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Deutschsprachige Sportkulturen – Deutschland, Österreich und Schweiz Teil 1: Helmut Digel, Andreas Weber unter Mitarbeit von Albrecht Hummel – sport-nachgedacht.de – Prof. Dr. Helmut Digel
Es gibt in Europa mit Deutschland, Österreich und Schweiz drei deutschsprachige Staaten. Betrachtet man als interessierter Zuschauer[1] die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dieser drei Staaten und hat man dabei deren Sportsendungen im Blick, so wird man sehr schnell zu der Vermutung kommen, dass es in jedem dieser Staaten eine eigenständige Sportkultur gibt.
Ein differenzierender Blick auf die drei europäischen Länder verweist dabei auf verschiedene historische Wurzeln des Sporttreibens im 19.Jahrhundert, auf länderspezifische Entwicklungspfade und zum Teil sehr unterschiedliche Entwicklungsbedingungen in diesen Ländern nach 1945.
Die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg, die jahrzehntelange Existenz zweier deutscher Staaten (1949–1990) mit festen Blockbindungen (NATO und Warschauer Pakt), die zeitweilige Eingliederung von Österreich in das Staatsgebilde des nationalsozialistischen Großdeutschen Reiches (1938–1945), die auferlegte Verpflichtung zur dauerhaften Bündnisfreiheit Österreichs durch das dortige Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 und die über zweihundertjährige, kultivierte Neutralität der Schweiz haben politische, ökonomische und weltanschauliche Rahmenbedingungen geschaffen, die in den Sportkulturen dieser Länder ihre Spuren hinterlassen haben.
Eine erste Annährung und gemeinsame Merkmale
Historisch lässt sich das Sportsystem der drei Länder vorrangig auf den angelsächsischen Sport, das „Deutsche Turnen“, die „Schwedische Gymnastik“ und das „Natürliche Turnen“ zurückführen.
Alle drei Länder haben in den vergangenen Jahrzehnten ein enormes Wachstum im Bereich des in Vereinen betriebenen Sports sowie auch im unorganisierten Freizeit- und Breitensport. Allerdings kann sich dabei das Wachstum in den verschiedenen Alterskategorien erheblich unterscheiden und in jüngeren Altersgruppen sogar stagnieren oder rückläufig sein. Insbesondere hat sich der Anteil der weiblichen Mitgliedschaften in allen drei Ländern ganz wesentlich erhöht. Für die Schweiz gilt das im Vereinssport nicht unbedingt und ist stark von der Alterskategorie abhängig. Erfreulich ist die Entwicklung bei den über 60 Jährigen, beide denen der Frauenanteil seit 2004 stark gestiegen ist. So hat sich z.B. (Quelle: Verbandsbefragung 2024). Der Behindertensport hat ebenfalls eine große Aufwertung erfahren.
Nach Mitgliederzahlen und gesellschaftlicher Bedeutung ist in allen drei Ländern Fußball die populärste Sportart. Im kommunalen Leben hat vor allem der Schieß- und Turnsport eine große Bedeutung.
Deutschland
Das deutsche Sportsystem wird durch zahlreiche Statistiken erfasst, die die Organisationsstruktur, die Sportbeteiligung der Bevölkerung und die Finanzierung abbilden. Die relevanten Daten stammen primär vom „Deutschen Olympischen Sportbund“ (DOSB), dem „Statistischen Bundesamt“ und dem „Bundesinstitut für Sportwissenschaft“.
Organisationsstruktur und Mitgliederzahlen:
In Deutschland gibt es rund 86.000 Sportvereine. Zum Stichtag 1. Januar 2025 meldete der DOSB einen Rekord von über 29,3 Millionen Mitgliedschaften im organisierten Sport.
Beliebteste Sportarten im Verein:
Fußball ist mit über 7 Millionen Mitgliedern die beliebteste Sportart.
Turnen verzeichnet fast 5 Millionen Mitglieder.
Tennis und Schießsport haben jeweils rund 1,3 Millionen Mitglieder.
Sportaktivität der Bevölkerung:
Etwa 52 Prozent der Befragten gaben 2022 in einer Erhebung an, regelmäßig Sport zu treiben.
Sie treiben dabei durchschnittlich 34 Minuten Sport am Tag.
Die beliebtesten Freizeitsportarten außerhalb der Vereine sind Radfahren, Gymnastik/Aerobic, Schwimmen und der Besuch von Fitnessstudios.
Finanzierung und Wirtschaftsfaktor:
Der Sport hat eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland, die durch das sogenannte „Sportsatellitenkonto“ gemessen wird.
Die Finanzierung erfolgt über staatliche Mittel (Bund, Länder, Kommunen), private Sponsoren, Mitgliedsbeiträge und Einnahmen aus dem Sportkonsum (z.B. Eintrittsgelder, Sportartikelkäufe).
