Nils Voigt - Foto: DLV/Torben Flatemersch
10-Kilometer-DM in Uelzen 2026: Nils Voigt und Eva Dieterich siegen beim Bestzeiten-Festival – Martin Neumann – DLV
Bei den 10-Kilometer-Meisterschaften in Uelzen wurden am Sonntag die ersten Deutschen Meistertitel im Freien im Jahr 2026 vergeben.
Hier lesen Sie, welche Läufer sich bei den Männern, der männlichen Jugend und bei den Masters-Männern durchgesetzt haben und wer für Überraschungen sorgen konnte.
Nils Voigt – Foto: DLV/Torben FlatemerschMänner, männliche Jugend, Männer-Masters
Männer, Männer U23 | 10 km
Nils Voigt erneut nicht zu stoppen
Die Straßen von Uelzen bleiben einfach das Revier von Nils Voigt (TV Wattenscheid 01). Fünf Jahre nach seinem Triumph an selber Stelle bei der 10-Kilometer-DM schnappte er sich am Sonntagmittag erneut den Titel. Auf der letzten der fünf Zwei-Kilometer-Runden sprengte Nils Voigt die Spitzengruppe mit Florian Bremm (Franconia Athletics) und Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) und lief jubelnd vor dem Alten Rathaus nach 27:56 Minuten ins Ziel. Damit blieb der 28-Jährige erstmals in seiner Karriere unter der 28-Minuten-Marke, seine Bestzeit steigerte der Wattenscheider um sieben Sekunden.
„Es war wunderschön, hier wieder in Uelzen nach fünf Jahren zu gewinnen. Die Stadt ist toll und die Strecke schnell. Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen und der Bestzeit. Hinten raus konnte ich noch einmal richtig drücken“, freute sich Nils Voigt nach seinem erneuten DM-Coup. Hinter dem Deutschen Meister belegte Florian Bremm den Silberrang. Neun Tage nach seinem Triumph über 3.000 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften konnte er auf dem finalen Kilometer dem Tempo von Nils Voigt nicht mehr ganz folgen.
Der Franke pulverisierte seine 10-Kilometer-Bestzeit um fast zwei Minuten. Allerdings ist der 25-Jährige noch nie in einem so starken Feld über diese Distanz gelaufen. „Ich bin sehr happy mit der Zeit, denn die Strecke war ja ein unbekanntes Terrain für mich. Ich wollte Spaß haben und schnell rennen“, so Florian Bremm. Zusammen mit Niklas Buchholz (28:45 min) und Nick Jäger (28:51 min) steigerte Florian Bremm die Deutsche Mannschaftsbestleistung über 10 Kilometer deutlich um rund anderthalb Minuten auf 1:25:47 Minuten.
Velten Schneider meldet sich zurück
Drei Sekunden später kam Hendrik Pfeiffer ins Ziel. Auch der Düsseldorfer steigerte seine Bestzeit deutlich um 19 Sekunden auf 28:08 Minuten. Der Marathon-Spezialist hatte auf der zweiten Streckenhälfte immer wieder kurze Tempoverschärfungen eingebaut, um die Spitzengruppe zu dezimieren. Bis auf Nils Voigt und Florian Bremm konnte er auch alle Konkurrenten abschütteln. Johannes Motschmann (SCC Berlin) verpasste als Vierter mit 28:15 Minuten seine Bestzeit nur um zwei Sekunden. Rang fünf ging mit neuem Hausrekord an Olympiastarter Velten Schneider (VfL Sindelfingen). Der Hindernisspezialist meldete sich nach 28:40 Minuten stark zurück.
Einen ähnlich großen Vorsprung wie Männersieger Nils Voigt lief Lars Franken (LG Olympia Dortmund) in der U23-Klasse heraus. Der 22-Jährige steigerte mit 28:44 Minuten seine Bestzeit gleich um mehr als eine Minute. Auch Jakob Dieterich (Franconia Athletics) blieb mit 28:55 Minuten unter der 29-Minuten-Marke und steigerte seine Bestzeit ebenfalls um mehr als eine Minute. Damit blieb er nicht nur erstmals unter 30 Minuten – sondern gleich unter 29 Minuten. Bronze sicherte sich Anton Saar (Erfurter LAC) ebenfalls mit neuer Bestzeit von 29:21 Minuten. Insgesamt blieben im Rennen der Männer zehn Läufer unter 29 Minuten, sogar 28 Läufer unterboten die 30-Minuten-Marke.
Männliche Jugend U20/U18 | 10 km
Banjamin Klonowski unterbietet die 30 Minuten
In der männlichen Jugend U20 hatte Benjamin Klonowski (TuS Lichterfelde) gleich doppelten Grund zu feiern: Denn der Berliner war mit 29:55 Minuten nicht nur klar die Nummer eins der Altersklasse, sondern unterbot auch erstmals die prestigeträchtige 30-Minuten-Marke. Ein weiterer Leistungsschritt für den 18-Jährige, der vergangenes Jahr Rang acht bei der U20-EM über 5.000 Meter belegt hatte.
