Simon Ehammer - 2022 World Indoor Championships Belgrade, Serbia. March 17-20, 2022 Photo: Giancarlo Colombo@PhotoRun Victah1111@aol.com
Schweizer Sextett will die Bahn in Götzis zum Glühen bringen
Am kommenden Wochenende blickt die Leichtathletikwelt nach Vorarlberg: Beim legendären Mehrkampf-Meeting in Götzis stehen je drei Schweizer Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen im Scheinwerferlicht.
Allen voran die nationalen Rekordhalter Simon Ehammer und Annik Kälin wollen inmitten eines Weltklassefeldes die Fans begeistern.
In Götzis, unweit der Schweizer Grenze, haben die besten Schweizer Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer traditionsgemäss ein Heimspiel und werden von Tausenden begeisterter Fans angefeuert. Simon Ehammer (TV Teufen) tritt am Samstag und Sonntag erstmals als Weltrekordhalter im Hallen-Siebenkampf zu diesem weltbesten Mehrkampf-Event an. Gut zwei Monate, nachdem er in Torun (POL) zum zweiten Mal Hallen-Weltmeister geworden ist, steigt der 26-jähriger Appenzeller einmal mehr mit hohen Ambitionen in den Ring. Gelingt ihm ein Wettkampf nach Wunsch, kann er seinen Schweizer Rekord (8575, aufgestellt 2025 in Götzis) ins Visier nehmen. Nach seinem Einsatz in Götzis wird Ehammer zusammen mit seinem Trainerteam entscheiden, ob er an der EM in Birmingham (GBR, 10. bis 16. August) im Zehnkampf oder im Weitsprung antreten wird. In beiden Disziplinen hält er den Schweizer Rekord und er gehört zu den besten Athleten der Welt, doch der Zeitplan lässt einen Doppelstart nicht zu.
Die EM ist auch das Ziel von U23-Europameister Andrin Huber (TV Teufen) und Finley Gaio (SC Liestal). Mit einer hohen Punktzahl können sie sich in der für die Qualifikation massgebenden «Road to Birmingham» in eine gute Position bringen. Die EM-Limite ist bei 8300 Punkten fixiert.
Annik Kälins erster Siebenkampf seit 12 Monaten
Auch im Siebenkampf vertritt ein ambitioniertes Trio die Schweizer Farben. Die nationale Rekordhalterin Annik Kälin (AJ TV Landquart) bestreitet ihren ersten Siebenkampf seit zwölf Monaten, wo sie an gleicher Stätte 6395 Punkte erzielt und damit die EM-Limite von 6320 Punkten erfüllt hat. Nun will sich die Olympia-Vierte von 2024 einmal mehr von der unvergleichlichen Atmosphäre im Mösle-Stadion beflügeln lassen und inmitten der Weltelite eine möglichst hohe Punktzahl erreichen.
Sandra Röthlin (Athletikzentrum Unterwalden) reist mit sehr guten Erinnerungen nach Götzis, stellte sie doch dort letztes Jahr mit 6106 Punkten ihre persönliche Bestleistung auf. Liana Trümpi (LAV Glarus) tritt mit einem persönlichen Bestwert von 6071 Punkten, datierend von der letztjährigen SM in Lausanne, an. Für beide Athletinnen geht es darum, sich mit einer starken Leistung für die EM zu empfehlen.
Live-Stream auf der SRF-Website
Das Meeting in Götzis wird vom Schweizer Fernsehen SRF in einem kommentierten Live-Stream auf der Website bzw. in der App von SRF Sport übertragen. Als Expertin steht die frühere Siebenkämpferin Ellen Sprunger im Einsatz.
Zum Mehrkampfmeeting in Götzis
Zum Live-Stream von SRF Sport
Link zum Limitenbulletin von Swiss Athletics
Drei Schweizer Athletinnen am Sonntag in Rabat
Nach zwei Meetings in China geht die Diamond-League-Saison am Sonntag in Marokko weiter. Beim Meeting in Rabat stehen mit Audrey Werro (800 m), Ditaji Kambundji (100 m Hürden) und Angelica Moser (Stab) drei Schweizer Athletinnen im Einsatz.
Nach ihren ersten beiden Saisonrennen in Schanghai/Keqiao und Xiamen reist Ditaji Kambundji (STB) mit einer Saisonbestzeit von 12,62 Sekunden nach Rabat, wo sie erneut auf äusserst schnelle Gegnerinnen trifft. Die Weltmeisterin will sich in den nächsten Wochen Schritt für Schritt steigern und Mitte August an der EM in Birmingham (GBR) in Topform antreten.
Audrey Werro (CA Belfaux) bestreitet ihren ersten Wettkampf seit dem Final an der Hallen-WM im März im polnischen Torun, wo sie die Silbermedaille gewann und erstmals in ihrer Karriere an einem Grossanlass bei den Aktiven auf dem Podest stand. Auch für sie geht es darum, ihre Formkurve so zu steuern, dass sie in Birmingham als Medaillenkandidatin an den Start gehen kann. Letzteres gilt ebenso für Angelica Moser (LC Zürich), die aktuelle Europameisterin im Stabhochsprung. Sie lanciert in Rabat ihre Saison, die sie in den kommenden Wochen unter anderem an die Diamond-League-Meetings in Rom (ITA), Paris (FRA) und Monaco führen wird.