Anti-Doping-Strukturen:
Die „Nationale Anti Doping Agentur“ (NADA Deutschland) ist für die Dopingbekämpfung zuständig. Die Arbeit wird maßgeblich durch das Anti-Doping-Gesetz (ADG) von 2015 unterstützt, welches strafrechtliche Verfolgung ermöglicht. Jährliche Berichte enthalten detaillierte Zahlen zu Kontrollen und Verstößen.
Österreich
Das österreichische Sportsystem kann durch verschiedene statistische Befunde abgebildet werden, die sich hauptsächlich auf die Sportaktivität der Bevölkerung, die Mitgliederzahlen in Sportvereinen und Verbänden sowie die Sportförderung konzentrieren. Relevante Daten stammen aus dem „Bewegungsmonitoring Österreich 2022“ des zuständigen Ministeriums, von „Statistik Austria“ und „Sport Austria“:
70 % der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren bewegen sich demnach regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Woche in ihrer Freizeit bzw. treiben Sport.
35 % der Bevölkerung machen zumindest einmal pro Woche ein Krafttraining.
Die Aktivität variiert nach Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund und Bundesland.
Mitgliedschaft in Sportvereinen:
Insgesamt gibt es über 125.000 Vereine in Österreich.
Etwa 2,1 Millionen Österreicher sind in Sportvereinen gemeldet.
Daten zu Mitgliedern in spezifischen Verbänden (z.B. Fußball, Tennis, Skilauf, Österreichischer Alpenverein) werden jährlich erhoben.
Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) verzeichnete 2024 592.375 aktive, gemeldete Fußballerinnen und Fußballer.
Sportförderung und Finanzen:
Daten zur finanziellen Unterstützung des Sports werden unter anderem vom Parlament über das „Transparenzportal“ bereitgestellt.
Für den Bereich Sport sind im Budget 2025 Auszahlungen in Höhe von 202 Mio. Euro vorgesehen.
Die Sportförderung umfasst direkte staatliche Unterstützung (z.B. Athletenförderung durch die Sporthilfe) sowie indirekte steuerliche Begünstigungen.
Die Sportfördermittel auf Gemeindeebene sind in der Regel fast zu 100 Prozent kommunale Eigenmittel.
Detailliertere und aktuellere Zahlen zu diesen Bereichen können oft direkt über die jeweiligen Institutionen wie „Statistik Austria“ oder „Sport Austria“ abgerufen werden.
Schweiz
Das schweizer Sportsystem wird durch umfassende Statistiken abgebildet, die sich hauptsächlich auf die Sportaktivität der Bevölkerung, die Vereinsmitgliedschaften, die Finanzierung und die Anti-Doping-Arbeit konzentrieren. Relevante Daten stammen vom „Bundesamt für Sport“ (BASPO), dem „Observatorium Sport und Bewegung Schweiz“ sowie „Swiss Olympic“.
Sportaktivität der Bevölkerung:
Rund 300 verschiedene Sportarten werden in der Schweiz betrieben. Im Durchschnitt üben Sporttreibende etwa 4,5 Sportarten mehr oder weniger regelmäßig aus.
Die Aktivität variiert stark nach Alter und Geschlecht. Jüngere Menschen und solche mit niedrigerem Einkommen waren während der Pandemie beispielsweise stärker von einem Rückgang der Sportaktivitäten betroffen.Die beliebtesten Sportarten sind Fußball, Skifahren und Eishockey.
Mitgliedschaft in Sportvereinen:
In der Schweiz gibt es rund 19.000 Sportvereine.
Etwa zwei Millionen Menschen sind lizenzierte Sportler, und ein Viertel der schweizer Wohnbevölkerung im Alter von 5 bis 74 Jahren treibt Sport in einem Verein.
Die größten Sportverbände nach Aktivmitgliedern sind der „Schweizerische Turnverband“ (ca. 311.000 Mitglieder) und der „Schweizerische Fußballverband“ (ca. 276.000 Mitglieder).
Finanzierung des Sports:
Die Finanzierung erfolgt durch eine Kombination aus staatlichen Mitteln (Bund, Kantone, Gemeinden), private Förderung und Sponsoring.
Die Sportförderung wird als effizient eingestuft.
Anti-Doping-Arbeit und Ethik:
Die unabhängige Stiftung „Swiss Sport Integrity“ (SSI) ist für Dopingbekämpfung und Ethikfragen zuständig.
Im Jahr 2024 wurden die Kontrollaktivitäten intensiv fortgesetzt.
Im Jahr 2023 gab es eine Rekordzahl von 2.712 Dopingkontrollen, wovon ein Großteil (1.806) außerhalb des Wettkampfs stattfand.
Die SSI verzeichnete im zweiten Jahr ihres Bestehens mehr als 370 Meldungen zu möglichen Ethikverstößen und Missständen im schweizer Sport.