Zwei weitere U20-Läufer unterboten die 31-Minuten-Marke und komplettierten damit das Podium in Uelzen. Tim Völker (SSC Hanau-Rodenbach; 30:35 min) und Jannis Matheo Grunwald (Berliner SC; 30:52 min) liefen zu Silber und Bronze. Beide zählen noch zum jüngeren U20-Jahrgang.
In der U18 blieben zwei Langstreckler unter der 31-Minuten-Marke. Angeführt wurde das Feld von Jonathan Albustin (LG Brillux Münster). Der erst 16-Jährige setzte sich mit 30:30 Minuten und lief einen ordentlichen Vorsprung auf seine Verfolger heraus.
Mit etwa 100 Metern Rückstand ging Silber an Maximilian Rath (LG Stadtwerke München). Der Zweitplatzierte war nach 30:47 Minuten im Ziel. Timo Krein (LAZ Rhein-Sieg) sicherte sich mit 31:29 Minuten die Bronzemedaille.
M35 bis M85 | 10 km
Matthias Weippert gewinnt Spurt um M50-Titel
Die Masters der Altersklassen M35 bis M45 starteten im Männer-Hauptlauf und konnten so im großen Feld eine schnelle Pace mitgehen. In der M35 blieben gleich vier Läufer unter 31 Minuten, Sieger Fabian Jenne (SG Wenden; 30:09 min) und der zweitplatzierte Marcel Bräutigam (GutsMuths Rennsteiglaufverein; 30:18 min) liefen sogar dicht an die 30-Minuten-Marke heran. In der M40 hatte Simon Huckestein (SG Wenden) mit 30:48 Minuten fast eine Minute Vorsprung auf die Konkurrenz. In ähnlicher Manier dominierte Danny Schneider (TSG Schwäbisch Hall) mit 31:14 Minuten das M45-Rennen.
Die Altersklassen M50 bis M85 ermittelten ihre Deutschen Meister in einem separaten Lauf. Schnell setzte sich in diesem Rennen das M50-Duo Matthias Weippert (TC Fiko Rostock) und Carsten Hülss (ATS Buntentor Bremen) ab. Auf der Zielgeraden spielte der Rostocker seine Grundschnelligkeit aus und gewann in 34:14 Minuten nach dem 1.500-Meter-Titel bei der Masters-Hallen-DM am Samstag in Düsseldorf sein zweites DM-Gold binnen 24 Stunden. Der Bremer folgte drei Sekunden dahinter. Deutlicher das Ergebnis in der M55: Hier hatte Markus Mey (Milers Colonia) mit 35:07 Minuten knapp 40 Sekunden Vorsprung auf Marco Kolmorgen (LG Neumünster; 35:46 min).
Auch die Sieger der M60 und M65 unterboten deutlich die 40-Minuten-Marke. Ingo Wissmann (SV Brackwerde; 35:30 min) dominierte die jüngere Klasse, Martin Rapp (LAV Stadtwerke Tübingen; 37:44 min) die M65-Konkurrenz. Nur sieben Sekunden über der 40-Minuten-Marke blieb M70-Sieger Thomas Jäger (LAS Essingen).
In den drei ältesten Klassen M75, M80 und M85 gingen die Masters-Titel an Günter Bartl (SC Bernburg; 43:36 min), Wolfgang Nehring (LAV Stadtwerke Tübingen; 47:26 min) und Werner Stöcker (TG Wittgenstein; 58:22 min). In der ältesten Klasse liefen vor dem Alten Ranthaus in Uelzen fünf Starter ins Ziel.
Frauen, weibliche Jugend, Frauen-Masters
Frauen, Frauen U23 | 10 km
Eva Dieterich bei Sekundenentscheidung vorn
Das 10-Kilometer-Rennen der Frauen in Uelzen wurde am Sonntag zum Ausscheidungsrennen. Doch als die letzte Linkskurve bei den Deutschen Straßenlaufmeisterschaften am Neuen Rathaus durchlaufen wurde, war noch ein Trio an der Spitze und hoffte auf den Sieg. Kurz vor dem Ziel am Alten Rathaus zog Eva Dieterich (LAV Stadtwerke Tübingen) auf und davon.
Eva Dieterich – Foto: DLV/Torben Flatemersch
Mit 31:54 Minuten setzte sich die 26-Jährige mit einer Sekunde Vorsprung knapp vor Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) durch. Bis zur letzten Kurve war auch Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) im Rennen um Gold dabei. Doch sie konnte auf den finalen Metern nicht zusetzen und lief am Ende mit 32:01 Minuten wie ihr Ehemann Hendrik bei den Männern auf den Bronzerang. Hindernisspezialistin Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) lief mit 32:08 Minuten auf Rang vier.
