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31
03
2024

Volker Schlöndorff beim Havellauf - Foto: Bernd Hübner

Volker Schlöndorff wird heute am Ostersonntag 85 Jahre alt – Der (un)bekannte Läufer!

By GRR 0

1979 gelang Volker Schlöndorff der internationale Durchbruch mit der Verfilmung von Günter Grass’ gleichnamigem Roman, Die Blechtrommel.

Ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes 1979 und mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film markiert Die Blechtrommel einen ersten Höhepunkt der internationalen Anerkennung des deutschen Films nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Danzig statt. 2005 kehrte Schlöndorff in die polnische Werftstadt zurück, um die Geschichte von Anna Walentynowicz zu verfilmen. Der Film kam 2007 unter dem Titel Strajk – Die Heldin von Danzig in die Kinos.

Zu den interessantesten Literaturverfilmungen Schlöndorffs wird Die Fälschung (1981) nach dem Roman von Nicolas Born gezählt. Die Filmarbeiten mit Bruno Ganz und Hanna Schygulla fanden während des libanesischen Bürgerkriegs in Beirut statt. Am 21. März 1991 feierte seine Verfilmung von Max Frischs Homo faber Premiere. (entnommen Wikipedia).

Volker Schlöndorff (m) mit Detlef Kuhlmann und Dieter Baumann beim LITERATUR-MARATHON – Foto: Bernd Hübner

Weniger bekannt ist  in der  Öffentlichkeit, dass Volker Schlöndorff auch aktiver Läufer ist und in Berlin oft an Läufen teilnimmt. Er war auch Teilnehmer an Detlef Kuhlmanns „LITERATUR MARATHON im „Schlot.“  Dem Buch „Lit. Berlin-Marathon“ von Detlef Kuhlmann (Hg.) ist folgendes Vorwort entnommen:

„Dauerlauf hieß es damals noch, Marathon kam nur im Griechischunterricht vor. Doch das Laufen fing damals schon an, in der Nachkriegszeit, jeden Morgen aus unserer Hütte im Wald zwei Kilometer zur Bushaltestelle, immer im Sprint, um es noch rechtzeitig zu schaffen.

Nachmittags dann wieder Laufen, auch durch den Wald, beim Indianerspielen, stundenlang, Kilometer wurden noch nicht gezählt. Jedenfalls muss aus dieser Zeit meine Lust an der Bewegung stammen sowie die Grundkondition des Körpers. Denn erst Jahrzehnte später überredete mich Marius Müller-Westernhagen zum täglichen Jogging: „20 Minuten am Tag reichen.“

So entdeckte ich immerhin an der Isar in München den Wechsel der Jahreszeiten, das Brüten der Enten im Frühjahr, das erste Probeschwimmen der Kleinen, den Abflug im Herbst. Dazu den Wechsel des Laubes und vieles mehr, was jeden Tag zu einem Besonderen werden ließ, denn nun wusste ich immer, auch ohne Blick auf den Kalender, wo im Jahr wir gerade angekommen waren.

Das waren kleine Läufe, die mir heute nur noch ein schwaches Lächeln abverlangen. Zum Marathon kam ich spät, mit 60. Heute hab ich 15 ganze und unzählige Halbe hinter mir und bin besonders stolz auf die Goldene Nadel – zehn Jahre hintereinander mindestens einen pro Jahr -, denn ein Jojo-Effekt-Läufer (keine Namen!) wollte ich nie sein. Filme und Kunst und vieles im Leben macht man ja, um anderen etwas zu beweisen. Laufen ist nur für einen selbst. Und Marathon hat mich gerettet.

Volker Schlöndorff beim Berliner Neujahrslauf 2014 – Foto: Horst Milde

Auch Erfolgreiche fallen mal in ein Loch, manchmal sogar in ein besonders tiefes. Plötzlich passierte mir das. Kein Projekt, kein Film vier Jahre lang, mit 60 kann das der Anfang vom Ende sein. Eines Samstags kaufte ich auf dem Webermarkt in Babelsberg ein, meine kleine Tochter auf der Schulter; ein Verkäufer aus dem Spreewald bot ihr eine Gurke an und fragte, ob er dem „Opa“ auch eine geben solle.

Als ich begriff, wen er meinte, beschloss ich, etwas zu tun. Ich begann zu laufen. Nach einer ersten Runde um den Griebnitzsee, keine zehn Kilometer, sah ich noch älter aus als zuvor. Bei der Einweihung des SONY-Centers am Potsdamer Platz, im Mai 2000, saß ich neben einer aparten Blondine und es stellte sich heraus, dass sie Marathonläuferin war. Ich erzählte ihr von meiner New Yorker Zeit und wie ich die erbärmlichen, in knisternde Folien eingewickelten Gestalten, die nach dem Marathon mit der U-Bahn nach Haus fuhren, bewundert hatte. Helden für einen Tag, jeder Einzelne von ihnen.

„Kommen Sie doch mal zum Training“, sagte Evelin Schlieffer, meine Nachbarin, mit der ich inzwischen ein Dutzend Marathons gelaufen bin. Der erste, im September des gleichen Jahres, führte am Kino International vorbei, wo ein Riesenplakat meinen Film „Die Stille nach dem Schuss“ ankündigte“.

Entnommen: „BERLIN-MARATHON laufen mit Volker Schlöndorff – Das Vorwort dem Buch „Lit. Berlin-Marathon“ von Detlef Kuhlmann (Hg.)

Die Lauf-Community wünscht Volker Schlöndorff noch weitere gesunde und fruchtbare Jahre sowie entspannende Runden um den Griebnitzsee.

Horst Milde

„… auf den letzten Metern. Momente des Zieleinlaufs. Eine Anthologie“ – für jede:n Läufer:in!

author: GRR