Im internationalen Vergleich kann die Bereitschaft der Schweiz den Doping Betrug im Hochleistungssport konsequent und systematisch zu bekämpfen, als vorbildlich bezeichnet werden
Organisationsstrukturen im Vergleich
Die organisatorischen Strukturen des Sports in Deutschland, Österreich und der Schweiz weisen aufgrund ihrer föderalen Staatsformen grundlegende Ähnlichkeiten auf, unterscheiden sich jedoch in der Rolle des Staates, der Autonomie des organisierten Sports und den Finanzierungsmechanismen.
Der „Deutsche Olympische Sportbund“ (DOSB) ist die Dachorganisation des Sports in Deutschland, der alle weiteren sportaffinen Organisationen angehören. Er ist gleichzeitig auch das „Nationale Olympische Komitee für Deutschland“. Der DOSB ist weltweit der größte Sportverband.
„Sport Austria“ ist Österreichs Bundessport Organisation. Sie dient als Koordinations- und Serviceinstanz für den österreichischen Sport und vertritt Österreich als Olympisches Komitee im IOC.
„Swiss Olympic“ ist der Dachverband des schweizer Sports und ist gleichzeitig auch das „Nationale Olympische Komitee“ der Schweiz.
Die Autonomie des Sports vom Staat ist in den drei Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Deutschland ist der Autonomiegrad besonders hoch. Der Sport wird vom Bundesministerium für Sport und Ehrenamt gefördert, doch besteht der DOSB auf seine weitgehende Unabhängigkeit vom Staat. Außerdem sind im deutschen Sportsystem die Länder und Kommunen in die Sportförderung eingebunden und haben dabei unterschiedliche Verantwortlichkeiten.
Der Sport ist in allen drei Ländern durch den vorhandenen politischen Föderalismus geprägt.
In Deutschland ist der Sport in 16 Landessportbünden und 66 Spitzensportverbänden föderal organisiert.
Auch Österreich hat weitgehend föderal organisierte Landes-Sportorganisationen und Landes-Sportfachverbände.
In der Schweiz sind es die Kantone und Gemeinden, die bei der Bewegungs- und Sportförderung eine zentrale Rolle spielen. Das Programm „Jugend und Sport“ wird in Zusammenarbeit von Bund und Kantonen durchgeführt.
Der Sport wird in allen drei Ländern mischfinanziert, d.h. er finanziert sich durch staatliche Mittel, durch Landeslotterien, Sponsoring und Mitgliedsbeiträge. In allen drei Ländern wird die Ehrenamtlichkeit der Sportorganisationen betont und die Gemeinwohlorientierung der Vereine herausgestellt
Die am meisten betriebenen Sportarten unterscheiden sich wohl pro Land, aber überall dominieren heute leicht zugängliche Freizeit‑ und Ausdauersportarten. In allen drei Ländern steht Fußball bei den organisierten Vereinsmitgliedern sehr weit oben, während im sportlichen Alltag der Gesamtbevölkerung vor allem Radfahren, Wandern/Laufen/Joggen bzw. ähnliche Bewegungsformen die Statistiken anführen. In allen drei Ländern ist die freiwillige Vereinigung, der eingetragene Verein (e.V.), die juristische Basis des Sportsystems. In allen drei Ländern sind die Turn- und Sportvereine mit ihrem hohen Organisationsgrad unter den anzutreffenden NGOs die bedeutsamsten. Das ehrenamtliche Engagement ist in den Turn- und Sportvereinen im Vergleich zu allen übrigen freiwilligen Vereinigungen am höchsten.
In Vereinen betriebener Sport
Nach Mitgliederzahlen und gesellschaftlicher Bedeutung ist in allen drei Ländern Fußball die populärste Sportart. Im kommunalen Leben hat vor allem auch der Schieß- und Turnsport eine große Bedeutung.
Ein dichtes Netzwerk von Sportvereinen bildet in allen drei Ländern das Rückgrat der jeweils anzutreffenden Sportlandschaft:
Deutschland hat bei einer Bevölkerung von 83,4 Millionen Einwohnern mit seinen 86. 000 Vereinen einen Organisationsgrad von 30% aufzuweisen, bei anhaltenden deutlichen Unterschieden zwischen West- und Ostdeutschland. Die Schweiz erreicht mit einer Bevölkerung von 8,96 Millionen bei ihren etwas mehr als 18.000 Sportvereinen mit 3,4 Mio. Mitgliedern einen Organisationsgrad von 25 %. Österreich weist diesbezüglich bei 9,16 Millionen Einwohnern mit seinen 15000 Vereinen und 1,9 Mio. Mitgliedern einen Organisationsgrad für seine Vereine von 22 % auf.
In den beiden Alpenländern Österreich und der Schweiz sind die beiden Wintersportarten Skifahren und mit Abstrichen auch Eishockey (vor allem Schweiz) fester Bestandteil der nationalen Identität, teilweise gilt dies auch für die alpinen Regionen Deutschlands. Insbesondere das Skifahren ist ein identitätsstiftendes Kulturmerkmal und die sportliche Rivalität ist zwischen Österreich und der Schweiz im kollektiven Bewusstsein dieser Länder tief verankert.
