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19
03
2026

Torun - Halle - World Athletics Championships - Foto: Veranstalter

DLV entsendet 13 Athletinnen und Athleten zur Hallen WM – Ein Ausblick auf mögliche Erfolge Von Dr. Wolfgang Blödorn*

By GRR 0

Frauen und fünf Männer vertreten am Wochenende den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (Polen).

Die deutsche Mannschaft ist in zehn der insgesamt zweiundzwanzig Einzeldisziplinen vertreten. Die Startberechtigung erfolgte über das Erreichen der Entry Standards von World Athletics (WA) oder über ein Nachrückverfahren.

Abgesehen von den 60 m der Männer haben keine weiteren DLV-Athletinnen oder -Athleten den World-Athletics-Entry-Standard direkt erfüllt oder konnten im Nachrückverfahren nominiert werden. Der DLV hat die vorhandenen Akkreditierungsmöglichkeiten für die Hallen-Weltmeisterschaften damit nahezu vollständig ausgeschöpft. Staffelmannschaften wurden nicht gemeldet.

Ein Blick auf die Hallensaison zeigt ein klares Bild. In nur sieben der zweiundzwanzig Einzeldisziplinen erreichten deutsche Athletinnen und Athleten in diesem Winter Leistungen auf dem Niveau der WM-Norm (Tab. 1).

Besonders deutlich wird die Situation auf den Sprint- und Laufstrecken. Von zehn möglichen Startplätzen auf den flachen Distanzen kann der DLV lediglich vier besetzen.

Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ob nach den Freiluft-Weltmeisterschaften 2025 in Tokio tatsächlich ein sportlicher Fortschritt erreicht wurde. Dort gelang den deutschen Sprinterinnen, Sprintern sowie Mittel- und Langstreckenläuferinnen und -läufern lediglich eine Platzierung unter den besten Acht.

Bei den 21. Hallen-Weltmeisterschaften in Torun gehen fünf DLV-Athletinnen und -Athleten mehr an den Start als bei den vergangenen Hallen-Titelkämpfen 2025 in Nanjing (China). Dort erzielten die deutschen Starter insgesamt acht Platzierungen unter den ersten sechs beziehungsweise acht. Es bleibt abzuwarten, ob die DLV-Athletinnen und -Athleten diese Bilanz in Torun wiederholen können.

Eine erste Orientierung liefern die Tabellen 2 und 3. Sie stellen die aktuellen Hallen-Saisonbestleistungen der deutschen Starterinnen und Starter den Platzierungen in den Final Entries (WM-FE) gegenüber.

Zur Einordnung des aktuellen Leistungsstands wird im DLV darauf verwiesen, dass einige Athletinnen und Athleten ihre Saisonplanung stärker auf die Europameisterschaften in Birmingham ausgerichtet haben. Ob diese strategische Schwerpunktsetzung aufgeht, wird sich vom 10. bis 16. August zeigen.

Bis dahin bleibt eine gewisse Skepsis angebracht. Den Athletinnen und Athleten, die in Torun starten, ebenso wie jenen, die sich gezielt auf Birmingham vorbereiten, sind dennoch erfolgreiche Wettkämpfe zu wünschen.

Für die deutsche Leichtathletik wäre es jedoch ein Warnsignal, sollten internationale Spitzenplatzierungen ausbleiben.

*Dr. Wolfgang Blödorn ist promovierter Sportwissenschaftler und ehemaliger Bundes- und Landestrainer

Kontakt ist unter wbloed@gmail.com möglich

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