Live im Schweizer Fernsehen
Das Schweizer Fernsehen (SRF, RTS und RSI) überträgt das Meeting in Rabat wie alle Diamond-League-Events live im TV und/oder online. Die Übertragung aus Rabat dauert von 20 bis 22 Uhr.
Schweizer Athletinnen und Athleten in Polen und Deutschland
Zwischen Freitag und Sonntag stehen diverse weitere Schweizer Athletinnen und Athleten im Ausland im Einsatz. Am Freitag in Bydgoszcz (POL) sind die 800-m-Läuferinnen Valentina Rosamilia (BTV Aarau) und Lore Hoffmann (ATHLE.ch) sowie der Speerwerfer Simon Wieland (STB) engagiert, am Samstag in Karlsruhe (GER) tritt Ramón Wipfli (STB) über 800 m und Dominic Lobalu (LC Brühl) über 1500 m an. Am Sonntag vertreten Lore Hoffmann (800 m) und Ivan Pelizza (LC Zürich, 1000 m) in Dresden (GER) die Schweizer Farben.
Zum Diamond-League-Meeting in Rabat
Zum Meeting in Bydgoszcz
Zum Meeting in Karlsruhe
Zum Meeting in Dresden
Grosseinsatz der SVM-Teams am Sonntag in Zürich
Der NLA-Wettkampf der Schweizer Vereins-Meisterschaften (SVM) am Sonntag in Zürich ist für viele Athletinnen und Athleten der erste Höhepunkt der Saison, bei dem es um Titel und Medaillen geht. Zum zweiten Mal wird der Event in einem Mixed-Format durchgeführt, in dem auf der Leichtathletikanlage Sihlhölzli acht Vereine und Leichtathletik-Gemeinschaften um den Sieg kämpfen.
In der NLA treten die Teams in 15 Disziplinen plus einer 4×100-m-Mixedstaffel gegeneinander an. Bei der Premiere dieses neuen Formats – früher traten Frauen und Männer in separaten Teams an – setzte sich in Lausanne die LG Züri+ durch, die nun Gastgeber des NLA-Wettkampfs ist. Das Publikum darf gespannt sein, wie stark die Vereins und Leichtathletik-Gemeinschaften an den Start gehen werden und was für Leistungen die Athletinnen und Athleten abliefern werden. Während es für die Besten darum geht, World-Ranking-Punkte im Hinblick auf eine Qualifikation für die EM in Birmingham (GBR) zu holen, nimmt der Nachwuchs die Limiten für die U20-WM in Eugene (USA) sowie die U18-EM in Rieti (ITA) ins Visier.
Die im Einsatz stehenden Teams sind der Titelverteidiger die LG Züri+, der LC Zürich, der STB Leichtathletik, die LG Basel Regio, der LC Schaffhausen, die LV Winterthur, die COA Lausanne Riviera und der Aufsteiger LC Frauenfeld.
Die Wettkämpfe auf der Leichtathletikanlage Sihlhölzli beginnen um 10.30 Uhr, die Siegerehrung ist um 17.40 Uhr angesetzt.
Zum NLA-Wettkampf in Zürich
Zum NLB-Wettkampf in Sitten
Zum NLC- und Promotionsliga-Wettkampf in Riehen
Rückblick auf die vergangene Woche
Die Sprinterin Fabienne Hoenke (LV Fricktal) hat ein äusserst erfolgreiches Pfingstwochenende hinter sich. Am Samstag sprintet sie die 200 m in Zofingen in 22,59 Sekunden und erfüllt damit die Limite für die EM in Birmingham (GBR, 22,85). Doch nicht nur das, die Aargauerin verbessert mit dieser Topzeit den Schweizer U23-Rekord von Mujinga Kambundji um nicht weniger als 24 Hundertstel und liegt nun in der europäischen Saisonbestenliste hinter der Britin Amy Hunt (22,48) an zweiter Position. Am Pfingstmontag läuft Hoenke die 100 m in Basel in 11,37 Sekunden – auch das ist ein persönlicher Bestwert.
In der Hallensaison kämpft sie sich zurück zu alter Stärke und die Sommersaison beginnt sie mit einem Paukenschlag: Die 11,11 Sekunden von Ajla Del Ponte (US Ascona) über 100 m sind eines der Highlights der 50. Austragung des Pfingstmeetings in Zofingen. In ihrem ersten Saisonrennen ist die Olympia-Fünfte von 2021 so schnell wie nie in den letzten vier Jahren und in der europäischen Saisonbestenliste reiht sie sich hinter der Italienerin Zaynab Dosso (SB 11,07) an zweiter Position ein.
Innerhalb von acht Tagen kommt Joceline Wind (Biel/Bienne Athletics) in China zu zwei hochstehenden Rennen in der Diamond League. Am Samstag läuft sie die 1500 m in Xiamen in 4:01,41 Minuten, womit sie ihren persönlichen Bestwert aus der Saison 2025 um 18 Hundertstel verbessert und die Limite für die EM in Birmingham erfüllt. Nur drei Schweizerinnen sind diese Distanz jemals schneller gelaufen: die nationale Rekordhalterin Anita Weyermann, Cornelia Bürki und Sandra Gasser.
Swiss Athletics
EN