Unterschiede zwischen den Ländern
So beachtlich sich uns Gemeinsamkeiten der Sportkulturen in den drei Ländern zeigen, so bemerkenswert und gravierend sind jedoch die Unterschiede, die in den drei Sportsystemen anzutreffen sind.
Nationalsportarten
Wenn man die einzelnen Länder näher betrachtet und man nach den Nationalsportarten fragt, so lässt sich eine unterschiedliche Gewichtung einzelner Sportarten erkennen, und manche Sportarten sind geradezu ein spezifisches Merkmal für das einzelne Land, so „Formel 1“ für Österreich und „Schwingen“ für die Schweiz. Wenn wir von „Nationalsport“ sprechen, so muss dabei unterschieden werden nach jenen Nationalsportarten, die am meisten von den Menschen aktiv ausgeübt werden, und jenen, die bei den passiven Zuschauern am beliebtesten sind.
Diese Nationalsportarten zeichnen sich durch historisch wie auch kulturell stark verwurzelte Eigenschaften aus und haben dadurch eine identitätsstiftende Funktion. Will man für jedes der drei Länder, deren Nationalsportarten benennen, so bereitet dies jedoch einige Schwierigkeiten, da Nationalsportarten auch einem Wandel unterliegen können.
Für die Schweiz und für Österreich sind schon seit längerer Zeit der Alpine Ski-Rennsport eine wichtige Nationalsportart, doch in beiden Ländern konkurriert der Wintersport mit dem Fußball. In Österreich kommt noch die Sonderrolle der Formel 1 hinzu. Für Deutschland muss wohl der Fußball als dessen alleinige Nationalsportart bezeichnet werden. Mit dem „Wunder von Bern“ 1954, mit der Rivalität der europäischen G8 Nationen mit Italien, Großbritannien und Frankreich sowie Franz Beckenbauer als letzten „Kaiser von Deutschland“ scheint in Anbetracht der volkswirtschaftlichen und weltpolitischen Bedeutung von Deutschland diese Zuordnung stimmig zu sein.
Einige Sportarten werden nur auf nationaler Ebene betrieben und können dennoch professionell betrieben werden. Beispiele dafür sind Schwingen in der Schweiz, Hurling in Irland oder Sumo-Ringen in Japan. Gleichzeitig gibt es auch Nationalsportarten, welche international betrieben werden und sich durch eine gewisse Rivalität zwischen Nationen auszeichnen. Ein Beispiel wäre der erwähnte Rennsport Ski Alpin mit der Rivalität zwischen der Schweiz und Österreich.
Unterschiede bei der Ausübung der Sportarten
Betrachten wir die zehn am meisten ausgeübten Sportarten in den drei Ländern, so sind große Unterschiede zu erkennen.
Für Deutschland sieht die Liste der mitgliederstärksten Sportarten folgendermaßen aus:
- Fußball 7,707 Millionen Mitglieder
- Turnen 5,063 Mio.
- Tennis 1,491 Mio.
- Deutscher Alpenverein 1,472 Mio.
- Schützen 1,337 Millionen
- Leichtathletik 792.765
- Handball 765.368
- Golf 682.126
- Reiten 662.926
- Schwimmen 602.724
Erwähnenswert sind noch der Skiverband mit 515.311 und der Tischtennis Bund mit 527.300 Mitgliedern. Zu ergänzen sind auch noch das Radfahren und Laufen, die in Alltags‑Surveys sehr weit vorne liegen, aber statistisch nur sehr ungenau abgebildet werden.
In Österreich sind die die mitgliederstärksten Sportverbände die folgenden:
- Fußball 519
- Tennis 091
- Skilauf 162
- Golf 897
- Turnen 359
- Klettern 035
- Eis und Stock Sport 431
- Pferdesport, 147
- Leichtathletik 287
- Basketball 585
Erwähnenswert ist noch Handball mit 20.788 Mitgliedern. Radfahren ist die am häufigsten vereinsungebundene Freizeitsportart (je nach Studie wird sie von 38–60% der Bevölkerung ausgeübt). Besonders wichtig ist das Mountainbike fahren.
