Der Sport in Berlin - Foto: Horst Milde
Berliner Sport boomt weiter – starke Nachfrage für Vereinssport bei Frauen und Mädchen – Landessportbund Berlin (LSB Berlin)
Sport im Verein ist für die Menschen in Berlin noch immer am schönsten. Auch zum 1. Januar 2026 meldet der Sport in Berlin wieder einen Zuwachs an Vereinsmitgliedschaften: 822.294 Mitgliedschaften verzeichnen die Berliner Sportvereine, das sind 12.858 mehr als noch 2025.
Besonders Frauen und Mädchen zieht es verstärkt in die Sportvereine, ein Plus von 5,14 Prozent verzeichnet die Statistik bei ihnen.
„Die Erhebung 2026 unterstreicht die Attraktivität der Sportvereine in Berlin aufs Neue. Während Berlin ein Wachstum der Einwohnerschaft von 0,4 Prozent verzeichnet, wächst der organisierte Sport um 1,59 Prozent.
Die Zahlen steigen stetig an, auch wenn der Pfeil nicht mehr so steil nach oben zeigt, wie in den vergangenen Jahren nach der Corona-Zeit“, sagt LSB-Präsident Thomas Härtel. „Der Sport ist die größte Bürger*innenvereinigung Berlins und zieht weiterhin tausende Menschen an. Der Zuwachs verdeutlicht aber auch den Ideenreichtum der Vereine, die trotz der Herausforderungen durch Sanierungsstau und Wartelisten Wege finden, den Berliner*innen den Zugang zum Sport zu ermöglichen.“
Die Zahlen 2025 zeigen auch Handlungsfelder für die Zukunft auf. „Die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigt ebenso weitaus stärker an als die der Menschen, die älter als 61 Jahre sind“, erläutert Thomas Härtel, „das bedeutet für die Vereine, sich klarer mit einem Zielgruppenfokus auseinanderzusetzen. Die Vereinsarbeit muss jetzt die Bindung der Mitglieder und die Qualität des Angebotes stärker in den Blickpunkt rücken. Der Landessportbund hat dafür 2024 sein Kompetenzzentrum eingerichtet, das Vereine und Verbände kompetent berät.“ Stärkster Verband in Berlin bleibt der Berliner Fußball-Verband mit 241.282 Mitgliedschaften, wobei der BFV ein Plus von 4.831 Mitgliedschaften bei Mädchen und Frauen verzeichnete. Die mitgliederstärksten Vereine sind Union Berlin (71.328) und Hertha BSC (60.461). Am stärksten gewachsen sind die Berlin-Brandenburger Kick-Box-Union (+20,39 Prozent, 3.041 Mitgliedschaften insgesamt) und der Inline- und Rollsport-Verband Berlin (+13,84 Prozent/3.125).
„Bei den Verbänden zeigt sich, dass diejenigen, die stark in den Schulen aktiv sind wie Basketball, American Football und Cheerleading, unter den Top Ten zu finden sind. Das unterstreicht, wie wichtig die Verzahnung zwischen Schule und Sport ist“, sagt Thomas Härtel: „Die Bestandserhebung 2025 unterstreicht auch die Wichtigkeit der Forderungen des LSB zur Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele. Das tägliche Bewegungsangebot in allen Schulen ist notwendig, damit Kinder und Jugendliche fit und aktiv aufwachsen können. Dafür brauchen wir aber flächendeckend gut ausgebildete Sportlehrer*innen.“
Neu in den LSB aufgenommen wurden 2025 zwei Verbände – Tischfußball (701 Mitgliedschaften) und Pétanque (540 Mitgliedschaften). 14 Vereine weisen in Berlin mehr als 5.000 Mitglieder auf. „Wir erkennen auch in Berlin, dass es einen Trend hin zu den Großsportvereinen mit einem breit gefächerten Angebot gibt“, erklärt Thomas Härtel. Dazu gehören beispielsweise der SC Charlottenburg, der SC Siemensstadt aber auch der Sport-Gesundheitspark Berlin oder Pfeffersport in Prenzlauer Berg mit einem stark inklusiven Ansatz. „Die Vereine mit mehr als 2.000 Mitgliedern vereinen mehr als 50 Prozent der Mitgliedschaften insgesamt in sich, haben aber nur einen Anteil von 2,53 Prozent an der Gesamtzahl der Vereine.
Umgekehrt haben die Vereine bis 300 Mitglieder fast 80 Prozent Anteil, bei den Mitgliedschaften kommen sie aber lediglich auf rund 15 Prozent. Gerade aber auch diese kleineren Vereine mit ihrem oftmals Einspartenangebot und rein ehrenamtlicher Vereinsführung müssen stabilisiert werden“, sagt Härtel.
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Quelle: Landessportbund Berlin (LSB Berlin)
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