Auch Team-Titel geht nach Tübingen
„Ich bin unfassbar zufrieden. Es war wohl das beste Feld, das jemals bei der 10-Kilometer-DM am Start war. Die letzte Runde war ultrahart“, jubelte Eva Dieterich nach ihrem Sieg. Titelverteidigerin Esther Pfeiffer haderte hingegen mit dem Rennen: „Ich habe mich heute ab der ersten Runde schlecht gefühlt. Es war nicht mein Tag, ich habe aber alles gegeben.“ Die Rückreise nach Tübingen trat Eva Dieterich mit einer zweiten Goldmedaille im Gepäck an. Denn zusammen mit Lisa Merkel (32:10 min) und Antonia Schiel (32:34 min) gewannen die Tübingerinnen souverän den Team-Titel. Dabei steigerten sie die Deutsche Bestleistung, aufgestellt vom SCC Berlin bei der DM 2021 in Uelzen, um fast drei Minuten.
Das in der ersten Rennhälfte nicht zu schnelle Tempo nutzte Pia Schlattmann (LG Brillux Münster), um zunächst „mitzurollen“. Mit 32:37 Minuten lief die Cross-EM-Dritte der U23-Klasse die 10 Kilometer so schnell wie noch nie zuvor. Ihre Bestzeit steigerte sie um rund 80 Sekunden und lief souverän zum U23-Sieg. Silber und Bronze gingen an Carolina Schäfer (TG Schwalbach; 33:16 min) und Carolin Hinrichs (VfL Löningen; 35:01 min).
Weibliche Jugend U20/U18 | 10 km
Julia Ehrle stürmt zum nächsten Titel
Sie war die wohl größte Favoritin der 10-Kilometer-DM: Julia Ehrle (LG farbtex Nordschwarzwald). Die U20-Weltmeisterin im Berglauf hielt zunächst mutig Anschluss an die Spitzengruppe der Frauen und musste am Ende nur 13 Läuferinnen der Frauen- und U23-Klasse den Vortritt lassen. Mit 33:26 Minuten hatte sie am Ende einen klaren Vorsprung und gewann ihre nächste Goldmedaille bei Deutschen Nachwuchsmeisterschaften.
Knapp zwei Minuten dahinter kamen die nächsten U20-Läuferinnen ins Ziel. Silber sicherte sich Ada Werner (SCC Berlin) mit 35:37 Minuten. Die Berlinerin zählt noch zum jüngeren U20-Jahrgang. 13 Sekunden dahinter lief Helena Danae Manzke (Erfurter LAC) ins Ziel. Sie sicherte sich damit die Bronzemedaille.
Einen zweiten Nachwuchstitel nach der U23-Klasse sicherten sich die Läuferinnen der LG Brillux Münster in der U18. Mareen Jasper war mit 37:30 Minuten nicht zu schlagen. Silber und Bronze gewannen Leonie Fileviez Pérez (MTG Mannheim; 37:51 min) und Franziska Schulz (DJK Ochtendung; 38:25 min).
W35 bis W80 | 10 km
Sabrina Mockenhaupt-Gregor gewinnt W45-Klasse
Die drei jüngeren Masters-Jahrgänge, W35 bis W45, ermittelten ihre Meisterinnen im Hauptrennen der Frauen. Knapp ging es dabei in der W45-Konkurrenz zu. Hier setzte sich die vielfache Deutsche Meisterin Sabrina Mockenhaupt-Gregor (Tomerdinger LV) mit 36:04 Minuten vor Hanna Tempelhagen (TV Eilbeck; 36:20 min) durch. Unter der 36-Minuten-Marke blieben in der W35 Lisa Huwatscheck (Hannover 96; 35:24 min) und Katja Fischer (SCC Berlin; 35:50 min) sowie W40-Siegerin Nada Ina Pauer (LC Rehlingen; 35:31 min).
Im separaten Rennen der W50 bis W80 – zusammen mit den männlichen Masters derselben Altersklassen – lieferte W55-Siegerin Tanja Saretzki (LG Hohenfels) die schnellste Zeit ab. Mit 40:44 Minuten war sie mehr als eine Minute schneller als W50-Siegerin Karin Schenk (TV Waldstraße Wiesbaden; 41:52 min).
Auch in den älteren Altersklassen wurden noch schnelle Zeiten erzielt. So war W60-Siegerin Anne Handirch (TSV Rot-Weiß Zerbst) nach 43:17 Minuten im Ziel. Die W65-Altersklasse gewann Hannelore Lyda (SG Bredenbeck-Holtensen; 46:49 min). Nur 30 Sekunden langsamer absolvierte W70-Siegerin Lilo Hellenbrand (DJK Gillrath; 47:20 min) die 10-Kilometer-Distanz.
Die Goldmedaillen in den ältesten Altersklassen W75 und W80 gingen an Gudrun Vogl (LG Gäu Athletics; 54:35 min) und Maria-Luise Kluge (Hannover Runners; 59:46 min), die mit Geburtsjahrgang 1944 die älteste Starterin in Uelzen war.
Martin Neumann – Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV)
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