Für die Schweiz liefert Swiss Olympic relativ verlässliche Beteiligungsraten. Die stärksten Mitgliedsverbände waren bei der Verbandsbefragung 2024 der Schweizerische Fußballverband mit 338.306 Aktivmitgliedern in 1.348 Vereinen, der Schweizerische Turnverband 304.392 (2.682 Vereine) und Swiss University Sports mit 254.711 Aktivmitgliedern (20 Vereine). Weitere mitgliederstarke Verbände sind:
Swiss Tennis 220.199 (Vereine:872)
Schweizer Alpen-Club SAC 170.371 (Vereine: 116)
Schweizer Schiesssportverband 112.574 (Vereine: 2.400)
Swiss Golf 103.183 (Vereine: 121)
Swiss Aquatics 87.739 (Vereine: 165)
Swiss-Ski 62.469 (Vereine: 687)
Die nachfolgenden Mitgliederverbände können aus Vergleichsgründen von Interesse sein:Der Schweizerische Reitsportverband weist 56.842 Aktivmitglieder in 537 Vereinen auf, Swiss Unihockey 35.474 (372 Vereine), Schweizerischer Firmen- und Freizeitsportverband 22‘500 (337 Vereine), Swiss Sailing 26.906 (190 Vereine), Swiss Basketball 24.835 (197 Vereine) und der Eidgenössische Hornussenverband 7.130 (157 Vereine) als auch der Eidgenössische Schwingerverband 6.266 (166 Vereine) sind weitere wichtige Verbände.
Als ungebundener Breiten- und Freizeitsport, welcher nicht durch Vereine organisiert wird, sind Wandern (rund 57%), Radfahren (inkl. Velo/Mountainbike; rund 42%), Schwimmen (rund 39%), Skifahren, Laufen/Joggen, Fitness/Krafttraining, Fußball, Snowboard und weitere Schneesportarten besonders beliebt bei der Schweizer Bevölkerung.
Weitere Unterschiede
Betrachtet man die drei Sportsysteme unter geographischen Gesichtspunkten, so können in Bezug auf den Organisationsgrad der Bürgerinnen und Bürger in den Turn- und Sportvereinen und in Bezug auf die jeweils ausgeübten Sportarten ebenfalls Unterschiede beobachtet werden. In Österreich gibt es zum Beispiel ein starkes West-Ostgefälle in Bezug auf die Vereinsstrukturen, die Schweiz weist Unterschiede in ihren drei bzw. vier Sprachregionen auf, vor allem im Vergleich der deutschsprachigen zur französischsprachigen Schweiz. Deutschland hat Unterschiede in Bezug auf die sog. alten Bundesländer und die neuen Bundesländer, die 1990 in das damalige Sportsystem der Bundesrepublik Deutschland integriert wurden. In den Bundesländern der ehemaligen DDR ist der Organisationsgrad wesentlich niedriger und in Bezug auf den Breiten- und Freizeitsport ist nach wie vor in Ostdeutschland eine aufholende Entwicklung zu beobachten.
Unterscheidet man Indoor-Sport und Outdoor-Sport, so fällt auf, dass in Österreich und in der Schweiz der Outdoor-Sport und Individualsport den Indoor-Sport und Mannschaftssport im Gegensatz zu Deutschland dominiert. In der Schweiz zeigen sich auch Unterschiede in der Verbreitung von einzelnen Sportarten, je nach Sportregion und insbesondere, wenn sie ähnliche Zielgruppen und Infrastruktur-Anforderungen haben. So ist zum Beispiel die Indoort-Sportart „Basketball“ als Team-Sportart vor allem in der französischen Westschweiz und der italienischen Südschweiz vertreten, während Handball und Unihockey vor allem in der deutschsprachigen Schweiz vertreten sind
Der Wintersport ist für Deutschland weniger prägend, wie dies in der Schweiz und in Österreich der Fall ist. Durch das anzutreffende (aber auch sich ändernde) Klima und durch die vorhandenen Bewegungsräume in den Alpen sowie durch die vorhandenen Tourismusstrukturen ist vor allem in Österreich der Bergsport im Winter sowie auch zunehmend im Sommer von großer kultureller wie wirtschaftlicher Bedeutung. Der Bergsport sichert in strukturschwachen Regionen wirtschaftliche Perspektiven für die einheimische Bevölkerung. Dies sowohl im Leistungssport mit Sportevents wie die Rennen in Kitzbühel (Bundesland Tirol) oder Schladming (Bundesland Salzburg) als auch im Breitensport mit mehr als 430 ausgebauten Skigebieten. Für die Schweiz hat der Bergsport eine ähnlich große Bedeutung. Die alpinen Skirennen von St. Moritz und Wengen mit ihren weltberühmten Abfahrtstrecken und dem Internationalen Lauberhornrennen (seit 1930); aber auch Adelboden und Crans Montana mit ihren Weltcup Rennen haben den Charakter von Ikonen im Veranstaltungskalender der Schweiz und für den Breitensport stehen circa 350 Skigebiete zur Verfügung.
Die Schweiz und Österreich sind unter dem Aspekt der Größe ihrer Bevölkerung relativ kleine Nationen, was im Bereich des Sports zu einem besonderen Sport-Patriotismus führt. Dieser zeichnet sich durch den Gegensatz „klein gegen groß“ aus, wobei insbesondere Österreicher, aber auch Schweizer, Deutschland als das große „Über Ich“ wahrnehmen. Gleichzeitig ist jedoch die Wahrnehmung des internationalen Sports in Österreich und in der Schweiz vergleichsweise gut ausgeprägt, während in Deutschland die Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung (massenmedial geleitet) auf deutsche Erfolge und Ereignisse mit deutscher Beteiligung ausgerichtet ist.
