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07
06
2024

Foto: DOSB

Zu teuer geworden: Universiade vor dem Kollaps – Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

By GRR 0

Die Ausrichter der World University Games, die 2025 mit rund 10.000 Teilnehmern an Rhein und Ruhr stattfinden sollen, können ihr Finanzproblem nicht lösen. Es geht um 28 Millionen Euro.

Die Ausrichter der World University Games, die im kommenden Jahr mit mehr als 10.000 Teilnehmern in Düsseldorf, Bochum, Duisburg, Essen und Mühlheim/Ruhr stattfinden sollen, können ihre finanziellen Schwierigkeiten nicht lösen.

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund sind nach Informationen der F.A.Z. nicht bereit, Mehrkosten von 28 Millionen Euro für die zwölftägige Veranstaltung zusätzlich zum Budget von 160 Millionen Euro zu übernehmen.

In Berlin war zu erfahren, dass die Weigerung des Landes es dem Bund aus zuwendungsrechtlichen Gründen unmöglich mache, einzuspringen. Die letzte Frist für das Land verstrich am Montag. Bund und Land zahlen je 59 Millionen Euro.

Im deutschen Sport gilt die Veranstaltung der Universiade als Teil der Strategie für eine erfolgreiche Bewerbung um Olympische Spiele.

„Verantwortung im Sinne der Steuerzahler“

Bereits in einer „Aktuellen Stunde“ des Landtages am 17. Mai hatte Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) angekündigt, dass die Landesregierung nicht akzeptieren werde, dass Großveranstaltungen „bedenkenlos immer teurer werden“. Sie betrachte die Kostensteigerung bei den Welt-Hochschulspielen mit Sorge. „Wir haben die Verantwortung im Sinne der Steuerzahler auch hier wahrzunehmen, hier wachsam zu sein“, sagte Laumann. Es gelte, für eine Lösung alle Beteiligten zusammenzubringen.

Die Staatskanzlei in Düsseldorf antwortete am Dienstag auf Fragen der F.A.Z. zu der Ablehnung, die Landesregierung arbeite mit allen Beteiligten an einer Lösung. Auch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums widersprach der Information, diese sei gescheitert. Bund, Land und Allgemeiner Deutscher Hochschulbund befänden sich in intensiven Abstimmungsgesprächen. „Wie andere Sportgroßveranstaltungen in Deutschland in den letzten Jahren auch, ist die Durchführungs-gGmbH der World University Games mit finanziell herausfordernden Umfeldbedingungen konfrontiert“, schreibt das Ministerium und nennt Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation.

Ähnlich klingt die angesprochene Rheine-Ruhr Games gGmbh in ihrer Antwort an die F.A.Z. Die inflationsbedingten Preissteigerungen lägen nicht in der Verantwortung der Durchführungsgesellschaft. Man befinde sich im planmäßigen Austausch mit den Partnern.

Der ASC Duisburg, auf dessen Gelände ein Teil der Wasserball-Wettbewerbe der Universiade ausgetragen werden sollte, ist unterdessen ausgestiegen.

Das Land hat die für Renovierung und Modernisierung von drei Schwimmstätten zugesagte Förderung in Höhe von sieben Millionen Euro storniert. Der Verein kündigte daraufhin seinen Vertrag mit der Rhein-Ruhr gGmbH.

Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dienstag, dem 4. Juni 2024

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