer populärere Laufveranstaltung fortsetzt. Übrigens stets vor dem großen „Nadom-Fest“, bei dem natürlich weiterhin geritten und mit Pfeil und Bogen geschossen wurde.
So fand, man soll es kaum glauben, nunmehr Jahr für Jahr diese international ausgeschriebene Laufveranstaltung statt. Ausnahme – Corona. Mit Halbmarathon, 10 km-Sportlauf, 5-km-Gesundheitslauf und einem 1,5-km-Familienlauf. Und die Teilnehmerzahlen und Länder nahmen Jahr für Jahr zu. Ser-Od Batachir wurde übrigens bald als Held gefeiert. Nahm er doch an olympischen Marathonrennen teil und war u.a. in Paris Fahnenträger seiner mongolischen Olympiamannschaft.

Ser-Od Batachir, gewann einst die mongolische Marathon-Premiere und war auch bei Olympischen Spielen am Start – Foto: K. Weidt
In diesem Jahr fand der Ulan-Bator-Marathon-Event einen vorläufigen Hohepunkt.
Mit seinem vielseitigen Programm erreichte er doch tatsächlich 46.306 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit wurde diese mongolisch Laufveranstaltung zu einer der größten in Asien, ja man kann auch sagen – sogar weltweit. Wie sich das Interesse vor allem in der Mongolei (aber auch in angrenzenden Ländern) mit dem Einstieg ins Laufgeschehen entwickelte, zeigt die Beteiligung an den kürzeren Wettbewerben, die das größte Wachstum zu verzeichnen hatten.
Fast 23 0000 joggten in diesen und waren begeistert.
Der Veranstalter ließ wissen: „Der Marathon in unserer Hauptstadt wird zur Unterstützung eines gesunden, aktiven Lebensstils organisiert. Die wachsende Zahl der Teilnehmenden spiegelt die zunehmende Popularität des Laufens und der Fitnesskultur in der Mongolei wieder.“
Hier ist meist Start und Ziel: am Suche Bator-Denkmal in Ulan Bator – Foto: Ch. Schemel
Übrigens: Ser-Od Batachir, der Premieren-Sieger von 2010, nahm auch noch als 44jähriger am 11. Ulan-Bator-Marathon 2026 teil. Allerdings „nur“ am „Halben“, den er natürlich gewann…
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Klaus Weidt und Christel Schemel aus Berlin (damals in der REISEZEIT Tourismus-Agentur) hatten diese Lauf-Idee. Sie organisierten erstmals 2010 mit den Stendaler Lauforganisatoren Gerd und Liesel Engel (Stendal) und Unterstützung des Gouvernements von Ulan Bator die erste internationale Laufveranstaltung unter dem Namen „Mongolia Marathon“.
Klaus Weidt
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