Schulsport
„Sport“ bzw. Leibesübungen ist in jedem der Bildungssysteme der drei Länder seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein verpflichtendes Schulfach geworden. Ohne Fundierung durch ein akademisches Studienfach wurde das Turnen (Gymnastik, Leibesübungen) schulfähig und unterrichtsfähig. Auf der Grundlage der Erkenntnisse und Ideen der Philanthropen Basedow, Salzmann und GutsMuths, die die Körpererziehung als untrennbar mit der Gesamterziehung gesehen haben, errichtet Jahn 1811 den ersten Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin. Über die Körpererziehung hinaus ging es ihm auch darum, die Jugend unter vaterländischen Überlegungen „wehrhaft“ und „kriegstüchtig“ zu machen. Diese zunehmend nationalistische, vormilitärische Ausrichtung des Turnens in politisch turbulenter Zeit, führte schließlich wegen „staatsgefährdender Umtriebe“ 1820 zu der sog. „Turnsperre“, die erst am 06. Juni 1842 durch Kabinettsorder durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. wieder aufgehoben wurde.
Danach wurde das Unterrichtsfach „Turnunterricht“ systematisch an den höheren Schulen (Gymnasien) – anfänglich nur für Jungen später auch für Mädchen – und verzögert dann auch an den Volksschulen eingeführt. Der Verweis auf die defizitäre Wehrfähigkeit, die niedrige Arbeitsfähigkeit und die Sicherung der Gebärfähigkeit bei den Frauen waren fortan die wichtigsten gesundheitspolitischen Legitimationen für die Einführung des Faches in den staatlichen Schulen.
Mit literarischen Überhöhungen wurde auf die geistigen Überforderungen (die Überbürdungen, das Überstudiertsein) hingewiesen, das es zu kompensieren galt. Dabei ist zu bedenken, dass zu jener Zeit noch nicht einmal 2% der Altersjahrgänge ein Gymnasium besuchten und in aller Regel danach studierten. Der Großteil der Kinder und Jugendlichen litt nicht an geistiger Überforderung, sondern eher an frühen, einseitigen Arbeitsbelastungen, schlechter Ernährung und unzureichenden hygienischen Lebensbedingungen.
Der wachsende Bedarf an Sportlehrkräften für dieses Unterrichtsfach führte nach einer ca. siebzigjährigen Phase der außeruniversitären, kursbasierten Ausbildung an den „königlichen“ Turnlehrerbildungsanstalten (TLB,1850–1918) zur Etablierung eines universitären Studienfaches für die Ausbildung von Sportlehrkräften für die Schulen, Vereine und für Tätigkeiten in den „freien Berufen“ des Sports. In den Universitäten wurden Institute für Leibesübungen (IfL) gegründet. In der Regel als zentrale Einrichtungen etabliert, hatten sie Angebote für den Studentensport zu unterbreiten und Studiengänge für angehende Turnlehrer anzubieten, anfänglich mit „Nebenfakultas“ und später mit „Hauptfakultas“. Diese Akademisierung und Professionalisierung führte in allen drei Ländern zur Herausbildung eines eigenständigen, organisierten Turn- und Sportphilologentums. Durch die universitäre Zwei-Fach-Lehrerausbildung wurde die „technische“ Nur-Turn-Lehrerausbildung weitestgehend abgelöst. Hoch im Ansehen stand die Hauptfach-Kombination von Latein und Turnen. Sie galt als Versöhnung von „Hornbrille und Muskel“.
In der Schweiz sind „Sport“ bzw. Leibesübungen auf Bundesebene geregelt, was hervorzuheben ist, weil die Bildung in der Hoheit der 26 Kantone und Halbkantone (gleiche Staatsebene wie Bundesländer) liegt und entsprechend auch durch kantonale Steuergelder finanziert wird.
Prägende Merkmale der einzelnen Länder
Jedes Land hat auch ein paar Eigenheiten, die man als „besonderes prägend“ bezeichnen könnte.
Für die Schweiz sind es ihre ländlichen, kulturell-verankerten Nationalsportarten: Das „Schwingen“, das „Hornussen“ und das „Steinstoßen“, welche am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest ESAF seit 1895 alle 3 Jahre einen nationalen Gewinner küren. Die wichtigste Nationalsportart ist dabei das „Schwingen“, bei welchem der sogenannte Schwingerkönig gekürt wird. Dafür wird das weltweit größte, temporäre Stadion aufgebaut, welches jeweils ein Fassungsvermögen von knapp 60.000 Zuschauern hat. Das Fest dauert ein Wochenende und zieht dabei an den zwei Tagen mehr als 350.000 Zuschauer auf das Festgelände. Zu Spitzenzeiten erreicht es im Schlussgang über 1 Mio. Zuschauer vor den Fernsehgeräten.
Für Österreich könnte man die ausgeprägte Fanclub-Kultur im Bereich des alpinen Skisports erwähnen, die oft auf die herausragenden Athletinnen und Athleten des alpinen Rennsports bezogen ist. Ein zweites Merkmal ist das besondere Interesse am Formel 1 Rennsport, der bei den österreichischen Zuschauern und vor allem beim österreichischen Fernsehsender ORF 1 eine große Tradition aufweist.
Deutschlands Sportlandschaft zeichnet sich durch außergewöhnlich große Sport- und Turnvereine aus, die z.B. mit ihren Bundesliga Mannschaften Mitgliederzahlen von über 100.000 erreichen. Der FC Bayern München weist dabei die Rekordzahl von mehr als 400.000auf.
Insgesamt stehen alle drei deutschsprachigen Staaten – ungeachtet der inhaltlichen und organisationalen Differenzen – für eine erfolgreiche, ausdifferenzierte, gesellschaftliche Sportkultur, deren Unterschiede besonders in Traditionspflege, regionaler Vielfalt und gesellschaftlichen Werten sichtbar werden. Zu dieser entfalteten Sportkultur zählt auch das informelle Sporttreiben, allein oder in Kleingruppen, und die regelmäßige Nutzung von kommerziellen Sportangeboten. Diese Sportaktivitäten sind in die Lebensweise von Millionen Menschen dieser Länder fest integriert.
Die Besonderheit des Automobil- und Motorradsports
Die Popularität des Automobil- und Motorradrennsport ist in Österreich höher als in der Schweiz und in Deutschland, was durch ikonische Rennstrecken, nationale Erfolge und eine besondere kulturelle Prägung erklärt wird. Österreich profitiert dabei stark von ehemaligen Stars wie Formel-1-Weltmeister Niki Lauda, Berger und aktuellen Piloten wie Max Verstappen. Dieser ist wohl Niederländer, doch das Unternehmen Red Bull im Allgemeinen und das Red Bull Formel 1 Rennteam im Besonderen haben in Österreich Kultstatus. Beide bieten den Zuschauern erwünschte und gesuchte Möglichkeiten zur Identifikation. Hinzu kommt, dass Österreichs Red Bull Ring (ehemals Österreichring/A1- Ring bei Spielberg) ein fester GP-Termin in der Formel 1 ist und dabei Massen anzieht und weitere lokale Events inklusive Motorradrennen mit einer eigenen österreichischen Motorrad Marke KTM möglich macht.
In der Schweiz stärken Erfolge im Motorradrennsport (z.B. MotoGP mit Schweizer Teams/Fahrern) und historisch starker Präsenz in der Formel 1 die Akzeptanz. Schweiz hat keine F1-Strecke (Verbot seit 1955), kompensiert dies aber mit mehreren nationalen Rennserien, Enduro-Events und der räumlichen Nähe zu Strecken wie Mugello oder Assen, was dem Motorradsport dessen Popularität erhält.
Deutschland hatte zwar sehr erfolgreiche Piloten wie Sebastian Vettel und Michael Schumacher, doch der Fokus der sportlichen Fankultur liegt stärker auf Fußball und anderen Sportarten wie Biathlon. Der Motorsport ist in Deutschland mittlerweile eine Nischensportart. Deutschland fehlt seit 2020 ein Formel-1-GP (Hockenheim/Nürburgring), was die Sichtbarkeit des Automobilsports erheblich mindert. Ausdauerrennen wie das 24h Nürburgring-Rennen existieren wohl noch, doch ist auch deren Zukunft ungewiss.
Die Medienpräsenz und TV-Reichweiten von Rennserien wie Formel 1, MotoGP und nationalen Serien (z. B. DTM) unterscheiden sich primär durch Free-TV- vs. Pay-TV-Verfügbarkeit sowie nationale Events und Stars, wobei Österreich und Schweiz höhere Quoten erzielen als Deutschland. Formel 1 und oft auch MotoGP laufen im Free-TV (z. B. ORF in Österreich, SRF in der Schweiz), was breite Massen erreicht und Quoten von bis zu 20–30% in Spitzenzeiten ermöglicht; dies schafft „familiäre Sozialisation“ und hohe Reichweite (z. B. Schweiz: ausgewählte GPs mit Millionenpublikum).
In Deutschland ist die Formel 1 exklusiv bei Sky (Pay-TV), mit Einschaltquoten gesunken auf 1–1,5 Mio. Zuschauer pro Rennen (nur 2% der Bevölkerung vs. 18% in den 1990er-Jahren); Formel E bei DF1 (Free-TV) erreicht im Durchschnitt nur 37.000 Zuschauer.
Insgesamt machen Free-TV-Zugang und lokale Bindung in Österreich und in der Schweiz die Rennserien populärer, während Deutschlands Pay-TV-Fokus zu sinkenden Quoten führt.
Die drei öffentlich-rechtlichen Fernsehsender weisen in ihrer Sportberichterstattung erhebliche Unterschiede auf:
Die Sportberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender ORF (Österreich), SRF (Schweiz) und ARD/ZDF(Deutschland) unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht. Der größte Unterschied liegt im Fokus auf nationale und regional populäre Sportarten, was dem jeweiligen öffentlich-rechtlichen Auftrag zur Grundversorgung und der nationalen Sportkultur entspricht.
Beim ORF ist ein starker Fokus auf den Wintersport zu erkennen: Alpina, Skiweltcup, Skispringen, Biathlon, rodeln, Bob Skeleton und sämtliche nordischen Disziplinen sind traditionell wichtige Programminhalte und erzielen hohe Quoten. Die Berichterstattung ist auf diesem Gebiet sehr umfangreich und fachlich von hoher Kompetenz geprägt.
Ähnlich wichtig wie der Wintersport ist, sind die Fußballübertragungen. Fußballländerspiele haben dabei höchste Priorität. Wichtig ist auch die österreichische Bundesliga mit ausgewählten Live- Spielen und Zusammenfassungen. Spiele von österreichischen Club Mannschaften in internationalen Wettbewerben werden ebenso meist Live übertragen. Begleitet wird die Fußball Berichterstattung von wenigen kompetenten Reportern und Experten. Der ehemalige Nationalspieler und Nationaltrainer Prohaska gewährt dabei eine herausragende Expertise.
Höchste Priorität hat die Formel 1 Berichterstattung, die geradezu ein extensives Ausmaß mittlerweile annimmt. Sämtliche Qualifying-Rennen werden ebenso live übertragen wie der Kurz-Wettbewerb und das entscheidende sonntägliche Formel 1 Rennen. Den Formel 1 Übertragungen müssen alle anderen Sportarten bei ORF 1 weichen und können dann nur noch in Streaming Diensten verfolgt werden.
Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF hat seit Jahren seinen Fokus auf den Wintersport und hier vor allem auf die Ski Alpin Wettbewerbe, das Eishockey (National League) und die Langlaufdisziplinen gelegt. In den letzten Jahren waren beim SRF, das heißt im TV, Radio und auf den Onlineplattformen rund 100 verschiedene Sportarten im Programm. Sinne des „Service Public“ Auftrages des staatlichen SRFs wird regelmäßig über rund 30 Sportarten live berichtet. Der Fokus ist dabei auf dem Fußball, Eishockey, Ski Alpin, Tennis, Schwingen, Radsport oder Leichtathletik. Jedoch erhalten Sportarten, die weniger im privat-rechtlichen medialen Fokus stehen, eine prominente Plattform. Dazu zählen unter anderem: Biathlon, Handball, Kunstturnen, Reiten, Rudern, Unihockey sowie Volleyball (vgl. SRG SSR). Gleichzeitig besitzt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) viel Know-how in der Produktion von großen und kleinen Sportanlässen. Die SRG begleitet jährlich über 100 Schweizer Sportevents und Meisterschaften in über 20 verschiedenen Sportarten. Deshalb ist sie eine wichtige Partnerin für den Schweizer Sport bei hochwertigen Produktionen und Übertragungen von Sportveranstaltungen.
Nicht weniger wichtig sind die Übertragungen aller Länderspiele und aller Fußballländerspiele und Ligaspiele aus der Schweizer Super League. Traditionell wird auch über Ereignisse der Schweizer Besonderheiten „Schwingen“ und „Hornussen“ berichtet. Turnen und Handball haben auch ihren Platz in der Schweizer Sportberichterstattung. Dabei hat jeder Sprachregion ihren eigenen Sportkanal.
ARD/ZDF haben ihren Schwerpunkt eindeutig in der Fußball Berichterstattung die Bundesliga Highlights in der Sportschau ARD und das aktuelle Sportstudio ZDF sind ein Quotenmagnet und Kern der Berichterstattung, Livespiele des Nationalteams, des DFB-Pokals und vor allem die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften führen zu höchsten Einschaltquoten.
Über alle übrigen Sportarten wird im deutschen Sport im deutschen Fernsehen eher nachgeordnet berichtet im Wintersport nimmt Biathlon eine Sonderrolle und Skispringen, Leichtathletik, Radsport und Reiten erzielen wohl geringere Quoten, werden – um den umfassenden Versorgungsauftrag gerecht zu werden – noch angemessen berücksichtigt. Die große Vielfalt der in Deutschland sonst noch ausgeübten Sportarten wird in der Berichterstattung von ARD und ZDF jedoch nur sehr unzureichend widergespiegelt.
Letzte Bearbeitung: 8.1. 2026
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird gelegentlich auf „gendergerechte“ Sprachformen – männlich weiblich, divers – verzichtet. Bei allen Bezeichnungen, die personenbezogen sind, meint die gewählte Formulierung i.d.R. alle Geschlechter, auch wenn überwiegend die männliche Form steht.
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